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München
25.07.2016

Internationale Pressestimmen zum Amoklauf in München

Trauernde vor dem Olympia-Einkaufszentrum in München.
Foto: Karl-Josef Hildenbrand (dpa)

Neun Menschen hat David S. am Freitag in München erschossen und dann sich selbst. Der Amoklauf in München sorgt weltweit für Schlagzeilen. Die internationalen Pressestimmen.

um  Amoklauf von München und seinen Folgen heißt es am Montag in der "Neuen Zürcher Zeitung": "Amokläufe hat es stets gegeben; es ist nicht einmal sicher, ob ihre Häufigkeit jüngst signifikant zugenommen hat. Denkbar wäre es. Die Globalisierung wird immer anspruchsvoller, die Angst, abgehängt zu werden, greift selbst im Mittelstand um sich. Die auf Computern, Spielkonsolen und Smartphones omnipräsenten virtuellen Welten von Spielen und sozialen Netzwerken könnten den Sinn für Realität und Fiktion durcheinanderbringen. Seit einigen Jahren bietet zudem die Gewaltideologie des Dschihadismus eine leicht verfügbare Oberfläche, auf der Propaganda, Selbstüberschätzung und Wahn die eigene Selbstaufgabe zur Heldentat des Terroranschlags umdeuten können. Trotzdem bleibt das Risiko, in Europa Opfer eines Amokläufers oder eines Terroristen zu werden, extrem gering. Es ist richtig, wenn sich Experten Gedanken darüber machen, wie das Risiko weiter reduziert werden könnte. Auch die Medien dürfen durchaus einmal kritisch darüber nachdenken, wie und was genau sie über solche Gewaltausbrüche berichten sollten."

Der Mailänder "Corriere della Sera" schreibt am Montag zum Anschlag von Ansbach und zum Amoklauf in München: "Der Alptraum, in den Deutschland gestürzt ist, scheint in diesen Stunden kein Ende mehr zu nehmen. An einem Tag, an dem die Nachrichten noch voll waren mit dem Schmerz über das Massaker von München und der Bestürzung über die Attacke in einem Zug vor gut einer Woche, haben zwei weitere Attacken die Nerven des Landes angegriffen. Deutschland ist aufgerieben von einer unerwarteten Anspannung, die nicht weniger zu werden scheint."

Zum Amoklauf von München schreibt die liberale lettische Tageszeitung "Diena" am Montag: "Das Argument lautet, dass der 18 Jahre alte Schütze ein Einzeltäter war und nicht einer Terrororganisation angehörte. Beschrieben wird er als "psychisch labil", ein gegenüber seinen Gleichaltrigen Groll hegender Außenseiter, der psychologische Hilfe benötigt hatte. Ganz spontan möchte man sagen: Gott sei Dank, dass er nur psychisch krank war, und dass es nicht ein weiterer organisierter Akt zur Einschüchterung des Westen war. Doch wie können eine für Militärzwecke hergestellte Glock-17-Pistole und 300 Patronen in seine Hände gelangen?!  Dies ist nicht Amerika, wo fast jeder die Möglichkeit hat, daran zu kommen - Deutschland ist bekannt für einige der strengsten Vorschriften für den Erwerb und Besitz von Waffen. Diese Tatsache allein lässt vermuten, dass es einen interessierten "Helfer" gab, der die emotionale Stimmung des jungen Menschen kannte."

Bei dem Amoklauf am 22. Juli 2016  sind zehn Menschen gestorben, darunter auch der Täter. In der Zeit danach gedachten viele Menschen den Opfern der Tat.
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Münchner gedenken der Opfern des Amoklaufs
Foto: Sven Hoppe, dpa

