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24.09.2019

Elemente des Unendlichen

Eine Uraufführung elektronischer Klänge

„Edit 1/0/0/0“ – der Titel des letzten Jubiläumskonzerts im 1000. Jahr der Moritzkirche will entziffert sein: In der binären Kodierung entspricht diese Reihe der Dezimalzahl 8. Als Zahlensymbol zeichnet die liegende Acht eine endlose Umschlingung und das bezeichnet Unendlichkeit.

In diesen weiten Horizont stellten Markus Mehr und Harry Alt ihre elektronische Klangkompositionen, die in St. Moritz zur Uraufführung gelangten. Stefanie Sixt versah sie mit Visuals, sodass sich ein beziehungsreiches, sinnliches Gewebe ergab. Im sakralen Umfeld legt es sich nahe, von einem Preis der Elemente zu sprechen: Da quillt lebendiges Wasser rieselnd hervor. Da lodern die züngelnden Flammen des prasselnden Feuers. Da knistert und knackt die Erdkruste, als läge sie in Geburtswehen. Da säuselt die Luft in ätherischem Zauber. Und über die dämmrige Wand der Kirche huschen die passenden schwarz-weißen Projektionen.

Zart leiten die beiden Musiker immer wieder die einzelnen Sätze ein, vorsichtig angeschlagen am Vibrafon (Harry Alt) oder als anfangs leise schwingendes elektronisches Cluster (Markus Mehr). Mitunter bauen sich die Figuren gewichtig auf und entfalten Klangwucht, ohne lärmend zu werden. In zwei Sätzen kommt auch die menschliche Stimme ins Spiel als schillernd aufgefächerter Clusterklang des Kammerchors, den Stefan Saule mit sicherem Schlag hinein dirigiert.

Wie im Flug vergehen 60 Minuten mit immer neuen, spannenden musikalischen Einfällen. Das beeindruckte Publikum klatscht ergiebig.

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