Eine Pechsträhne plagt den Star dieses Abends. Seit Wochen tourt der Jazzer Hermeto Pascoal nun schon um die Welt, und das Unglück scheint ihm hinterherzureisen – bisher sind drei seiner Koffer auf dem Weg verschwunden. Spurlos. Und in diesem Gepäck lagen sogar Instrumente. Das alles erklärt Tilman Herpichböhm, Chef des Internationalen Augsburger Jazzsommers, als er das Publikum begrüßt: „Wir bitten daher um Verständnis, dass er heute nicht auf seinem Teekessel mit Trompetenmundstück spielen kann.“ Teekessel ? Ja. Pascoal musiziert mit Piano und Akkordeon. Aber eben auch mit Messern, Radkappen, Steinen, Teekannen. Und das seit sechs Jahrzehnten. In Augsburg bot der Jazzer mit dem schneeweißen Haar nun – trotz der Verluste – eine Show mit brasilianischen Rhythmen und Klangspielereien. So trieb der Sound des Urwalds Blüten, mitten im Botanischen Garten.
Internationaler Jazzsommer