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Griechisches Glück in Augsburg

25.04.2019

„Man kann es nicht in Worte fassen“

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2 Bilder
So feierten die Fans von Paok Thessaloniki ihre Helden: Der oben offene Bus mit den Spielern kam in der Menschenmenge kaum voran. Paok holte nach 34 Jahren wieder den griechischen Titel.
Bild: AFP/

Thomas Gkiosis ist Vorstandsmitglied beim FC Hellas Augsburg – und glühender Anhänger von Paok Thessaloniki

Paok Thessaloniki ist erstmals seit 34 Jahren wieder griechischer Meister. Was bedeutet das für den Verein und die Stadt?

Thomas Gkiosis: Man kann es nicht in Worte fassen. Die Stadt und die Fans freuen sich natürlich, nach so vielen Jahren wieder einen Meistertitel feiern zu dürfen. Aber wer Videos und Fotos vom Sonntag gesehen hat, kann sich ein Bild davon machen, was da los war.

Also alles in hellem Aufruhr...

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Gkiosis: Es ist unbeschreiblich, 34 Jahre waren viel zu viel. Es ist ein Glücksfall, dass Ivan Savvidis 2012 den Verein übernommen hat. Er hat viel Geld investiert, das hat sich gelohnt.

Stichwort Savvidis: im März 2018 lief er nach einem aberkannten Tor Paoks auf das Spielfeld in Richtung des Schiedsrichters und hatte dabei gut sichtbar eine Schusswaffe in seinem Holster. Wie hat sich das später für ihn ausgewirkt?

Gkiosis: Präsident und Besitzer des Vereins ist er immer noch, aber es wurde eine dreijährige Stadionsperre gegen ihn verhängt. In der Zeit darf er kein Fußball-Stadion betreten und Spielen oder Veranstaltungen beiwohnen. Es ist ein bisschen schade, dass er bei keinem der Spiele dabei sein durfte; er ist ja sozusagen der „Meistermacher“.

Es ist jetzt der dritte Meistertitel nach 1976 und 1985, mit der Anzahl ist man mit dem großen Stadtrivalen Aris gleichgezogen. Endlich nicht mehr Nummer zwei?

Gkiosis: Nummer zwei ist Paok schon lange nicht mehr, Zahlen sind da so eine Sache. Pokalsiege zum Beispiel haben wir wesentlich mehr als Aris. Es ist aber natürlich ein schönes Gefühl, Nummer eins der Stadt zu sein. In Griechenland braucht Paok noch viele Titel, um Olympiakos Piräus mit 44 Meisterschaften einzuholen, aber die werden in den nächsten Jahren schon kommen (lacht).

Olympiakos ist als eigentlicher Abonnementmeister zum zweiten Mal in Folge nicht Tabellenerster geworden. Befindet sich die Liga im Wandel?

Gkiosis: Als Paok-Anhänger hoffe ich natürlich, dass es so weitergeht. Es ist schon ein großer Schritt nach vorne, dass es nicht immer denselben Meister gibt. Das zeigt, dass es im griechischen Fußball nach vorne geht. In den nächsten Jahren wird der Titel wohl zwischen Olympiakos, Aek Athen und Paok ausgemacht werden.

Wie hat sich das mit Ihnen und Paok entwickelt? Was verbindet Sie mit diesem Verein?

Gkiosis: Ich selbst bin gebürtiger Augsburger, mein Vater ist aber in Giannitsa in der Nähe von Thessaloniki geboren worden. Er ist auch ein treuer Paok-Fan, über ihn bin ich zu dem Verein gekommen. Mittlerweile bin ich Dauerkartenbesitzer und versuche, so oft wie möglich vor Ort zu sein. Mein Ticket gilt für einen Platz auf der Gegengeraden und hat 250 Euro gekostet. Diese Saison war ich leider nur bei drei Spielen – in der Europa League gegen Chelsea London, in der Liga gegen Aek Athen und beim 3:1 gegen Olympiakos Piräus.

Kapitän der Meistermannschaft ist der ehemalige Wolfsburger Vieirinha. Vor zwei Jahren kehrte er zu seinem „Herzensverein“ Paok zurück. Was bedeutet er für den Verein?

Gkiosis: Er ist hergekommen, um Titel zu gewinnen. Das hat er bei seiner Rückkehr deutlich gemacht, und das hat er jetzt auch geschafft. Wir sind stolz auf ihn. Er hat sein Wort gehalten. Schade ist aber, dass er jetzt mehrere Monate mit einem Kreuzbandriss ausfallen wird.

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