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Allgäu

08.02.2015

Hexenjagd gegen Angehörige der Allgäuer Islamistin

Eine Allgäuerin soll mit ihren zwei Töchtern nach Syrien gezogen sein, um dort die Zweitfrau eines Terrorkämpfers zu werden.
Bild: Boris Roessler/Archiv (dpa)

Eine Allgäuerin ist mit ihren Töchtern nach Syrien gereist, um dort einen Dschihad-Kämpfer zu heiraten. Nun verfolgen Kamerateams und Reporter ihre beiden Kinder und Verwandte.

Die Angehörigen der Immenstädter Islamistin müssen derzeit einiges aushalten: Verwandte von Andrea B. erzählen, dass Kamerateams und Boulevardjournalisten sie bis vor die Haustür verfolgen – ihnen und sogar den beiden Kindern, die inzwischen bei ihrem Vater wohnen, regelrecht nachgestellt haben.

Allgäuerin reiste mit ihren kleinen Töchtern in den Dschihad

Die 30-Jährige muss sich wie berichtet wegen Terrorverdachts verantworten und sitzt in Untersuchungshaft. Nach unbestätigten Informationen unserer Zeitung soll am Donnerstag, 26. Februar, der Prozess gegen die Frau vor der Staatsschutzkammer des Münchener Landgerichts I beginnen. Sie war laut den Ermittlern im Januar 2014 nach Syrien gereist, wo sie einen Dschihad-Kämpfer des Al-Kaida-Ablegers Dschabhat-al-Nusra geheiratet haben soll. Die Frau sei auch an Waffen ausgebildet worden, in ihrem Haus im Kriegsgebiet habe sie Waffen und Handgranaten gelagert. Die frühere Katholikin war mitsamt ihrer beiden Töchter in den „Heiligen Krieg“ gereist. Nach ihrer Rückkehr wurde Andrea B. verhaftet. Die vier und acht Jahre alten Kinder nahm danach der Vater, ein Allgäuer mit türkischen Wurzeln, zu sich.

Der 32-Jährige war schon vor gut einem Jahr durch die Hölle gegangen, als seine frühere Lebensgefährtin seine Kinder – für ihn völlig überraschend – mit nach Syrien nahm. Eine Bekannte erinnert sich: Der Mann habe um seine Töchter gekämpft und nun das Sorgerecht für seine Kinder. Was die beiden Mädchen vom Krieg in Syrien alles mitbekommen haben, sei noch nicht klar.

Allgäuer Islamistin: Kein Kontakt zur islamischen Gemeinde Immenstadt

Inzwischen wurden weitere Details über die Frau bekannt: Sie wohnte an der Stuibenstraße in Immenstadt, Bilder der Straße kursieren im Internet. Auf der einen Seite stehen Reihenhäuser aus den 70er- und 80er-Jahren, auf der anderen Seite große Wohnblocks. Deutsche, türkische, italienische, russische Namen stehen auf den Klingelschildern der Häuser. „Sie war eine ganz liebe Frau“, sagt eine Nachbarin. Eine andere, die die 30-Jährige nur flüchtig kannte, hatte sie vor ihrer Syrien-Reise immer mit Kopftuch herumlaufen sehen.

Andrea B. war offenbar über Bekannte in Kontakt mit dem Islam gekommen – zu der Zeit, als ihre zweite Tochter zur Welt kam. Zur türkisch-islamischen Gemeinde in Immenstadt hatte Andrea B. selbst allerdings keine Beziehungen, sagt deren Vize-Vorsitzender Sinan Yalcin. Der Kulturverein hat seinen festen Platz im öffentlichen Leben in der Allgäuer Kleinstadt, betreibt eine Moschee und bietet Deutschkurse und Hausaufgabenhilfe für Kinder aus verschiedenen Nationen an.

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