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  4. Interview: TV-Kommissar Roland Jankowsky: "Ich lese lieber Krimis als Liebesromane"

Interview
23.01.2023

TV-Kommissar Roland Jankowsky: "Ich lese lieber Krimis als Liebesromane"

Der Schauspieler Roland Jankowsky ist als schrulliger Kommissar Overbeck sehr beliebt: "Wilsberg" ist der Name der ZDF-Krimiserie, in der er diese Rolle spielt und die im westfälischen Münster spielt.
Foto: Guido Kirchner, dpa

Er spielt den Kommissar Overbeck in der Serie "Wilsberg": Roland Jankowsky blickt voraus auf seine Lesung in Augsburg und verrät, ob er selbst gerne Polizist wäre.

Herr Jankowsky, es ist unter anderen auch der von Ihnen dargestellte etwas schrullige Kommissar Overbeck, der der ZDF-Serie "Wilsberg" zu Kultstatus verhalf. Was schätzen Sie an der Rolle?

Roland Jankowsky: Man muss das trennen – in die Anfangszeit und die späteren Jahre. Anfangs hatte Overbeck noch gar keinen Namen und hieß nur Assistent. Da war von Wilsberg auch gar keine Reihe geplant. Als es dann weiterging, konnte die Rolle nicht nur "der Assistent" sein, und da meinte die Kollegin Rita Russek: "Wie wäre es denn mit 'Overbeck'?" Seitdem heißt er so. Anfangs hatte ich nur zwei bis drei Sätze. Die Regisseure wussten mit der Rolle zunächst nichts anzufangen. Da hieß es dann bei der Besprechung: "Ach, wir haben ja noch Overbeck. Wo stellen wir denn den noch hin?" Da fühlte man sich ein wenig wie eine Stehlampe. An diese Zeit erinnere mich nicht wirklich gerne. Wenn es so weitergegangen wäre, dann hätte ich sicher irgendwann die Reißleine gezogen.

Und wie rückte Overbeck dann ins Zentrum des Geschehens?

Jankowsky: Zum Glück gab es eine Zäsur, um das Jahr 2006. Da sah ein Regisseur mehr Potenzial in meiner Rolle. Der wiederum konnte Redaktion und Produktionsfirma für seine Idee gewinnen. Da wurden dann so Sachen wie die Sonnenbrille eingeführt. Overbeck wurde cooler, so ein bisschen wie einer aus CSI Miami. Ab dieser Zeit durfte Overbeck mehr machen, auch den Narren spielen, der sich immer mal wieder verrennt. Seitdem macht mir diese Rolle viel Spaß.

Insgesamt sind das jetzt 25 Jahre. Macht das wirklich immer noch Spaß nach so langer Zeit?

Jankowsky: Ja, klar. Die Autoren arbeiten sich am Overbeck immer noch ab. Zuletzt musste ich schon bei der Lektüre des Drehbuchs lachen, als Overbeck zum Frauenbeauftragten wurde und von "wir Feministen" sprach. Oder er ist auch mal Esoteriker und macht in Heilsteinen oder hat ein Profiler-Seminar beim FBI mitgemacht. Kurz und gut: Overbeck darf so vieles, dass es auch mir nicht langweilig wird.

Obwohl Sie in Filmen wie "Der Clown" und "Barschel" dabei waren und in Serien wie "Soko", spielen Sie auch noch an Theatern und geben regelmäßig Lesungen. Wo sehen Sie sich eher: vor der Kamera oder auf der Bühne?

