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Literatur

06.09.2020

Augsburg-Krimi mit Tourismus-Werbung

Der Turm der Ulrichsbasilika schaut Ulrike Vögl und Götz Beck, Tourismusdirektor der Regio Augsburg Tourismus GmbH, nicht zufällig über die Schulter: Der Erstling der Augsburger Krimiautorin – „Nackabatsch mit Todesfolge“ – lebt stark vom Lokalkolorit.
Bild: Martin Kluger, Regio Augsburg Tourismus GmbH

Ulrike Vögl lässt eine Hamburger Kommissarin in der Fuggerstadt ermitteln

Ein Krimi, um Touristen die Stadt Augsburg schmackhaft zu machen? Im neu erschienenen Krimi-Erstling der Augsburger Gymnasiallehrerin Ulrike Vögl sieht der Augsburger Tourismuschef Götz Beck eine Begleitwerbung für die aktuelle Tourismuskampagne „Urlaub daheim“ der Regio Augsburg Tourismus. Der Grund: Die Autorin hat diesen Kriminalroman mit dem Titel „Nackabatsch mit Todesfolge“ mit viel Lokalkolorit geschrieben.

„Es ist meine Stadt“, sagt Ulrike Vögl, die als gebürtige Augsburgerin die Stadt kennt und liebt, allein schon wegen ihres reichen historischen Erbes. Das Buch ist dem Genre „Cosy-Crime-Roman“ zuzuordnen. Es ist zwar ein Krimi, aber einer, bei dem kaum Blut fließt und in dem auch die Details der Polizeiarbeit eher eine untergeordnete Rolle spielen. „Es kam mir wesentlich auf die Charaktere an“, schildert es Ulrike Vögl.

Der Plot: Die Hamburger Kriminalkommissarin Helena wird nach Augsburg versetzt, wo sie mit ihrer Augsburger Kollegin Franzi zwei Morde aufzuklären hat. Anfangs fremdelt Helena sehr mit den Augsburgern – mit dem Dialekt, den sie kaum versteht und den die Franzi spricht, mit den Leberkäs-Semmeln, die man hier isst, und den Augsburgern selbst. „Dämliche Augsburger!“, mit diesem Ausruf beginnt der Krimi. Und auch in seinem Fortgang finden sich immer wieder Szenen, in denen der Typus des recht eigenen, grantigen „Augsburger Ureinwohners“ beschrieben wird, „ständig darauf bedacht, alles und jeden auszuschimpfen“. Dem Leser wird natürlich klar, dass das hoffnungslos überzeichnet ist – aber das ist dem Genre geschuldet. Am Ende steht die Erkenntnis, dass unter der rauen Schale des Augsburgers ein liebenswerter Kern steckt.

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Die Hamburger Kommissarin entdeckt Augsburg

Ein bisschen Krimi ist auch drin. Es geschieht ein Mord, bei dem das Opfer nach einem „Nackabatsch“ – was auf Augsburgerisch Schlag ins Genick heißen soll – zu Tode kommt. Den Täter haben die beiden Kommissarinnen bald, nach einem zweiten Mord jedoch zeigt sich, dass beide Fälle zusammenhängen und doch komplizierter zu lösen sind als zunächst gedacht. Die Leser begleiten dabei die Hamburger Kommissarin, wie sie, angeregt von ihrer herzlichen Augsburger Kollegin, die Stadt entdeckt.

Es begegnen Orte wie der Apothekergarten in den Rote-Tor-Wallanlagen, wo sich Helena Kräuter für ihren Tee schneidet, der Obere Graben mit dem Wasserrad, der Stadtmarkt und der Annahof, wo die Franzi erklärt, dass „unser Augschburger Baumeister Elias Holl“ nicht nur den Renaissancebau des ehemaligen Gymnasiums bei St. Anna, sondern auch das Rathaus erbaut hat.

Auf den ersten Seiten, ausgehend vom Stadtteil Oberhausen, wo sich der erste Mord ereignet, erfährt man in einem Absatz die Grunddaten der Stadt mit ihren 300000 Einwohnern und dem hohen Migrationsanteil der Bevölkerung – solche Erklärungen wirken ein bisschen aufgesetzt. Der Roman ist für den, der diese Art Krimi mag, ganz witzig und unterhaltsam, ob er sich jedoch wirklich als Einladung für Touristen nach Augsburg eignet, bleibt dahingestellt. Dieser Anspruch wirkt dann schon arg hoch gegriffen.

Ulrike Vögl: „Nackabatsch mit Todesfolge“, Digital Publishers, 230 Seiten, 9,99 Euro.

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