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Lauingen

02.12.2017

Als die Lauinger mehr Bier als die Münchner tranken

Wo darf’s denn hingehen? Otto Killensberger spielt einen Reisebüromitarbeiter, der von der schwierigen Kundin Christa Heinrich geprüft wird.
Bild: Sylvia Knecht

Zumindest im Pro-Kopf–Vergleich. Die Themen bei „Schwätz m’r schwäbisch“ reichen von Schweinsbraten bis Google.

Das Jubiläumsjahr des Kulturmarktes Lauingen geht langsam zu Ende. 160 Veranstaltungen und 30 Ausstellungen organisierte die Gruppe in den 25 Jahren, so die Bilanz des Vorsitzenden Anton Grotz. Zu den Veranstaltungen gehört auch die Reihe „Schwätz m’r schwäbisch“, die in der Lauinger Berufsschule kürzlich zum zwölften Mal stattfand. Gedichte, Geschichten, Gesang und Musik. Heiter, lustig, bisweilen derb und schlitzohrig, aber auch fein und hintersinnig. Und immer wird dabei schwäbisch g’schwätzt. Gerhard Winkler führte von der Bühne aus durchs Programm und zitierte dabei Perlen der schwäbischen Dichtkunst.

Die Schwenninger Tanzelmusi spielte munter auf, dazwischen gaben wechselnde Akteure ihre Kunst zum Besten. In diesem Jahr trugen Max und Uli von Dapfe wunderschöne, melancholische Herbstlieder vor und zeigten sich dann von ihrer verschmitzten Seite. Höhepunkt ihrer Darbietungen bildete der „Google-Jodler“.

Der Lechschwäbische Dreigesang trug, mit Charme und in gut gestimmtem Dreiklang, Lieder des schwäbischen Heimatdichters Hyazinth Wäckerle vor. Mit „Hei griaß di Gott Ländle“ machten Xaver Käser, Paul Weishaupt und Josef Rupp dem Publikum gleich zu Beginn eine große Freude. Auch Walter Manz und Karl Kling gehören zur musikalischen Fraktion. Mit Wein- und Stimmungsliedern animierten sie das Publikum zum Schunkeln und Mitsingen. Die Lieder über den Rebensaft rundeten den Vortrag von Gerlinde Bolsinger ab. Sie hatte einen kurzweiligen Überblick über das Bierbrauen und den Weinbau in Lauingen mitgebracht. Analog zum größten Osternest der Welt – das inzwischen offiziell im Guinness-Buch der Rekorde eingetragen ist – gäbe es in Lauingen wohl den kleinsten Weinberg.

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Das erstaunte Publikum erfuhr auch, dass das Bier von ehemals 19 Brauereien in 51 Wirtschaften ausgeschenkt wurde. Auch hatte Lauingen in alter Zeit einmal den zweithöchsten Pro-Kopf-Verbrauch beim Bier – hinter Bamberg, aber noch vor München. Der aktuell in Lauingen angebaute Wein, das Lauinger Schlitzohr, wurde in der Pause vom Winzerverein zur Verkostung angeboten, nachdem dieser zunächst das Lauinger Winzerlied zum Besten gegeben hatte. Mitsingen war leicht, da der Text mittels Beamer von der Leinwand abgelesen werden konnte und die Melodie von „griechischer Wein“ allseits bekannt ist. Mit großer Spielfreude entführten Christa Heinrich und Otto Killensberger an den ehelichen Küchentisch. Sie erörterten engagiert und temperamentvoll die Frage, ob nun die Ehegattin oder die Mama den besseren Schweinsbraten zubereitet. In einem weiteren Sketch wurden Geduld und Einfallsreichtum eines Reisebüro-Mitarbeiters von der wählerischen Kundin auf eine harte Probe gestellt.

Alfred Sigg muss in amüsanten Kreisen verkehren. Sein Archiv an lustigen Anekdoten über noch lebende und längst verstorbene schwäbische Persönlichkeiten scheint unerschöpflich zu sein. Zweifel am Wahrheitsgehalt der Geschichten inbegriffen, obgleich er mit einem schelmischen Grinsen immer wieder beteuerte, nur Wahres zum Besten zu geben. (pm)

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