Jankowsky: Angefangen habe ich ab der sechsten Schulklasse mit Theater. Die Bühnenluft hat mich seitdem nicht mehr losgelassen. Gute Kritiken haben mich damals auch beflügelt. Dann begann es mit den ersten Fernsehsachen. Was mach' ich also lieber? Lange passte das Theater gut zwischen die TV-Drehblöcke. Irgendwann wurde das aber stressig, auch wenn es eine gute Schule war, die Disziplin und einen langen Atem erfordert. Da bin ich morgens um halb sechs aufgestanden, dann ging es zum Dreh und abends ging es ab in die Maske. Ab acht Uhr stand ich auf der Bühne. Und nachts habe ich neuen Text gelernt. Da kam ich schon auf den Felgen daher. Wie sagt man? Da weiß man, wo der Frosch die Locken hat. Ich möchte die Zeit nicht missen, aber dann haben sich die Krimilesungen entwickelt. Weil die immer erfolgreicher wurden, ich aber auch noch Zeit für die Familie haben möchte, spiele ich seit einigen Jahren kein Theater mehr.

Sie gastieren dieses Jahr erstmals in Süddeutschland mit Ihrer Lesung. Dann erzählen Sie, wie am 24. Januar in Augsburg, "kriminelle Kurzgeschichten". Was erwartet die Zuschauer?

Jankowsky: Das sind seit den Anfängen vor zehn Jahren schräge, kriminelle, humorvolle Kurzgeschichten. Da trifft auch nicht jede Kugel den Richtigen. Es geht ein bisschen blutig zu und gleichzeitig hauen sich die Leute auf die Schenkel und lachen. Der Unterhaltungsfaktor ist groß. Es ist auch mehr Ein-Mann-Theater als Lesung, ich schlüpfe in bis zu zehn unterschiedliche Rollen und Dialekte.

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Kommen zu diesen Lesungen auch viele Wilsberg-Fans?

Jankowsky: Natürlich! Für mich ist das die Möglichkeit, mein Publikum zu sehen. Das sind Eltern, die auch ihre Kinder mitbringen, die dann vielleicht gerade mal zehn sind. Denn Wilsberg-Krimis sind nicht so blutig und gewaltvoll wie andere. Bei uns geht es ja primär nicht um den Mord, sondern um die Konstellation der Figuren. Wir sind ein Familienkrimi. Die ältesten meiner Zuschauer sind Mitte 90, die jüngsten sind zehn Jahre alt. Und dann sind sicher auch Neugierige dabei, die Wilsberg gar nicht so genau kennen.

Nervt es Sie eigentlich, wenn Sie bisweilen nur auf Overbeck reduziert werden, oder empfinden Sie das eher als Auszeichnung?

Jankowsky: Eher Letzteres. Natürlich kann man das als Schublade empfinden, aber die muss erstmal gefüllt werden. Die Zuschauer kennen mich seit 25 Jahren, ich bin regelmäßig in ihren Wohnzimmern, für manche bin ich Teil der Familie geworden. Und diese Overbeck-Schublade hat mir diese erfolgreichen Lesungen auch erst ermöglicht. Dabei habe ich ja auch viel mehr auf Lager als nur den Overbeck. Die Leute lernen mich durch die Lesungen auch jenseits der Overbeck-Rolle kennen. 

Deutschland ist eine Krimi-Hochburg, die Fernsehprogramme sind geradezu überschwemmt davon. Was fasziniert Sie persönlich an diesem Genre, dass Sie es sogar für die Bühne nutzen?

Jankowsky: Ich lese tatsächlich auch privat lieber Krimis als Liebesromane. Was ich vor einiger Zeit wiederentdeckt habe, sind die alten Kommissar-Maigret-Bücher, die sehr reduziert und gut geschrieben sind. Genau wie Mankells Wallander. Was ich aber auch liebe, obwohl sie vielleicht etwas seichter sind – die Krimis von Kommissar Dupot, der in der Bretagne ermittelt. Denn die liebe ich, seitdem ich dort mit meinem Vater auf dem Fahrrad unterwegs war, da muss ich so zwölf gewesen sein. Auch das Kulinarische wird in diesen Krimis richtiggehend zelebriert. Und ich schaue auch gerne englische und skandinavische Krimis, aber auch Komödien. Deutscher Humor ist ja speziell, hinter der Grenze funktioniert der nicht mehr.

Obwohl die Deutschen Krimis lieben und täglich im Fernsehen beste Werbung für den Polizistenberuf gemacht wird, hat die Polizei Probleme, Nachwuchs zu rekrutieren. Woran, glauben Sie, liegt das?

