1. Startseite
  2. Bayern
  3. Vater (23) schlägt Baby krankenhausreif

Memmingen

13.01.2020

Vater (23) schlägt Baby krankenhausreif

Ein schwerer Fall von Kindesmisshandlung beschäftigt Polizei, Staatsanwaltschaft und Jugendamt in Memmingen.
Bild: Patrick Pleul, dpa

Plus Ein Memminger sitzt wegen versuchten Totschlags in U-Haft. Die 16-jährige Mutter des Säuglings ist wieder auf freiem Fuß. Das Jugendamt sah keine Gefährdung.

Ein schwerer Fall von Kindesmisshandlung beschäftigt Polizei, Staatsanwaltschaft und Jugendamt in Memmingen. Seinen vier Monate alten Sohn hat ein 23-Jähriger offenbar so heftig geschlagen, dass der Säugling einen Schädel- und einen Fußbruch sowie Prellungen erlitt. Das Baby liegt im Klinikum, schwebt aber nicht mehr in Lebensgefahr.

Weiterlesen mit dem Plus+ Paket

  • Zugriff auf mehr als 200 neue Plus+Artikel pro Woche
  • Zugang zu lokalen Inhalten, die älter als 30 Tage sind
  • Artikel kommentieren und Newsletter verwalten
  • Jederzeit monatlich kündbar
Jetzt für nur 0,99 € testen

Weiterlesen mit dem Plus+ Paket

  • Zugriff auf mehr als 200 neue Plus+Artikel pro Woche
  • Zugang zu lokalen Inhalten, die älter als 30 Tage sind
  • Artikel kommentieren und Newsletter verwalten
  • Jederzeit monatlich kündbar
Jetzt für nur 0,99 € testen

Der Vorfall hatte sich am Wochenende ereignet. Demnach durfte der 23-Jährige seinen Sohn über Nacht in einem Unterallgäuer Ort bei sich haben – die 16-jährige Mutter des Kindes lebt noch bei ihren Eltern in Memmingen. Da sie minderjährig ist, teilt sie sich das Sorgerecht mit dem Jugendamt.

Im Laufe der Nacht kam der Vater offenbar nicht mehr mit seinem Kind zurecht und schlug es. Am Sonntagmorgen bemerkte die ebenfalls in der Wohnung lebende Oma erhebliche Verletzungen bei dem Baby und fuhr mit Sohn und Enkel ins Klinikum. Eine diensthabende Ärztin schaltete die Polizei ein. Die Beamten nahmen die im Krankenhaus anwesenden Eltern des Säuglings noch vor Ort vorläufig fest. Nach Informationen unserer Redaktion sagte der Vater zunächst, der Junge sei vom Sofa gefallen. Nach der ärztlichen Behandlung untersuchte ein Rechtsmediziner das Baby und fand angeblich neben den aktuellen auch ältere Verletzungen.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Memmingen: Vater ist polizeibekannt

Bei den Eltern des Buben handelt es sich um Deutsche; sie soll noch zur Schule gehen, er soll Hilfsarbeiter sein. Beide leben zwar nicht in einer gemeinsamen Wohnung, sollen aber ein Paar sein. Die beiden kämen aus sozial schwierigen Verhältnissen, hieß es.

Seit der Geburt wurde die Mutter wöchentlich drei bis vier Stunden im Haushalt durch eine sozialpädagogische Fachkraft unterstützt, teilte das Jugendamt Memmingen mit. Der letzte Kontakt bestand am 8. Januar. Das Kind habe sich „gedeihlich entwickelt“. Es habe keinerlei Anhaltspunkte für eine mögliche Gefährdung gegeben.

Indes ist der Vater polizeibekannt – wegen Diebstahls, Betrugs und Verkehrsdelikten. Jedoch nicht wegen sogenannter Rohheitsdelikte wie Körperverletzung. Am Montagnachmittag kam der 23-Jährige in Untersuchungshaft. Staatsanwaltschaft und eine Amtsrichterin sehen den Verdacht des versuchten Totschlags und der Misshandlung von Schutzbefohlenen. Die Mutter ist wieder auf freiem Fuß. Das Baby steht unter Obhut des Jugendamts.

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren