Augsburg: Erweiterung ist geplant: Deshalb zieht es Firmen in den Martinipark
Augsburg
Erweiterung ist geplant: Deshalb zieht es Firmen in den Martinipark
Der Augsburger Martinipark wächst stetig. Seit einigen Jahren kann man auf dem Areal im Textilviertel auch wohnen. Nun gibt es Expansionspläne für die Gewerbeflächen.
Der Martinipark in Augsburg ist in den letzten Jahren zu einem beliebten Wohn- und Arbeitsort geworden.Foto: Silvio Wyszengrad
Der Martinipark im Augsburger Textilviertel war lange Zeit lediglich als großes Areal für gewerbliche Nutzung bekannt. Dies hat sich in den zurückliegenden Jahren geändert: Hunderte neuer Wohnungen sind dort entstanden. Weil die Immobilien innenstadtnah liegen, sind sie zu einer bevorzugten Adresse für Mieter geworden. Die Martini-Firmengruppe verkauft keine Wohnungen, sondern vermietet sie. Dies gilt ebenso für die gewerblichen Bauten auf dem Gelände. Hier stehen in den nächsten Jahren weitere Investitionen an, Martini plant den Neubau weiterer Objekte. Die Nachfrage sei vorhanden, sagt Geschäftsführer Herbert Kriegel. Der Vermietungsstand im Martinipark beträgt derzeit 99 Prozent.
Die Feuerwehrerlebniswelt sitzt ebenfalls im Martini-Park. Foto: Silvio Wyszengrad
Entstanden ist zuletzt eine große Wohnanlage mit insgesamt 360 Wohnungen. Ein Teil der Mieter hat es nicht weit zum Arbeitsplatz, er liegt im Gewerbesektor des Parks. 216 Firmen haben gegenwärtig Räume im Martinipark bezogen, darunter viele kleinere Unternehmen und Dienstleister. Größter Mieter ist die Firma Freudenberg, die für ihre Vileda-Produkte bekannt ist. Zu den Mietern gehört ferner das Staatstheater Augburg mit einer Interimsspielstätte. Der Ausweichort war nötig geworden, weil das Große Haus in der Innenstadt über mehrere Jahre hinweg saniert wird. Im Martinipark sitzt zudem die Feuerwehrerlebniswelt.
Markante Backsteingebäude prägen das Erscheinungsbild des Martiniparks
Auf dem weiträumigen Areal stehen viele markante Backsteingebäude. Es wird aber auch versucht, alte Architektur mit neuen Elementen zu verbinden. So ist ein Gebäude zum Teil neu bezogen worden, das für einen Millionenaufwand ausgebaut wurde. Es sticht durch die gläserne Front in den oberen Stockwerken hervor. Kriegel: "Der Umbau der unteren Geschosse und der Neubau der oberen Geschosse nahm rund zwölf Monate in Anspruch." Die Arbeiten seien Ende 2022 fertiggestellt geworden. Vier Millionen Euro wurden investiert.
Auch Wohnen ist im Martini-Park möglich. 360 neuen Wohnungen sind zuletzt gebaut worden. Foto: Silvio Wyszengrad
Die Mietfläche des Gebäudes beträgt insgesamt rund 2300 Quadratmeter. Erdgeschoss und erstes Stockwerk des Gebäudes, das die Bezeichnung C1 trägt, wurden in den 1960er Jahren errichtet. Die Obergeschosse 2 und 3 wurden nun aufgesetzt. Eine Rechtsanwaltskanzlei und eine Steuerberatungsgesellschaft wurden als neue Mieter gewonnen. Von Seiten der Pluta Rechtsanwaltskanzlei heißt es in Bezug auf den Standort: "Die Verbindung von historischer Bedeutung und innovativer Nutzung zeichnet auch unseren verkehrsgünstig gelegenen Standort der Niederlassung im Martinipark aus." Man spricht bereits von einem "Zentrum für Kunst, Kultur und Wirtschaft in Augsburg".
Die Planung für die freien Baufelder im Augsburger Martinipark läuft bereits
Bei der Martini-Firmengruppe sieht man weiteres Entwicklungspotenzial im Textilviertel. Im Martinipark gebe es freie Baufelder, die man derzeit überplane, so Kriegel: "Hier werden in den kommenden Jahren hochwertige Gewerbe- und Büroflächen entstehen." Zu der finanziellen Größenordnung macht das Unternehmen gegenwärtig keine näheren Angaben. Das Volumen hänge vom Umfang der umgesetzten Gebäude ab und kann momentan noch nicht beziffert werden, lautet die Auskunft der Martini-Firmengruppe. Die Umsetzung könne flexibel und der Marktlage angepasst gestaltet werden. "Der früheste Einzugstermin erster Mieter wäre Mitte des Jahres 2026", so Kriegel. Die weitere Realisierung könne unmittelbar im Anschluss zeitversetzt erfolgen.
Denkbar ist zudem, dass bei einem weiteren Bestandsgebäude zusätzliche Stockwerke aufgestockt werden. Dies bedürfe jedoch einer sehr genauen Prüfung, so der Martini-Geschäftsführer: "Nicht jedes Bestandsgebäude verträgt die veränderte Statik. Manche ältere Gebäude weisen hier eine größere Reserve auf, andere wiederum sind hierfür nicht geeignet."
Früher mussten sich Besucher des Martiniparks an der Pforte anmelden
Der Martinipark liegt zwischen Textilmuseum und Häusern auf dem ehemaligen AKS-Gelände sowie der Amagasaki-Allee, auch als Schleifenstraße bekannt. Der Park war viele Jahre lang für die Öffentlichkeit schwer zugänglich. An Zufahrten gab es Schranken. Besucher, die mit dem Auto kamen, mussten sich an der Pforte anmelden. Weil immer mehr Firmen sich im Gewerbesektor ansiedelten, wurde die Zugangskontrolle aufgegeben. Mittlerweile ist die Zufahrt zu den Mietern problemlos möglich.