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Friedensfest

30.07.2014

Willkommen zur Rallye

2 Bilder

Schulverweigerer vom Projekt „Schule in der Werkstatt“ und Flüchtlinge grüßen die Augsburger in 16 Sprachen. Wer der Rallye folgt, erfährt ihre Geschichten. Es gibt auch etwas zu gewinnen

Die bemalten Kacheln im Schaufenster der Bürger-Information am Rathausplatz erzählen Geschichten. Zum Beispiel die von Eugenio, der aus dem Kongo geflohen ist. Mit dem Flugzeug hat der junge Flüchtling sein Land verlassen, wo er nicht mehr sicher leben konnte. Das hat der Augsburger Künstler Gerhard Fauser in einem Triptychon in Szene gesetzt. Eugenio hat als Erinnerung an seine Heimat ein Okapi gewählt. Ermias zeigt in seinem Bild die Straße, in der er in Eritrea aufgewachsen ist. „Dort habe ich gewohnt und dort habe ich mit meinen Freunden Fußball gespielt“ – das war, bevor er mit dem Auto durch die Kleine Sahara gefahren ist, um aus seinem Land zu fliehen.

Die Bilder sind Teil der Friedensrallye, die auch in diesem Jahr wieder durch die Stadt führt. Im vergangenen Jahr nahm der Hauptschullehrer Ulrich Lüttringhaus gemeinsam mit seinen Schülern aus dem Projekt „Schule in der Werkstatt“ erstmals daran teil.

Dabei handelt es sich um Schüler, die in ihren Schulen aufgefallen waren, durch Schwänzen etwa oder ausfallendes Benehmen. „Zu uns kommen Schüler, wenn es nicht mehr anders geht“, sagt der Lehrer. Die Schulverweigerer erhalten dann in der Einrichtung im Augsburger Norden ein individuelles Programm. Sie sollen durch positive Erlebnisse motiviert werden, am Unterricht teilzunehmen. In diesem Jahr gestalteten sie Willkommens-Schilder, die in Einrichtungen und Geschäften der Innenstadt ausgestellt sind. „Das Thema dreht sich um den Heimatbegriff. Deshalb war der Gruß ,Willkommen‘ naheliegend“, so Lüttringhaus. In der Werkstatt fertigten seine Schüler Kacheln für 16 Schilder an, die Willkommen in verschiedenen Sprachen zeigen. Außerdem sind darauf Gesichter zu sehen. „Die haben wir modelliert und glasiert. Dann haben wir Lichter in die Augen gesetzt und die Kabel verlötet“, erklärt Dilan. Wer sich eine Karte in der Bürger-Information holt, kann der Rallye durch die Innenstadt folgen, die richtigen Willkommens-Grüße eingeben, bis zum 8. August abgeben und hat die Möglichkeit, Einkaufsgutscheine im Wert von 5 bis 20 Euro zu gewinnen. Die Rallye ist nur der Anreiz. Ulrich Lüttringhaus hat vor allem auch Schulen angeschrieben, sich an der Friedensrallye zu beteiligen: „Es soll ein niederschwelliges Angebot sein, bei dem sich auch Kinder und Jugendliche mit der Flüchtlingsthematik auseinandersetzen können.“ Deshalb hat er die Einrichtung „Condrobs Puerto“ einbezogen. „Das hat sich bei dem Thema angeboten.“

„Unsere Jugendwohngemeinschaft in Augsburg verfügt über 18 Plätze für minderjährige unbegleitete Flüchtlinge“, sagt Lehrerin Ute Bracke. Eugenio und Ermias leben dort mit weiteren Jugendlichen. Sie haben auf der rechten Seite ihres Triptychons gemalt, was sie mit ihrer neuen Heimat Augsburg verbinden. Der FCA ist da genauso zu sehen wie Radeln an der Wertach, die Puppenkiste oder der Gaskessel. „Dort haben wir besonders gerne alle zusammen das Grenzenlos-Festival besucht“, erklärt Ute Bracke.

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