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Welterbe: Und was kommt jetzt?

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Kommentar Von Nicole Prestle
02.08.2019

Die erste Euphorie ist verflogen: Augsburg ist Welterbe, toll! Und jetzt?

Abgesehen vom bunten Wasserfest für die Bürger ist seitdem nichts viel passiert – zumindest nichts, was man als Außenstehender mitbekommen hätte. Das ist (noch) nicht schlimm. Seit der Ernennung sind erst gut vier Wochen vergangen und es muss nicht jede Woche eine öffentlichkeitswirksame Veranstaltung geben. Die Stadt wird aber bald Ideen präsentieren müssen, wie sie den Titel mit Leben erfüllen will.

Dabei wird es nicht reichen, auf die Einrichtung des so genannten Wasserladens am Rathausplatz zu warten, der ab 2020 als Mini-Besucherzentrum in Betrieb gehen soll. Es ist auch nicht genug, sich auf die Sogwirkung zu verlassen, die der Titel auf Gäste auswirkt. Denn auch wenn Touristiker sich gemeinhin über das kostenlose Marketing-Instrument freuen: Für die Unesco ist die Aufnahme in die Liste mit anderen, wichtigeren Aufgaben verbunden. Es geht darum, die Bedeutung dieser Orte zu vermitteln – und zwar international.

Die Stadt scheint dafür bislang keinen Generalplan zu haben, was verwunderlich ist. Schließlich gingen am Ende alle Experten davon aus, dass Augsburg es auf die Liste schaffen würde. Oberbürgermeister Kurt Gribl präsentierte kurz nach der Ernennung zwar ein Sieben-Punkte-Programm, das erklärt, wie sich die Stadt dem Titel öffnen will. Es enthält aber kaum mehr als allgemeingültige Fragestellungen. Das ist ein Anfang, aber zu wenig.

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Das Thema Wasser bietet Potenzial. Das Welterbe-Büro mit seinen drei Mitarbeitern wird schon zeitlich überfordert sein, es zu bedienen. Die Stadt sollt deshalb darüber nachdenken, Experten hinzuzuziehen, die helfen, den Titel zu beleben. Dank Universität, Hochschule, Landesamt für Umwelt und anderer Einrichtungen in Augsburg gibt es viele Fachleute, die sich einbringen können und dies auch wollen.

Allzu viel Zeit sollte man sich nicht lassen. Augsburg sollte die erste Euphorie mitnehmen und schon 2020 erste Ideen umsetzen.

Lesen Sie dazu den Artikel: Der Welterbe-Titel ist kein Selbstläufer

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