Jankowsky: Das liegt unter anderem daran, dass der Staat immer mehr bei den Sicherheitsbehörden spart. Aber an Polizei zu sparen und Wachen zusammenzulegen, wie das beispielsweise in Köln passiert, ist nicht zweckdienlich. Früher gab es noch den Polizisten im Viertel, aber der fiel vielerorts dem Sparzwang zum Opfer.

Ein anderer Grund könnte sein, dass der Polizistenjob immer härter wird. Wenn man die Krawalle an Silvester in Berlin gesehen hat, ist das schon heftig. Was muss geschehen, damit solche Ausschreitungen nicht zur Regelmäßigkeit werden?

Jankowsky: Ja, die Hemmschwelle Polizisten anzugehen, aber auch harmlose Passanten, scheint mir deutlich gesunken zu sein. Die werden zusammengeschlagen, kommen ins Krankenhaus. Dass diese Typen an Silvester Böller und Raketen in Rettungswagen geworfen und geschossen haben, macht mich fassungslos! Es wäre in solchen Fällen auch interessant zu ermitteln, warum sich die Gewaltbereitschaft so erhöht hat. Vielleicht liegt es auch daran, dass die Bestrafung nicht ordentlich erfolgt. Die Täter werden oft erst nach Jahren zur Rechenschaft gezogen, weil die Justiz überlastet ist und eingespart wurde. 

Brauchen wir schärfere Gesetze?

Jankowsky: Zumindest sollten die Möglichkeiten, die die aktuellen Gesetze bieten, konsequenter ausgeschöpft werden.

Sehen Sie da in diesem Zusammenhang auch ein Integrationsproblem?

Jankowsky: Das ist ein schwieriges Pflaster. Ich kann mich durchaus noch an Zeiten erinnern, als es bei mir mit der Schauspielerei noch nicht so gut lief. Da musste ich, um mein Leben zu finanzieren, noch in Nebenjobs arbeiten. Weil ich ein guter Schwimmer bin, habe ich damals als Bademeister gearbeitet. Da traf ich dann auch auf Badegäste mit Migrationshintergrund. Das mag die dritte oder vierte Generation gewesen sein, Burschen, die einen halben Kopf größer waren als ich. Die sind völlig anarchisch von der Seite ins Becken gesprungen, auch mal anderen auf den Kopf. Das konnte ich nicht durchgehen lassen, weil so etwas lebensgefährlich ist. Wenn ich aber etwas gesagt habe, dann drohte mir derjenige mit all seinen Brüdern, mit denen er mir nach Feierabend vorm Bad auflauern wollte. Außerdem ist da die Frage: Ist das ein Migrationsproblem oder ein Integrationsproblem? Ich glaube, dass auch die deutschen Stammtische mit schuld daran sind, dass diese jungen Männer nie eine richtige Chance hatten, sondern von klein auf stigmatisiert wurden. Auch die Ausländerviertel in Städten spielen eine Rolle, weil sich diese Menschen dort nie integrieren mussten, weil sie in ihrem Mikrokosmos leben, aber in vielen Stadtteilen auch gar keine Wohnung bekommen. Aber das ist ein komplexes und schwieriges Thema.

Hätten Sie sich denn selbst vorstellen können statt Schauspieler Polizist zu werden?

Jankowsky: Nein. Mein Vater war ein Handwerker, daher habe ich im Zweifel eher zum Handwerk einen Bezug. Ich kann das ganz gut und mir macht es Spaß zuzuschauen, wie mit der Hände Arbeit etwas entsteht. Da ist ein engerer Bezug zum Geschafften da als beim Film, den man erst Monate nach den Dreharbeiten sieht.

Zur Person: Roland Jankowsky wurde 1968 in Leverkusen geboren, seine Karriere begann am Hamburger Schauspielhaus. Im Parktheater Göggingen gibt er am Dienstag, 24. Januar, um 19.30 Uhr eine Krimi-Lesung mit dem Titel "Wenn Overbeck kommt ...".

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