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FSME-Gefahr

25.06.2020

Zecken-Zeit: So schützen Sie sich vor gefährlichen Infektionen

Hyalomma-Zecken können Träger des für Menschen unter Umständen sogar tödlichen Krim-Kongo-Virus sein. Auch andere gefährliche Erreger können bei einem Biss in den Menschen gelangen.
Bild: Andrea Schnartendorff/Robert Koch-Institut, dpa (Symbolbild)

Plus Zecken suchen sich oft unbemerkt ein Plätzchen zum Blutsaugen auf unserer Haut. Die Insekten können FSME übertragen. Welche Regionen besonders gefährdet sind.

Bewegung an der frischen Luft ist - gerade in Zeiten der Ausbreitung des Coronavirus - empfohlen, um die Gesundheit zu fördern. Blühende Wiesen und sonnige Waldwege locken Ausflügler an. Doch bei allem Vergnügen ist nicht nur die Einhaltung der geltenden Abstandsregeln zu beachten. Vor allem in Süddeutschland sollten sich Wanderer und Spaziergänger jetzt nach Touren in der freien Natur auf Zecken absuchen.

Wann startet die Zeckensaison?

Normalerweise beginnt die Zeckensaison laut dem Robert-Koch-Institut (RKI) im Mai und endet im Oktober. Doch bei mildem Wetter sind krankheitsübertragende Zecken bereits im Winter aktiv. In Mitteleuropa finden sich die Insekten bis in Höhen von über 1300 Meter.

Welche Krankheiten werden von Zecken übertragen?

Zecken können bei einem Biss Borrelien oder Frühsommer-Meningoenzephalitis-Viren (FSME) auf den Menschen übertragen.

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Woran erkenne ich, eine Infektion durch einen Zeckenbiss?

Wer an Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) erkrankt, bekommt meist grippeähnliche Symptome. Manche Betroffenen erleiden einen zweiten Krankheitsgipfel mit einer Gehirnhautentzündung. Die Wahrscheinlichkeit für einen schweren Krankheitsverlauf steigt im Jugend- und Erwachsenenalter. Nur etwa fünf bis zehn Prozent der bis Januar 2020 an das RKI übermittelten Fälle von FSME traten bei Kindern unter 15 Jahren auf.

Wo befinden sich die Risikogebiet für FSME?

Ein hohes Risiko für eine FSME-Infektion besteht besonders in Bayern, Baden-Württemberg, Südhessen, im südöstlichen Thüringen und Sachsen. Deutschlandweit zählt das RKI (Stand Januar 2020) insgesamt 164 Kreise zu den Risikogebieten. 91 davon liegen in Bayern. Im Jahr 2020 hat das Institut die Liste um den Landkreis Schmalhalden-Meiningen in Thüringen, den Stadtkreis Dresden sowie den Landkreis Meißen in Sachsen erweitert. Kein Risikogebiet sind weiterhin das Stadtgebiet Augsburg, der Landkreis Dillingen an der Donau, der Landkreis Fürstenfeldbruck sowie das Stadtgebiet München und das Stadtgebiet Schweinfurt.

 

Das RKI spricht in seinem Epidemiologischen Bulletin vom Bestehen "größerer, weitgehend zusammenhängender FSME-Naturherde im Süden Deutschlands." In Deutschland gab es im Jahr 2019 insgesamt 444 Fälle von FSME, davon entfallen 174 auf Bayern. Das benachbarte Baden-Württemberg stellt mit 140 Fällen die zweitgrößte Hochburg dar. In Bremen und Hamburg gab es bisher im gesamten Zeitraum von 2002 bis 2019 keine Fälle. Andere Bundesländer wie Brandenburg und Nordrhein-Westfalen verzeichneten im genannten Zeitraum nur vereinzelte Infektionen und werden deshalb vom RKI nicht als Risikogebiete eingestuft.

Kann mích mich in einem Nicht-Risikogebiet mit FSME infizieren?

Auch in Nichtrisikogebieten in Bayern gab es in der Vergangenheit immer wieder Fälle von FSME. In Augsburg erkrankten zwischen 2002 und 2019 insgesamt vier Menschen, im Landkreis Dillingen und im Landkreis Fürstenfeldbruck jeweils eine Person und im Stadtgebiet München sogar 16 Personen.

Wo besteht überhaupt die Gefahr, von einer Zecke unbemerkt befallen zu werden? Die Insekten lieben Feuchtigkeit und lichte Wälder. Auch sind sie an Waldrändern und auf Flächen mit hohem Gras und Büschen zu finden. Zudem finden Zecken zum Teil in Gärten und Stadtparks gute Lebensbedingungen vor.

Wie kann ich mich vor Zeckenbissen schützen?

Schutz vor den Parasiten bietet helle, geschlossene Kleidung. Das RKI empfiehlt außerdem, beim Ausflug in die Natur auf festen Wegen zu bleiben. Zeckenschutzmittel wirkten nur begrenzt.

Nach einem Zeckenbiss: Welche Maßnahmen helfen?

"Bei Zeckenbefall sollte die Zecke immer umgehend entfernt und die Wunde desinfiziert werden", heißt es im Bericht. Doch auch das schnelle Entfernen kann nur verhindern, dass Borrelien übertragen werden. FSME-Viren können bereits am Anfang des Saugaktes ins Blut gelangen, Borrelien erst nach 24 Stunden.

Impfung: Wie kann ich mich vor FSME schützen?

Gegen die FSME und ihre Krankheitserscheinungen kann eine Impfung schützen. Nach Angaben der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) allen Personen, die in einem Risikogebiet wohnen oder sich dort in der Natur aufhalten und von Zecken gestochen werden könnten, eine Impfung. Dazu zählen Spaziergänger, Camper, Jogger und im Freien spielende Kinder. Die Impfung hilft nicht gegen Borreliose.

Für Reisende in Länder wie Tschechien, Österreich, die Schweiz, Polen und Frankreich empfiehlt das RKI ebenfalls eine Impfung. Und auch wenn das Reiseziel in fernöstlichen Regionen liegt sollte laut dem Institut über eine Impfung nachgedacht werden. Dort und in Finnland gibt es einen Typ des Virus, der noch häufiger schwere gesundheitliche Folgen mit sich bringt als der zentraleuropäische Typ.

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