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Augsburg

08.07.2014

Wertachbrucker Thorfest in letzter Minute gerettet

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Das Wertachbrucker Tor dient dem historischen Fest als Kulisse. Die Austragung in diesem Jahr stand auf der Kippe. Nur weil die Stadt sich bereit erklärt, bis zu 20000 Euro zu zahlen, kann das Wertachbrucker Thorfest vom 1. bis 10. August stattfinden.

Riesenärger um das Wertachbrucker Thorfest: Weil ein Biergartenbesitzer auf freien Zugang besteht, darf der Veranstalter keinen Eintritt erheben. Das stellt die Stadt vor Probleme.

Zum Wertachbrucker Thorfest gehören die Böllerschützen. Es hat nicht viel gefehlt und die Böllerschützen hätten in diesem Jahr gar nicht antreten müssen. Hinter den Kulissen hat es gewaltig gekracht. Die Austragung des Festes, das vom 1. bis 10. August stattfindet, stand auf Messers Schneide.

Quasi in letzter Minute haben die Stadträte mehrheitlich entschieden, dass rund um die Anlagen am Wertachbrucker Thor gefeiert werden kann. Die Stadt muss aller Voraussicht nach dem Veranstalter finanziell unter die Arme greifen, weil alles dafür spricht, dass in diesem Jahr ein Minus eingefahren wird.

Der Streit um das Fest führte zu einigen Krisengesprächen, wobei auch der Einsatz von Oberbürgermeister Kurt Gribl zu keinem Kompromiss führte. Die Fronten sind verhärtet. Zwei Veranstalter bewarben sich um die Austragung.

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Stadtmauerverein schaute in die Röhre

Die Wahl der Stadt fiel auf die Interessengemeinschaft (IG) Historisches Augsburg. Der Stadtmauerverein schaute in die Röhre. Die Thorbrauerei, die bisher als Sponsor des Stadtmauervereins auftrat, zog sich als Geldgeber zurück. Außerdem forderte Gastwirt Max Kuhnle freien Zugang zu seinem Biergarten „Freibank“, der inmitten des Festgeländes liegt. „Ich bin mit meiner Gastronomie stark beeinträchtigt.

Schließlich wird eine Woche vorher aufgebaut, dann läuft der Festbetriebe, wo vermutlich mittags viele Gäste wegbleiben und dann wird eine Woche abgebaut.“ Das Ordnungsamt hat ihm einen freien Zugang zugesichert.

Für die Veranstalter des Historischen Festes hat diese Regelung massive Auswirkungen. Sie dürfen wegen der Gäste der „Freibank“ keinen Eintritt erheben. Nicht einmal Zutrittskontrollen wird es geben. Eine Abgrenzung des Festes mit Zäunen ohne die „Freibank“ ist auf dem Areal äußerst schwierig, da die Gaststätte die beiden Festbereiche verbindet.

Das Programm ist bereits abgespeckt

Ohne Einnahmen aus dem Verkauf von Eintrittskarten sieht es für den Veranstalter schlecht aus. Die IG wird zwar ein Festabzeichen für vier Euro, das für die Dauer des Festes gültig ist, verkaufen, doch der Kauf bleibt freiwillig. Aus Angst vor einem Defizit wurde bereits im Vorfeld gespart. Neben einem abgespeckten Programm wird der Verein in diesem Jahr die Gastronomie übernehmen, ist aus dem Umfeld zu hören.

Nun soll die Stadt finanziell in die Bresche springen: Die Stadt möge sich an einem möglichen Defizit beteiligen. 20000 Euro sind genannt. Darüber wurde am Montag  im zuständigen Allgemeinen Ausschuss beraten.

Vor allem CSU-Stadträte zeigten sich irritiert, dass zu einem so späten Zeitpunkt über die Freigabe einer Ausfallbürgschaft beraten wird. „Ohne Eintritt leidet die Qualität des Festes“, so Leo Dietz. Ohne Eintritt werde das Fest nicht funktionieren, sagte CSU-Kollege Josef Hummel. „Freiwillig wird kein Besucher groß zahlen. Da trinkt er doch lieber zwei Bier“, sagte Rolf Rieblinger (CSM).

Nicht alle sind für die neue Lösung

Wenn die Stadt sich bereit erkläre, das Fest mit maximal 20.000 Euro zu unterstützen, schaffe sie einen Präzedenzfall, betonten Pia Haertinger (Grüne) und Regina Stuber-Schneider (Freie Wähler). Vehement für das Fest legte sich die SPD ins Zeug. „Wir wollen das Fest nicht sterben lassen“, so Dieter Benkard.

Seine Fraktionskollegin Gabriele Thoma erinnerte daran, dass die Stadt einen Vertrag mit der IG Historisches Augsburg habe, in dem der Verein beauftragt wird, ein Fest auszurichten. Nach einer Sitzungsunterbrechung verständigte sich das Gremium darauf, eine Ausfallbürgschaft in Aussicht zu stellen. Zuvor aber müsse der Veranstalter eine Abschlussrechnung präsentieren. Gegenstimmen kamen von Pro Augsburg und Freien Wählern.

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