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TV-Show

13.04.2018

Der Höchstädter Ninja Warrior will es nochmal wissen

Der Höchstädter Johannes Veh nimmt zum zweiten Mal an  der berühmten Fernsehsendung Ninja Warrior teil. Das Bild entstand 2017.
Bild: MG RTL D / Stefan Gregorowius

Johannes Veh nimmt nach 2017 erneut an der populären Fernsehsendung "Ninja Warrior" teil. Dieses Mal kämpft er im Team um den Titel. Wie weit er es geschafft hat?

Von Mitternacht bis 8 Uhr in der Früh steht Johannes Veh in der Backstube der Bäckerei Salzmann in Höchstädt. Dort schlingt er Brezen, knetet Teig und produziert pfundweise Semmeln. Anschließend geht es direkt ins Bett. Denn Veh braucht all seine Kraft. Nicht nur aufgrund des anstrengenden Berufs.

In seiner Freizeit malträtiert er mit Fuß, Schienbein, Faust und Handkante einen Boxsack im elterlichen Dachboden. Und weil das noch nicht anstrengend genug ist, geht er sechs Mal die Woche ins Fitnessstudio – seit rund acht Jahren. Veh hat Oberarme wie Keulen und ein Kreuz, breit wie ein antiker Wandschrank. „Momentan komme ich auf etwa 3600 Kilokalorien am Tag, in Massephasen sind es auch mal 4800“, sagt Veh. Derzeit sei er aber in der „Defi“, heißt, er möchte Fett verlieren. Bei ungefähr 90 Kilogramm Körpergewicht drückt er auf der Bank 140 Kilogramm vier Mal – es sei seine Lieblingsübung, ans Maximum gehe er dabei aber nicht. Seit Jahren bereite ihm die Schulter Probleme, da müsse er vorsichtig sein. „Ich erstelle mir seit Beginn meine Trainingspläne selbst und bin mit meinem Fortschritt sehr zufrieden.“

Ein neuer Versuch im Ninja-Team

Nicht ganz so zufrieden war Veh mit seinem Abschneiden bei der Ausgabe der RTL-Show „Ninja Warrior Germany“ im vergangenen Jahr. Zwar kam er bis ins große Finale, dort scheiterte er aber an der Übung „Affenschaukel“. Für ihn endete der Wettkampf im Wasser, was das Aus in der Show bedeutete.

Der Höchstädter Ninja Warrior will es nochmal wissen

Daher will er es heuer unbedingt nochmal wissen; als RTL ihn erneut einlud, habe er direkt zugesagt. „In diesem Jahr kämpfen Teams um die Krone. Immer zwei Männer und eine Frau“, erzählt Veh. Seinen Teamkameraden Adrian Wullweber hat er im vergangenen Wettbewerb kennengelernt, Martina Öffing, das dritte Teammitglied, traf er vor wenigen Wochen zum ersten Mal. Die drei Sportskanonen bilden zusammen das „Team Gravity“. In vier Wettkämpfen wollen sie dieses Jahr den Titel der obersten Ninjas erringen. Als Teamkapitän wird Veh dabei die Aufstellung bestimmen – die ersten beiden Läufe pro Wettkampf geben einen Punkt, der dritte zwei Punkte. Es gilt in einem Parcours verschiedene Hindernisse zu bewältigen. Sie erfordern Kraft und Geschick – die Teilnehmer müssen klettern, hangeln und balancieren.

Wie die Vorbereitungen für den Wettbewerb aussehen

Veh absolvierte eine spezifische Vorbereitung. „In meinem Studio gibt es eine horizontale Leiter zum Entlanghangeln, die habe ich oft genutzt. Klimmzüge, Griffkraft- und Ausdauertraining sind genau so wichtig für den Wettkampf.“ Und das Körpergewicht, mit etwa 90 Kilogramm ist der 26-Jährige einer der schwersten Teilnehmer. Nicht gerade vorteilhaft, wenn man sich an meterhohen Hindernissen emporziehen muss. Er greift am 6. Mai in den Wettkampf ein. Wie weit er gekommen ist, kann an dieser Stelle noch nicht verraten werden.

Am herausfordernsten ist es für Veh, die Konzentration während des Laufs aufrechtzuerhalten. Wenn das Studio bebt, Fans, Familie und Freundin wild mit Plakaten wedeln, Fangesänge anstimmen und laut schreien, müsse er das alles ausblenden können. Nur so sei ein fehlerfreier Lauf möglich. Seine engsten Bezugspersonen begleiten ihn durch die ganze Show. So auch die Personaltrainerin Carolina Althaus aus Wiesbaden. Sie ist Vehs Freundin, die beiden führen eine Fernbeziehung. Kennengelernt haben sie sich über gemeinsame Bekannte aus der Fernsehsendung. „Ich habe ja noch mit vielen Kontakt. Wir haben eine WhatsApp-Gruppe mit über 80 Mitgliedern, in der wir regelmäßig schreiben“, erzählt Johannes Veh.

Auch bei der Ernährung ist viel Disziplin gefragt

Seine Freundin teilt die unbedingte Leidenschaft für den Fitness- und Kraftsport. So akzeptiere sie seine durchgetakteten Mahlzeiten, die Beschränkung auf bestimmte Lebensmittel und den weitestmöglichen Verzicht auf Alkohol, den sein Lebensstil mit sich bringe. Das habe nicht jede Frau mitgemacht. „Gewöhnlich esse ich Vollkornnudeln, Reis, Hühnchen, Gemüse, Magerquark, Haferflocken und Reiswaffeln.“ Alle zwei Stunden eine Mahlzeit, dazu mehrere Eiweiß-Shakes am Tag. Die Haferflocken mixe er auch mal mit Wasser und Magerquark, dann könne er es gut trinken.

Veh kocht mehrmals am Tag, sowohl für die Zeit nach dem Training als auch für die Mahlzeiten während der Arbeit. Eine Woche Urlaub könne er genießen, aber dann jucke es ihn schnell wieder in den Fingern. Ein Lebensstil, den viele nicht nachvollziehen können. Er selbst fühle sich nicht eingeschränkt. „Mir macht der Sport Spaß, ich mache ihn für mich und nicht für andere.“ Das Ergebnis sind Gardemaße. Oberarme mit einem Umfang von 42 Zentimetern bei einer Körpergröße von 182 Zentimetern.

Familie, Freunde und Kollegen glauben an Veh

Unterstützung erhält er aber nicht nur durch die Familie und Freunde. Seine Kollegen und sein Chef in der Bäckerei unterstützen Veh bei seiner Vorbereitung und Teilnahme – selbstverständlich verfolgen sie seine Auftritte im Fernsehen. Das er für „ Team Ninja Warrior Germany“ Urlaub bekomme, sei kein Problem gewesen.

RTL hat ihn bereits für eine weitere Sendung kontaktiert, die Anfrage sei aber zu kurzfristig für Veh gewesen. Wenn es passt, soll das aber nicht sein letzter TV-Auftritt sein. „Prinzipiell habe ich schon Bock, mehr solcher Shows zu machen.“

Für mehr Informationen:  Die Show wird ab Sonntag, 22. April, um 20.15 Uhr auf RTL gezeigt. Die Teams müssen zunächst durch mehrere Qualifikationsrunden. Die Sendung wird dieses Jahr neue Hindernisse präsentieren. Die Teilnehmer durften diese 15 Minuten vor Wettkampfbeginn inspizieren.

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