Augsburg

06.04.2014

Was Radler ärgert

Der Bahnhofsvorplatz ist tagsüber mit Rädern von Pendlern gut gefüllt. Mehr Abstellplätze ist einer der Punkte, die auf der Wunschliste stehen.
Bild: Silvio Wyszengrad

Laut einer Umfrage sind Fahrradfahrer nur mäßig zufrieden mit ihrer Situation. Dringendes Bedürfnis: mehr Radwege, mehr Abstellplätze und eine Mitnahmemöglichkeit in Bus und Tram

Die Radfahrer in Augsburg sind mäßig zufrieden mit ihrer Situation. Das ist das Ergebnis der Umfrage unter Fahrradfahrern, die der erste Baustein zu einem Investitionsprogramm der Stadt für den Radverkehr („Fahrradstadt 2020“) ist. Wie berichtet, soll bis zum Jahr 2020 der Anteil des Radverkehrs in der Stadt von derzeit rund 15 Prozent auf 25 Prozent gesteigert werden. Doch bis dahin ist der Weg noch weit. Zwar macht etwa der Hälfte der Augsburger Radler das Fahrradfahren Spaß, der Großteil fühlt sich allerdings nicht als Verkehrsteilnehmer akzeptiert. Um die 70 Prozent der Umfrageteilnehmer gaben bei der Frage nach der Akzeptanz die Noten 4, 5 oder 6.

Allerdings sind die Umfrageergebnisse keine reine Mängelliste. So sind um die 65 Prozent der Bürger der Meinung, das Stadtzentrum sei mit dem Rad (halbwegs) gut erreichbar und gaben die Noten 1, 2 und 3. Auch das separate Wegweisersystem wird positiv gesehen. Für die Möglichkeit, die Innenstadt zu durchqueren, gibt es aber wieder schlechte Noten. „Das hängt auch mit dem noch fehlenden Lückenschluss in der Ost-West-Radachse zusammen, der heuer angegangen wird“, so Baureferent Gerd Merkle (CSU) zu den Ergebnissen.

Man müsse aber generell feststellen, dass Radler bei einigen Punkten dringenden Handlungsbedarf sehen und der Ist-Situation schlechte Noten geben, räumt Merkle ein. Hier ein kurzer Überblick:

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Sicherheit Rund 67 Prozent der Radler fühlen sich nicht sicher im Verkehr und vergeben die Noten 4, 5 oder 6. Am meisten Konflikte gebe es mit Autofahrern, mit Fußgängern deutlich seltener. 75 Prozent fühlen sich an Einmündungen und Kreuzungen nicht sicher. Auch beim Winterdienst sehen Radler laut Umfrage Nachholbedarf. Ein Viertel vergibt die Note 6. Bei den Verkehrswegen, auf denen sich Radler unwohl fühlen, stehen Augsburger Straße, Hermanstraße, Grottenau, Karlstraße und Pferseer Unterführung ganz oben.

Komfort Den Zustand der Radwege beurteilen rund 70 Prozent als schlecht (Noten 4, 5 oder 6). Auch das Angebot an Abstellanlagen in Wohnvierteln wird schlecht beurteilt. „Möglicherweise muss man diskutieren, ob man in neuen Wohnanlagen einen Stellplatznachweis für Räder fordert, wie es jetzt schon bei Autos der Fall ist“, so Merkle.

Vernetzung öffentlicher Verkehr In Kombination mit Bus und Tram wird das Rad nur von einer Minderheit genutzt. Wollen würden das aber mehr, besonders die Inhaber von Abo-Karten: 60 Prozent der Radler würden ihr Rad gerne in Bus oder Tram mitnehmen können. Der Standpunkt der Stadtwerke ist bisher, dass dies aus Platzgründen nicht geht. „Was in vielen Städten funktioniert, muss in Augsburg auch möglich sein“, entgegnet Merkle. Die Stadträte als Aufsichtsräte sollten hier Druck machen. „Es ist zum Beispiel fraglich, ob eine Straßenbahn bis zum Ende komplett mit Sitzen belegt sein muss“, so der Baureferent.

Die Ergebnisse der Umfrage, an der gut 2100 Radler teilnahmen, sollen nun noch vertieft aufgearbeitet werden. Die erste Zwischenbilanz soll demnächst auf der städtischen Internetseite erscheinen. Vor der Sommerpause will die Stadt Bürgerworkshops veranstalten. Dann sollen mögliche Lösungen und eine Rangliste der Maßnahmen erarbeitet werden. Am wichtigsten halten Radler Investitionen in Radwege und in die Verkehrsführung an Kreuzungen.

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