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Prozess

28.08.2014

Betrug in Firma: Zwei Jahre auf Bewährung für Abmahn-Anwalt

Der als Abmahn-Anwalt bundesweit bekanntgewordene Jurist und frühere Fleischfabrikant Thomas U. ist in Augsburg zu zwei Jahren Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt worden.

Der angeklagte Jurist wurde wegen Insolvenzverschleppung, 16 Fällen des Vorenthaltens und Veruntreuens von Arbeitsentgelt, 99 Fällen des vollendeten Betrugs und 53 Fällen des versuchten Betrugs zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von zwei Jahren verurteilt. Die Strafe wurde zur Bewährung ausgesetzt.

Thomas U. führt nicht nur eine Anwaltskanzlei in Regensburg, die Ende 2013 mit den berüchtigten Redtube-Abmahnungen von sich reden machte; er war auch längere Zeit als Geschäftsführer einer Fleischfabrik in Gundelfingen (Kreis Dillingen) tätig.

In diese Zeit fallen die Vorwürfe, wegen denen sich Thomas U. seit März vor dem Augsburger Amtsgericht verantworten musste. Die Staatsanwaltschaft warf dem Juristen vor, als Geschäftsführer der Fabrik bei Lieferanten Waren im Wert von rund 391.000 Euro bestellt zu haben, obwohl er seit Monaten gewusst habe, dass die Firma eigentlich zahlungsunfähig ist.

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Tatsächlich angeordnet wurde die Insolvenzverwaltung dann im März 2010. Einige Monate später wurde alles, was nicht niet- und nagelfest war, versteigert. Seitdem steht die Fabrik in Gundelfingen, in der zuletzt rund 60 Mitarbeiter beschäftigt waren, leer.

Daneben wurde Thomas U. vorgeworfen, Sozialversicherungsbeiträge für mehrere Beschäftigte nicht abgeführt zu haben. Dadurch sei den Krankenkassen ein Schaden in sechsstelliger Höhe entstanden. Angeklagt war der 43-Jährige deshalb wegen vorsätzlicher Pflichtverletzung bei Zahlungsunfähigkeit, sprich Insolvenzverschleppung, Vorenthaltens von Arbeitsentgelt und Betrugs.

Der Prozess hatte sich über mehrere Monate gezogen, weil U. erkrankte und bei einem zweiten Prozesstag keine Verteidiger mehr hatte. Dem Urteil am Donnerstag war ein sogenannter Deal voraus gegangen. Der Jurist legte daraufhin ein Geständnis ab.

Als Bewährungsauflage muss der Anwalt 80.000 Euro an den Insolvenzverwalter der Fleischfabrik bezahlen. Zudem muss er 80 Stunden Hilfsdienste ableisten. bo

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