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Rosenheim

20.11.2018

Prozess um tödlichen Raser-Unfall geht in neue Runde

Zwei junge Frauen starben bei dem Unfall, zwei weitere Frauen wurden schwer verletzt.
Bild: Josef Reisner, dpa (Archiv)

War das riskante Kräftemessen von Rasern schuld am Tod zweier Frauen? Die Aufarbeitung des Unfalls bei Rosenheim ist auch zwei Jahre später nicht abgeschlossen.

Vor zwei Jahren, abends gegen 21.06 Uhr, setzt in einer langgezogenen Rechtskurve auf einer Straße in Rosenheim ein junger Autofahrer zum Überholen an. Das Manöver endet Sekunden später mit einem schweren Unfall. Der Wagen rast in einen entgegenkommendes Auto mit drei jungen Frauen. Zwei sterben; die dritte wird schwer verletzt, ebenso die Beifahrerin des Überholenden.

Der Unfall wird im nächsten Jahr erneut die Gerichte beschäftigen. Vor dem Landgericht Traunstein wird nach Angaben eines Sprechers voraussichtlich Anfang nächsten Jahres in zweiter Instanz gegen einen der in den Unfall verwickelten Fahrer verhandelt. Das Amtsgericht Rosenheim hatte den 24-Jährigen im Mai wegen fahrlässiger Tötung zu einer Haftstrafe von zwei Jahren ohne Bewährung verurteilt. Sein Anwalt und auch die Staatsanwaltschaft legten Berufung ein. Der Münchner Merkur hatte am Dienstag über den neuen Prozess berichtet. Das Verfahren könnte im Februar oder März 2019 beginnen, ein Termin steht aber laut Landgericht Traunstein noch nicht fest.  

Rosenheim: 21-Jährige und 15-Jährige bei Unfall gestorben

Der 24-Jährige hatte nach Auffassung des Amtsgerichts einen überholenden Wagen nicht einscheren lassen, obwohl Gegenverkehr in Sicht war. Das überholende Auto, das ein 25-Jähriger aus Ulm steuerte, konnte nicht mehr zurück in die Spur und krachte in einen entgegenkommenden Wagen mit den drei Frauen. Die 21-jährige Fahrerin sowie eine 15-Jährige starben. Deren damals 19-jährige Schwester überlebte schwer verletzt, ebenso die Beifahrerin des Ulmers. Dieser kam vor dem Amtsgericht mit einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und acht Monaten davon - ebenfalls wegen fahrlässiger Tötung. Dieses Urteil ist rechtskräftig. 

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Auch das Amtsgericht Rosenheim wird sich erneut mit dem Unfall befassen. Wahrscheinlich Anfang 2019 muss sich dort nach Auskunft eines Sprechers ein dritter Autofahrer verantworten, der ebenfalls den überholenden Wagen am Einscheren gehindert haben soll. Er kannte vorausfahrenden Fahrer, gegen den nun in Traunstein verhandelt wird.

Wollten sich die jungen Männer ein Rennen liefern?

Ob der Unfall geschah, weil die jungen Männer sich ein Rennen liefern wollten, war vor dem Amtsgericht offengeblieben. "Genau wissen wir es nicht", sagte der Vorsitzende Richter damals. Zumindest aber hätten beide rücksichtslos gehandelt. 

In Rosenheim gibt es eine Szene, die mehrfach mit Raserei und getunten Autos auffiel. Mit einer eigenen Ermittlungsgruppe erhöhte die Polizeiinspektion Rosenheim den Druck auf die sogenannte Auto-Poser-Szene. Auf bekannten "Raserstrecken" rückten die Beamten von November 2017 bis November 2018 zu 313 Lasermessungen aus. Dies habe zu 576 Beanstandungen und 39 Fahrverboten geführt, teilte die Polizei mit. Einen traurigen Rekord stellte ein 20-jähriger Österreicher auf, der mit Tempo 130 im Stadtgebiet unterwegs war. (dpa/lby)

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