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Augsburg: Das Augsburger CO2-Restbudget schmilzt zusammen

Augsburg

Das Augsburger CO2-Restbudget schmilzt zusammen

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    Eine höhere Sanierungsquote mit besserer Fassadendämmung könnte etwas für den Klimaschutz in Augsburg bringen.
    Eine höhere Sanierungsquote mit besserer Fassadendämmung könnte etwas für den Klimaschutz in Augsburg bringen. Foto: Annette Zoepf (Archivbild)

    Umweltreferent Reiner Erben (Grüne) hat für März eine Zwischenbilanz angekündigt, was die bisherigen Bemühungen der Stadt Augsburg zur Reduktion des CO₂-Ausstoßes betrifft. Vor zwei Jahren setzte sich der Stadtrat das Ziel, den Ausstoß der Gesamtstadt auf ein Restbudget von 9,7 Millionen Tonnen CO₂ zu begrenzen - rechnerisch entspricht das der Menge, die Augsburg gemessen am Anteil an der Weltbevölkerung ausstoßen darf, um die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen. Schon damals galt das Ziel als sehr ehrgeizig und kaum einzuhalten - inzwischen ist faktisch klar, dass es nicht mehr einhaltbar ist. 

    Die Stadt hatte von Anfang an erklärt, dass eine Flankierung durch Landes- und Bundesgesetzgebung nötig sei, weil die Stadt viele Dinge gar nicht regeln könne. Aus eigener Kraft sei ein Restbudget von 20 Millionen Tonnen (Begrenzung auf zwei Grad) machbar. 

    CO₂-Restbudget: Stadträte kritisieren Vorgehen der Stadt Augsburg

    Im Umweltausschuss des Stadtrats berichtete Erben zuletzt über Bemühungen der Kommunen, Klimaschutz auf Landesebene stärker zu verankern. Die Möglichkeiten der Gemeinden und Städte seien nicht unendlich, heißt es in einer Resolution des Städtetags. Unwidersprochen blieben Erbens Ausführungen nicht. "Hier wird ein Papier nach dem anderen produziert, ohne dass vor Ort etwas rauskommt", so Bruno Marcon (Augsburg in Bürgerhand). Raimond Scheirich (AfD) wollte vorgerechnet haben, was die bisherigen Klimaschutzbemühungen überhaupt gebracht haben und wie viel Restbudget noch vorhanden ist.

    Erben konterte, dass es nicht um "Verzögerungstaktik" gehe, wie von Marcon unterstellt. Seit zwei Jahren gebe es schon sehr konkrete Maßnahmen. "Was sie genau bringen, ist nicht bezifferbar. Aber jede Beratung des Umweltamtes zu Energieeinsparungen trägt dazu bei, das Klima zu schützen." Zuletzt wurden in Augsburg pro Jahr um die zwei Millionen Tonnen CO₂ produziert - das würde bedeuten, dass von dem 9,7-Millionen-Tonnen-Restbudget nur noch fünf Millionen Tonnen übrig sind. Eine Studie im Auftrag der Stadt ging schon vor zwei Jahren davon aus, dass die 9,7 Millionen Tonnen bis 2027 aufgebraucht sein werden und das 20-Millionen-Tonnen-Budget bis 2040 einhaltbar wäre, wenn die Stadt alle Register zieht, von höheren Sanierungsquoten über emissionsfreie Mobilität bis hin zu einem Umbau der Wärmeversorgung. 

    Wärmenutzungsplan für Augsburg ist in Arbeit

    Ist das CO₂-Restbudget aufgebraucht, dürfen Wirtschaft, Haushalte und Verkehr nur noch so viel CO₂ erzeugen, wie durch Kompensationsmaßnahmen ausgeglichen werden kann. "Der Beschluss war wichtig, um deutlich zu machen, dass die Lage dramatisch ist und wir ins Handeln kommen müssen", so Erben. Aktuell entwickelt die Stadt zusammen mit den Stadtwerken einen Wärmenutzungsplan, um den CO₂-Ausstoß durchs Heizen zu reduzieren. Die Auswirkungen der jetzt schon umgesetzten Maßnahmen - etwa eine Photovoltaikpflicht oder die Erhöhung der Parkgebühren - dürften sich aufs große Ganze gerechnet hingegen eher in Grenzen halten. 

    Erben kündigte für März eine umfassende Darstellung zum Stand der Klimaschutzbemühungen in Augsburg an. Die bayerischen Städte haben sich unterschiedliche Ziele gesetzt. München, Regensburg und Ingolstadt wollen als Gesamtstadt bis 2035 klimaneutral sein, Fürth und Würzburg bis 2040. Augsburg verfolgt vorrangig das Ziel des Restbudgets. 

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