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Landshausen

15.01.2019

Auf Schießscheiben aus Landshausen zielt man auch in Singapur

Im Gewerbegebiet von Landshausen werden seit Kurzem Schießscheiben hergestellt. Sie gehen an Schützenvereine in der Region, aber auch in die ganze Welt, unter anderem nach Neuseeland, Singapur oder Japan. Auf dem Bild sind Olaf Schmid (links), Geschäftsführer der Druckerei Schmid, sowie Produktionsleiter Bernd Jooß.
Bild: Schopf

Im Syrgensteiner Ortsteil Landshausen entstehen seit Kurzem Zielringe für Schützen. Abnehmer gibt es in der Region, aber unter anderem auch in Neuseeland.

Wenn Schützen in Neuseeland künftig auf eine Scheibe zielen, dann kommt diese womöglich aus Landshausen. Im Syrgensteiner Ortsteil werden seit November Schießscheiben gefertigt. Dahinter steckt die Druckerei Schmid aus Giengen. Die Firma ist vor vier Jahren in die Herstellung von Schießscheiben eingestiegen, zunächst in einem angemieteten Werk in Giengen. Doch das Unternehmen wollte in diesem Bereich expandieren, berichtet Geschäftsführer Olaf Schmid. Deshalb hat sich das Unternehmen nach einem neuen Standort umgesehen. Die Wahl fiel auf das Gewerbegebiet in Landshausen. Dort hat die Druckerei eine neue Fertigungshalle errichten lassen, die eine Fläche von rund 600 Quadratmetern bietet. Der Bau dauerte rund ein Jahr. Schmid lobt in diesem Zusammenhang die Verantwortlichen der Gemeinde Syrgenstein als „unkompliziert und zackig“. Seit vergangenen November läuft der Betrieb mit zwei Mitarbeitern. Im Jahr verarbeiten sie rund 80 Tonnen Papier zu Schießscheiben und erwirtschaften mehrere Hunderttausend Euro Umsatz, berichtet Schmid. Mehr als zehn Millionen Scheiben werden demnach pro Jahr das Werk in Landshausen verlassen.

Auch die Gebirgsschützen schießen auf diese Scheiben

Das Unternehmen gehört nach eigenen Angaben zu den drei großen Herstellern von Schießscheiben in Europa. Kunden gibt es in der Region, etwa Schützen und Schützenvereine, unter anderem in Syrgenstein, Bachhagel, Gundelfingen, Faimingen oder Wertingen. Das Bundesschießen der Bayerischen Gebirgsschützen bezieht seine Scheiben ebenso vom Unternehmen aus Giengen wie etwa der Württembergische Schützenverband. Schmid sieht noch Luft nach oben. „In Bayern sind wir schwach vertreten“, sagt er. Man wolle künftig mehr Marktanteile im Freistaat gewinnen. Doch auch international gibt es einige Kunden. Die Druckerei wird künftig von Landshausen aus unter anderem Abnehmer in Italien, Spanien, Niederlande oder Slowenien beliefern. Zu den Kunden gehören aber unter anderen auch ein Schützenverband in Neuseeland, und auch Schützen in Singapur, Japan und Taiwan zielen auf die Scheiben, die seit Kurzem in Landshausen hergestellt werden. „Der Markt ist überschaubar“, sagt Schmid. Es gebe international nicht viele Hersteller, deswegen verteile sich die Nachfrage auf die bestehenden Anbieter. Spürbar sei der Umstand, dass Schützenvereine immer mehr auf einer digitalen Anlage schießen. „Wir merken, dass in den vergangenen Jahren der Umsatz abgenommen hat“, sagt Schmid. Er habe jedoch den Eindruck, dass diejenigen, die auf eine digitale Anlage umstellen wollten, dies mittlerweile getan haben. „Es gibt immer noch genügend, die beim Schießen ein haptisches Erlebnis haben wollen und die ihre Scheibe mit nach Hause nehmen wollen.“

Die Art der Scheiben richtet sich nach Waffe und Entfernung

Die Druckerei hat in ihrem Portfolio knapp 100 Standardvarianten von Schießscheiben, die sich nach der eingesetzten Waffe und der Entfernung richten. Zusätzlich sind viele weitere Varianten möglich. Für besondere Anlässe gibt es farbige Schießscheiben. Logos und Sponsoren lassen sich mit auf die Scheibe drucken. Und auch Stanzungen sind machbar. „Insgesamt können wir knapp 1000 verschiedene Schießscheiben anfertigen“, sagt Produktionsleiter Bernd Jooß.

Das Material, das verarbeitet wird, ist ein speziell hergestellter Schießscheibenkarton. Er besteht aus besonders feinen Papierfasern, damit die Scheibe beim Einschuss nicht einreißt oder ausfranst, und damit die Auswertungsmaschine den Treffer eindeutig bestimmen kann. Zum Einsatz kommt das Offset-Druckverfahren, das heißt, dass die Zielscheiben indirekt über ein Gummituch von einer Druckplatte auf das Papier kommt.

Schießscheiben sind nicht das einzige, was in der neu gebauten Halle in Landshausen entstehen sollen. Das Unternehmen aus Giengen plant, dort künftig auch eine neue Druckmaschine laufen zu lassen, die unter anderem Broschüren drucken soll. Auch soll ein Teil der Halle als Lagerfläche zum Einsatz kommen.

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