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Studie

13.04.2017

Soziale Netzwerke wie Facebook beeinträchtigten das Wohlbefinden

Facebook verbessert das soziale Netzwerk nicht unbedingt. Stattdessen ist es sinnvoller, offline Kontakt zu anderen Menschen zu suchen. Das bestätigt eine neue Studie.
Bild: Oliver Berg/Archiv (dpa)

Welche Auswirkungen haben Facebook und andere soziale Netzwerke? Eine neue Langzeitstudie belegt: Die Nutzung von Facebook wirkt sich negativ auf das Wohlbefinden aus.

Persönliche soziale Interaktionen, bei dem man dem anderen "face to face" gegenübersteht - von Angesicht zu Angesicht - fördern das Wohlbefinden. Die Allgegenwart von sozialen Medien wie Facebook habe die Frage aufgeworfen, wie soziale Interaktionen im Internet sich auf das Wohlbefinden von Nutzern solcher Plattformen auswirken, schreiben US-Forscher in ihrem Studienbericht. Veröffentlicht wurde dieser im "American Journal of Epidemiology".

Was lösen soziale Netzwerke wie Facebook aus?

In ihrer Studie werteten die Wissenschaftler aus, inwiefern soziale Interaktionen sowohl offline als auch online mit subjektivem Wohlbefinden assoziiert werden. Für ihre Untersuchung nutzten sie eine repräsentative Umfrage der Gallup Panel Social Network Study. So konnten sie Datensätze von 5.208 Menschen auswerten, die im Rahmen der Umfrage in den Jahren 2013, 2014 und 2015 zusammengestellt worden waren. Dabei wurden auch objektive Maße der Nutzung von Facebook mit einbezogen.

Die Forscher untersuchten, welche Verbindungen die Teilnehmer zwischen ihrer Aktivität auf Facebook und der Selbsteinschätzung in den Bereichen körperlicher sowie mentaler Gesundheit, Zufriedenheit mit dem Leben und BMI (Body Mass Index). Dieselben Bewertungskriterien wurden auch in Verbindung mit sozialen Netzwerken in der realen Welt, also offline, abgefragt. Dabei stellten die Forscher fest, dass Facebook im Bezug auf das Wohlbefinden negativ bewertet wurde.

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Wie die Nutzung von Facebook unglücklich macht

Als Beispiel nennen die Forscher in ihrem Studienbericht, dass eine minimale Abweichung in den Bereichen "geklickte Likes" (den Inhalt eines anderen Nutzers mit "gefällt mir" markieren), "geklickte Links" (einen Link zu einer anderen Seite oder zu einem anderen Artikel anklicken) oder "Status-Updates" (den eigenen Facebook-Status aktualisieren) zu einer Verringerung der Selbsteinschätzung der mentalen Gesundheit von etwa fünf bis acht Prozent führte. Das zeigte sich in Analysen verschiedener Umfragewellen.

Negative Assoziationen bei der Nutzung von Facebook waren nach Angaben der Forscher so stark, dass ihre Auswirkungen auf das Wohlbefinden genauso stark waren wie positive Auswirkungen infolge von offline Interaktionen. Die negativen Gefühle, die durch soziale Netzwerke im Internet entstehen, sind den Wissenschaftlern zufolge sogar oft stärker als positive Erlebnisse im echten Leben. Die Studie könnte andeuten, dass die Wichtigkeit von realen (offline) Beziehungen zunehmend hinter die von Beziehungen im Netz zurücktritt. sh

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