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Aislingen

03.08.2020

Aislinger Abenteuer in den Anden lief im Autokino

Simone Bronnhuber und Tom Fritzmeier wollten auf dem höchst gelegenen Bergsee der Welt in Chile mit einem Board paddeln. Die beiden Aislinger haben in den Anden viel erreicht, sogar einen Weltrekord. Nur den einen See nicht.
Bild: Simone Bronnhuber

Plus Der Weltrekordversuch zweier Aislinger sorgt für ein ausverkauftes Haus beim Autokino im Dillinger Donaupark. Fast wäre die Premiere aber ins Wasser gefallen.

Es sind bange Stunden für Simone Bronnhuber und Tom Fritzmeier. Nach wochenlanger Arbeit zusammen mit Christoph Komposch von der Dillinger Medienagentur Creative Jam ist der 90-minütige Film fertig. Am Sonntagabend soll „SUP Limit – Mit dem Paddelboard auf Rekordjagd durch die Anden“ im Dillinger Sommerkino am Festplatz Premiere feiern.

Über den See des höchsten aktiven Vulkans der Erde paddeln

Unzählige Stunden Material hatte Daniel Kania auf seiner Reise mit den beiden Aislingern im November vergangenen Jahres festgehalten. Mit ihrem Stand-up-Paddle-Board, also stehend mit einem Paddel auf einem Board, wollten die beiden einen Weltrekord erreichen: Über den See des höchsten aktiven Vulkans der Erde paddeln. Die Veranstaltung am Sonntag in Dillingen ist ausverkauft. Doch dann gießt es in Strömen.

Ausverkauft war die Premiere des Films SUP Limit im Dillinger Autokino.
Bild: Simone Bronnhuber

Gemeinsam mit dem Dillinger Filmcenter ist schnell eine Lösung gefunden: Aus dem Open Air wird ein Autokino. Obwohl die Entscheidung kurzfristig fällt, kriegen es alle Kartenbesitzer rechtzeitig mit. Kinobesitzerin Claudia Mayr begrüßt die Gäste. Immerhin, der Regenschauer hilft beim Abstand halten. Keiner hält sich länger außerhalb seines Autos auf, als er muss.

Erste Hiobsbotschaft: In Bolivien wird gestreikt

Um 21.30 Uhr ist es endlich soweit: Der Film SUP-Limit beginnt. Die Aislinger beginnen ihre Reise am Flughafen. Erste Hiobsbotschaft: In Bolivien wird gestreikt. Dennoch landet der Flieger. La Paz präsentiert sich bunt, laut und fröhlich. Selbst inmitten der Demonstranten ist die Stimmung gut. Die Teilnehmer schwenken ausgelassen ihre Fahnen, als ginge es um eine Fußballweltmeisterschaft.

Die trubelige Stadt lässt das Trio mit seinem Fahrer Pika und einem kuriosen Bus hinter sich. Es geht durch karge, braune Hügel, über eine gewaltige Salzwüste, durch buckelige Steinpisten. Bizarre Landschaften, kuriose Zufälle und strahlender Sonnenschein begleiten die vier. Die Bilder sind atemberaubend. Unerschrocken stellt sich Tom Fritzmeier bei jedem See auf sein Board. Das muss jedes Mal aufgepumpt werden. Sieht leicht aus, wird bei rund 6000 Metern aber zum Kraftakt.

Zur Vorbereitung im Sauerstoffzelt geschlafen

Dabei haben sich die beiden Aislinger monatelang vorbereitet. Unter einem Sauerstoffzelt geschlafen, Fitness- und Kraftsport betrieben. Alles für den einen Versuch. Noch am Titicacasee auf der Grenze zwischen Peru und Bolivien ist die Stimmung hervorragend. Fritzmeier macht bei der Überfahrt auf seinem knallblauen Brett sogar einen Kopfstand.

Die Tour führt immer höher, die Gegend wird immer karger, die schneebedeckten Gipfel rücken näher. Oberhalb von 5000 Metern gelingt dem Tölzer, der inzwischen in Aislingen wohnt, der erste Weltrekord in einem Vulkansee: dem Licancabur in Chile, 5920 Meter hoch. Der Weg dorthin ist eine Tortur: Erst geht es rund sechs Stunden steil bergauf, dann steil bergab zum Vulkansee.

Doch das Endziel ist ein anderes: der Ojos del Salado in Chile auf 6300 Metern Höhe. Plötzlich schneit es. Bange Stunden beginnen. Wie es weitergeht? Der Film ist noch ein paar Mal im Dillinger Filmcenter zu sehen. Drinnen, im warmen, trockenen Kino. (mit corh)

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