Zur Reaktion von Bundeskanzlerin Angela Merkel in der Öffentlichkeit auf den Amoklauf in München heißt es am Montag in der belgischen Zeitung "De Standaard": "Das lange Schweigen der Bundeskanzlerin blieb in den sozialen Medien nicht unbemerkt. Wir sind längst daran gewöhnt, dass Staatsoberhäupter und Regierungschefs unmittelbar auf solche dramatischen Geschehnisse reagieren. Ihre Reaktion ist dazu bestimmt, das Volk zu beruhigen, zu trösten, zu unterstützen. (...) Doch rasch öffentlich zu reagieren - auf was auch immer - ist nicht Merkels Stil. Die Bundeskanzlerin ist dafür bekannt, dass sie sich erst zu etwas äußert, wenn sie alle Fakten beisammen hat. Erst dann reagiert sie und zeigt gegebenenfalls auch ihre Emotionen. Deshalb hat sie Freitagabend zunächst noch geschwiegen. Und zwar zu Recht. Zu der Zeit war noch völlig unklar, was da gerade geschah. Ging es um nur einem Täter? Oder waren es drei? Was waren die Motive? War es ein terroristischer Anschlag oder der Amoklauf eines Einzelgängers? Erst nach Mitternacht hatte die Polizei Entwarnung geben können." 

Die konservative Zeitung "Lidove noviny" aus Tschechien schreibt am Montag nach dem Amoklauf in München: "Die Politiker führen immer wieder dieselben Argumente ins Feld: Erstens könne es keine absolute Sicherheit geben. Zweitens brauche man Geduld. Das sind rationale, logische und berechtigte Argumente. Doch sie konnten nur überzeugen, solange sich solche mörderischen Angriffe einmal alle paar Jahre ereigneten. Welche Wirkung haben sie noch in einer Zeit, in der wir jede Woche neue Schreckensnachrichten erhalten? Gerade diejenigen, die vor den angeblichen Rechtspopulisten warnen, sollten ahnen, dass diesen nichts mehr Wähler zutreibt als der obligatorische Aufruf zu Geduld und Besonnenheit nach jedem Anschlag."

Zum Amoklauf in München und dessen Instrumentalisierung durch Ungarns rechts-konservative Regierung schreibt die oppositionelle Budapester Tageszeitung "Nepszava": "Berichten zufolge war unter den Opfern auch ein ungarischer Jugendlicher, genauer: ein Junge, der seit zehn Jahren in Deutschland lebte, dort zur Schule ging und Doppelstaatsbürger war. (Ungarns Außenminister Peter) Szijjarto meinte, dass wir, nachdem der Terrorismus nun sogar ein ungarisches Opfer gefordert habe, an einem Markstein angekommen seien. Was für ein Markstein das sein soll, wissen wir nicht, denn auch bei den Anschlägen in Niza, Paris und Brüssel oder sogar beim 11. September 2001 hätte es ungarische Opfer geben können. (...) Dabei hatte München nichts mit der Einwanderung zu tun. Die ungarische Regierung (von Ministerpräsident Viktor Orban) ignoriert das aber. (...) Der ungarische Außenminister hat - auf Anweisung Orbans - die Tragödie von München mitsamt dem ungarischen Opfer dazu missbraucht, Reklame für die (ungarische) Volksabstimmung (am 2. Oktober über die Ablehnung der EU-Flüchtlingsverteilungsquoten) zu machen." 

Die liberale slowakische Tageszeitung "Sme" kommentiert am Montag Gewalttaten wie den Amoklauf von München: "Wir können nicht die Augen vor der Wahrheit verschließen, dass der Zustrom von Flüchtlingen auch das Sicherheitsrisiko erhöht. Und dass der radikale Islamismus gefährlich ist - wie jede Form von Fanatismus und Fundamentalismus. Ebenso ist aber auch wahr, dass die letzten beiden Angriffe (Nizza und München) das Werk übergeschnappter Einzelner waren, in denen gerade die gegenwärtige, über das Internet aufgepeitschte Atmosphäre das Bedürfnis zu töten hervorgerufen haben könnte."

Nach den tödlichen Schüssen in München herrschte Panik in der Stadt. Rund 2300 Polizisten waren am Abend und in der Nacht im Einsatz.
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Der Abend in Bildern: München im Ausnahmezustand
Foto: Felix Hörhager (dpa), Matthias Balk (dpa), Lukas Schulze (dpa), Andreas Gebert (dpa), Sven Hoppe (dpa)

dpa

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