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Bayern
22.09.2021

SEK-Einsatz auf A9: Polizei schließt Geiselnahme aus

Polizisten und Helfer standen mit ihren Fahrzeugen auf der Autobahn 9 nachdem eine möglich Geiselnahme in einem Bus auf der Autobahn gemeldet wurde.
Foto: Goppelt, Vifogra, dpa

Was mit einem Streit zwischen Fahrgästen in einem Reisebus begann, endet in einem SEK-Einsatz. Die Polizei hat den Tatverdächtigen festgenommen und geht aktuell von keiner Geiselnahme aus.

Nach dem Verdacht auf Morddrohungen und einer mutmaßlichen Geiselnahme in einem Reisebus auf der Autobahn 9 in Bayern schließt die Polizei nun aus, dass es sich um eine Geiselnahme gehandelt hat. Sonderkräfte der Polizei hatten am Dienstagabend nach einem stundenlangen Großeinsatz auf der A9 zwischen Hilpoltstein und Greding einen 30 Jahre alten Tatverdächtigen festgenommen. Der Mann verletzte in einem Reisebus zwei Fahrgäste. Zeugen hatten der Polizei zufolge zunächst von einer bedrohlichen Lage und auch einer Waffe gesprochen.

Zwischenzeitlich soll der Tatverdächtige in einer psychiatrischen Fachklinik untergebracht worden sein. Ein Ermittlungsrichter habe einen Unterbringungsbefehl erlassen, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft am Mittwochnachmittag mit. Es sei nicht auszuschließen, dass sich der Mann in einem psychischen Ausnahmezustand befinde. Ein psychiatrischer Sachverständiger habe mit dem Beschuldigten gesprochen und sei zu dem Schluss gekommen, dass eine verminderte Schuldfähigkeit nicht auszuschließen sei, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Diese wäre aber Voraussetzung für einen Haftbefehl.

Eine Geiselnahme habe zu keinem Zeitpunkt vorgelegen, sagte ein Polizeisprecher. Zeugen hätten von einer bedrohlichen Lage und auch einer Waffe gesprochen. Es sei aber keine Waffe gefunden worden. Nach bisherigen Erkenntnissen war es der Polizei zufolge am Dienstagnachmittag in dem Bus mit Fahrtziel Serbien zu einer körperlichen Auseinandersetzung zwischen mehreren Fahrgästen gekommen, wobei zwei Menschen leicht verletzt wurden. Der Bus habe deshalb angehalten. Bis auf drei Busfahrer konnten alle Fahrgäste den Bus verlassen.

SEK-Einsatz auf A9: Streit zwischen Fahrgästen, Mann droht eine Waffe zu haben

Kräfte des Spezialeinsatzkommandos SEK griffen nach dem stundenlangen Großeinsatz, an dem Dutzende Beamte beteiligt waren, gegen 21.30 Uhr zu. Die Bild berichtete über Detonationen. Diese gingen nach Angaben des Sprechers auf Blendmittel zurück, die das SEK einsetzte, um den mutmaßlichen Täter abzulenken.

Der Reisebus stand auf der Autobahn 9 in Fahrtrichtung München.
Foto: Ralph Goppelt/Vifogra/dpa

Der Tatverdächtige sei dann "widerstandslos" festgenommen worden. Laut Polizei hatten die Beamten über das Handy eines Busfahrers Kontakt ins Fahrzeug aufgenommen, wo sich der mutmaßliche Geiselnehmer mit den Fahrern aufgehalten habe.

Polizei sperrte A9 zwischen Hilpoltstein und Greding in beide Fahrtrichtungen

Zum Zeitpunkt des Zugriffs hatten drei Busfahrer - zunächst war die Rede von zwei Fahrern gewesen - und alle übrigen Passagiere das Fahrzeug bereits verlassen. Der Bus war unterwegs in Richtung München und sollte laut Polizei weiter nach Serbien fahren.

Polizisten und Helfer stehen mit ihren Fahrzeugen auf der Autobahn 9.
Foto: Ralph Goppelt, Vifogra,dpa

Die Polizei hatte bereits nach der Alarm-Meldung vom frühen Abend die Autobahn 9 zwischen den Anschlussstellen Hilpoltstein und Greding in beide Fahrtrichtungen komplett gesperrt. Es bildeten sich Staus. Gegen 22.30 Uhr wurde die Strecke wieder freigegeben. Am späten Abend floss der Verkehr dann wieder. Auch die Bahnstrecke, die entlang der Autobahn verläuft, war zeitweise gesperrt. (dpa)

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