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Bergrettung

28.09.2020

Berg-Drama im Schneegestöber: Bergwacht Hinterstein rettet verzweifelte Wanderin

Mit 16 Einsatzkräften rettete die Bergwacht Hinterstein eine Wanderin.
Bild: Tobias Wechs/Bergwacht Hinterstein

Im Schneetreiben und bei Dunkelheit bringt die Bergwacht Hinterstein eine Wanderin ins Tal. Sie war trotz schlechter Wetterprognose alleine losgezogen.

Ein harter Einsatz für die Hintersteiner Bergwacht mit glücklichem Ausgang: Am späten Freitagabend erreichen die Retter eine 39-jährige Bergsteigerin, die trotz des schlechten Wetterberichts alleine losgezogen war. Das berichtet die Bergwacht auf Facebook. Sie wollte vom Prinz-Luitpoldhaus zur Landsberger Hütte laufen, verlor oberhalb des Schrecksees auf knapp 2000 Metern Höhe aber die Orientierung. Bei dichtem Nebel und Schneetreiben fand sie den markierten Weg nicht mehr und setzte einen Notruf ab.

Ein Rettungshubschrauber brachte die Bergwacht-Mannschaft auf 1300 Meter Höhe - wegen des heftigen Schneefalls konnte er nicht weiter in die Berge fliegen. Zwei Stunden lang kämpften sich die Retter bergauf, bis sie die Frau erreichten.

Wetter und frühe Dunkelheit können schnell zur Gefahr werden

Obwohl sie fünf Stunden bei Kälte und starkem Schneefall warten musste, konnte sie den Weg ins Tal zu Fuß antreten, so die Bergwacht weiter. Inzwischen wagte der Pilot eines Polizeihubschraubers trotz heftiger Schneeschauer einen Start, holte die Wanderin und die Ausrüstung im Bereich der Taufersalpe (1300 Meter) ab und brachte sie zur Rettungswache in Hinterstein. Weitere Flüge waren nicht mehr möglich, sodass die Bergwacht-Mannschaft weiter zu Fuß absteigen musste. Nach insgesamt sechs Stunden war der Einsatz für die 16 Bergretter beendet.

Die Bergwacht weist darauf hin, dass bei Touren zu dieser Jahreszeit eine genaue Tourenplanung unerlässlich ist. Das Wetter und die frühe Dunkelheit können so schnell zur Gefahr werden. Besonders jetzt, nachdem sogar Lawinengefahr besteht.

Mit einer beeindruckenden Message beendet die Bergwacht ihren Facebook-Post

"Ja, die Gerettete muss den Einsatz aus eigener Tasche bezahlen, es sei denn, sie hat eine private Versicherung für Bergekosten. Wir bitten euch dringend, keine Kommentare zum Verhalten unserer Patienten abzugeben, auch wenn es in dem Fall ein klarer Fehler war, eine solche Tour bei den vorherrschenden Bedingungen zu unternehmen. Jeder Mensch macht Fehler und trifft mal falsche Entscheidungen. Die Bergwacht ist dazu da, Menschen zu retten unabhängig davon, warum jemand Hilfe benötigt!"

In den vergangenen Wochen kam es immer wieder zu schlimmen Bergunfällen im Allgäu und in der Grenzregion. In Vorarlberg starb ein Mann beim Bergsteigen, im Kleinwalsertal stürzte eine Frau über 100 Meter tief ab. Unglaubliches Glück dagegen hatte eine Wanderin in den Oberstdorfer Bergen. Sie überlebte einen Absturz aus 60 Metern Höhe.

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