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Justiz

24.01.2020

Ausgesetzter Säugling lag mehr als 24 Stunden im Gras

2019 wurde in Unterglauheim ein Säugling ausgesetzt.

Die Staatsanwaltschaft Augsburg erhebt Anklage gegen die 31-jährige Mutter, die ihren Bub in Unterglauheim abgelegt haben soll

Im Fall des ausgesetzten Säuglings von Unterglauheim gibt es Neuigkeiten. Wie die Staatsanwaltschaft Augsburg mitteilt, ist nun Anklage gegen die Mutter erhoben worden. Der 31-Jährigen werden versuchter Totschlag, schwere und gefährliche Körperverletzung sowie Aussetzung vorgeworfen.

Die Angeklagte ist nach Angaben der Staatsanwaltschaft Augsburg dringend verdächtig, im vergangenen Sommer, in den frühen Morgenstunden des 21. Juli auf einer Wiese am Ortsrand von Unterglauheim einen Buben zur Welt gebracht und ihn dort ohne Fütterung oder Pflegemaßnahmen unbekleidet liegen gelassen zu haben, in der Annahme, dass der Säugling ohne jegliche Nahrung den Witterungsbedingungen ungeschützt ausgesetzt ist und wegen der abgelegenen Örtlichkeit zeitnah sterben wird.

Der Säugling wurde erst nach einer mehr als 24-stündigen Liegezeit am 22. Juli zufällig von einem Anwohner, der auf einem Feldweg spazieren ging, entdeckt und in lebensbedrohlichem Zustand mit einem Hubschrauber ins Universitätsklinikum Augsburg gebracht. Trotz der sich entwickelnden schweren Sepsis, der eintretenden Kreislauf- und Ateminsuffizienz, eines akuten Nierenversagens und der erforderlichen Amputation dreier Zehen konnte das Leben des Buben dort gerettet werden.

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Das Kind befindet sich mittlerweile in der Obhut einer Pflegefamilie. Das Strafgesetzbuch sieht für Totschlag Freiheitsstrafe von fünf bis zu 15 Jahren vor. Wenn die Tat, wie hier, im Versuchsstadium bleibt, kann der Strafrahmen auf Freiheitsstrafe von zwei Jahren bis elf Jahre drei Monate gemildert werden, so die Staatsanwaltschaft.

Weiterhin beträgt der gesetzliche Strafrahmen für schwere Körperverletzung und Aussetzung Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu zehn Jahren und für gefährliche Körperverletzung Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren.

Die Verhandlung findet an voraussichtlich vier Terminen Ende März am Landgericht Augsburg statt. (pm, ands)

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