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Beim Abi sollte die Politik nicht nachgeben

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Kommentar Von Sarah Ritschel
06.06.2019

Zehntausende Menschen im Internet finden, dass das bayerische Mathe-Abi zu schwer war. Doch das Kultusministerium sollte nicht einknicken.

Esieht ganz danach aus, als hätten 75000 Menschen umsonst die Petition unterschrieben, die eine großzügige Bewertung des Mathe-Abiturs fordert. Kultusminister Piazolo (Freie Wähler) will bei der Punktevergabe kein Auge zudrücken. Und damit hat er recht.

Glaubt man den Prognosen, fällt die Mathe-Prüfung 2019 ein klein wenig schlechter aus als zuletzt. Zwischen 2011 und 2018 schwankte der Schnitt zwischen 2,81 und 3,11. Heuer erwarten Korrektoren ein Ergebnis von 3,3. Man muss kein Statistikprofi sein, um diese Abweichung als minimal zu definieren. Das ist keine Verschlechterung, die man allein auf die Klausur zurückführen kann. Vielleicht waren die Abiturienten einfach weniger gut vorbereitet.

Eine Petition würde auf die andere folgen

Passt Bayern die Noten an, ist mit einer Petitionsflut zu rechnen. Reihenweise Schüler würden gegen ihre Noten rebellieren – manchmal zu Recht, oft aber nur, um einen Sündenbock fernab von sich selbst zu suchen.

Die größte Ungerechtigkeit beim Abi liegt ohnehin ganz woanders. Von einer „Allgemeinen Hochschulreife“ kann keine Rede sein. In Berlin etwa ist Mathematik als Prüfungsfach nicht einmal Pflicht. Noch dazu sind die Prüfungen je nach Bundesland unterschiedlich und erwiesenermaßen auch unterschiedlich schwierig. Das ist am Ende sehr wohl relevant – und zwar für die Zukunft eines jeden Schülers. Die sollte nicht davon abhängen, in welchem Bundesland die eigene Schule steht.

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