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NSU-Prozess

27.11.2013

Mutter von Beate Zschäpe verweigert die Aussage

Die Angeklagte Beate Zschäpe im Gerichtssaal in München: Heute soll ihre Mutter in den Zeugenstand treten.
Bild: Peter Kneffel (dpa)

Im NSU-Prozess hat die Mutter von Beate Zschäpe die Aussage verweigert. Zschäpes Cousin berichtete dagegen, bereits in ihrer Jugend seien Zschäpe und er rechts gerichtet gewesen.

Die 61-Jährige Mutter der Hauptangeklagten Beate Zschäpe berief sich am Mittwoch vor dem Oberlandesgericht München auf das Zeugnisverweigerungsrecht, das ihr als Mutter zusteht. Sie widersprach auch der Verwertung ihrer Aussage bei der Polizei im Ermittlungsverfahren.

Cousin erzählt von rechtsgerichteter Jugend

Zschäpes 39-jähriger Cousin dagegen hatte am Mittwochvormittag eine Aussage gemacht. "Wir waren schon rechts gerichtet", sagte er. "Gegen den Staat, gegen Ausländer, gegen Linke, gegen alles." Der Kontakt zu Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe - dem späteren Trio des "Nationalsozialistischen Untergrunds" (NSU) - sei irgendwann abgebrochen. "Uwe Mundlos war mit meiner Lebenseinstellung nicht einverstanden, ich habe getrunken und Party gemacht - er hat mich als Asi bezeichnet", sagte der Cousin vor Gericht.

Mundlos habe keinen Alkohol mehr getrunken und sich in politische Aktionen "reingesteigert", erzählte der Zeuge. Einmal habe Mundlos in der Stadt einer "Zigeunerin" ein Stück Kuchen an den Kopf geworfen. Mit Zschäpe hingegen habe er, der Zeuge, sich nie über Politik unterhalten. Die Angeklagten im NSU-Prozess

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Am Nachmittag soll die Mutter von Beate Zschäpe vernommen werden

Am Nachmittag solle die Mutter von Beate Zschäpe als Zeugin vernommen werden. Als nahe Angehörige kann sie die Aussage vor Gericht verweigern. Im Ermittlungsverfahren hatte sich die Zahnärztin jedoch geäußert.

Das Verhältnis zu ihrer Tochter gilt als schwierig, in Vernehmungsprotokollen ist von einem Zerwürfnis die Rede. Die Bindung Zschäpes zu ihrer Großmutter ist enger; die Hauptangeklagte hatte sich selbst als "Omakind" bezeichnet.

Beate Zschäpe soll für die legale Fassade des NSU gesorgt haben

Den mutmaßlichen Terroristen des NSU werden zehn Morde und zwei Sprengstoffattentate zur Last gelegt. Zschäpe ist als Mittäterin an allen Anschlägen angeklagt. Sie soll für die legale Fassade des Trios gesorgt haben. (dpa/AZ) Karte Mordserie NSU

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