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Bachhagel

21.09.2017

Der Verkehr rollt auf der Umgehung Bachhagel

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3 Bilder
Die Umgehung Bachhagel ist eröffnet: Hier rollt eines der ersten Fahrzeuge auf der neuen Strecke.
Bild: Judith Roderfeld

Acht Jahre dauerte es, bis die Idee einer Ortsumfahrung für die Bachtal-Kommune umgesetzt wurde. Bei der Eröffnung feiern die Menschen die neue Strecke – ganz ohne Widerstand.

Die Markierungen auf der Staatsstraße 1082 leuchten noch in der frischen weißen Farbe. Gerade erst beendete das Bauteam die letzten Arbeiten an der neuen Umgehungsstraße von Burghagel und Bachhagel. Seit gestern darf der Verkehr nun rollen.

Nach acht langen Jahren wurde die Trasse endlich eingeweiht. Es herrscht großer Andrang auf der neuen Umgehungsstraße. Auf den Bürgersteigen rechts und links haben sich zahlreiche Menschen versammelt. Die Eröffnung gleicht einer Party. Bürgermeisterin Ingrid Krämmel ist gerührt. „Da sieht man, was für ein Ereignis das in Bachhagel ist.“

Die Geschichte beginnt vor acht Jahren. Der leitende Baudirektor Wilhelm Weirather war es damals, der die Umgehung im Gemeinderat von Bachhagel vorschlug. Das war im September 2009. Zu dem Zeitpunkt war Weirather Chef des Staatlichen Bauamts in Krumbach. Als die Strecke am Mittwoch endlich eingeweiht wurde, wirkte Weirather sichtlich erleichtert. „Es war ein großer Kampf“, sagt er. Er und die anderen Befürworter seien massiv angegangen worden. Unverständlich, findet Weirather. Sei doch eine Straße in dem Ausmaß ein „Garant für den Wohlstand, in dem wir leben“.

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11,4 Millionen hat das Projekt gekostet. Der Eigenanteil, den Bachhagel stemmen musste, lag bei 1,3 Millionen. Wegen der immensen Kosten regte sich im Ort Widerstand. Anwohner sammelten Unterschriften, um eine kleinere Variante durchzusetzen. Der Bau verzögerte sich immer weiter nach hinten. Trotz der Gegner: Im Juli 2010 waren es bei dem Bürgerentscheid 59,6 Prozent, die für die Ortsumfahrung stimmten.

Dass der Begriff „Umfahrung“ so negativ deklariert ist, ärgert den Landtagsabgeordneten Georg Winter. „Es gibt so viele positive Zusatzeffekte“, sagt er. Die verbesserte Infrastruktur zum Beispiel. Die gute Verknüpfung mit den Nachbarkommunen oder zum Gewerbegebiet. „Das hier ist das kleine Wunder von Bachhagel“, sagt Winter und schaut auf die 4,22 Kilometer lange Trasse. Mehr als 200000 Kubikmeter Erdreich wurden bewegt, 6,2 Kilometer Geh-, Rad- und Wirtschaftswege neu gebaut, drei Kreisverkehre, sieben Rückhaltebecken und 68 Beleuchtungsmasten errichtet. 4500 Meter wurden markiert und es gibt 150 Einzelfundamente für Verkehrszeichen und 60 Streifenfundamente für Wegweiser.

Bei den Reden zur Eröffnung gibt es keinen Widerstand. Zu diesem Anlass ist nur positives zu hören. „Das ist Lebensqualität für Sie alle“, richtet sich Staatsministerin Beate Merk an die Bürger. Durch die Umgehung werde nicht nur der Lärm reduziert, sondern gleichzeitig der Ortskern entlastet und die Verkehrsicherheit gesteigert. „Wenn wir zukunftsfähig bleiben wollen, brauchen wir eine Top–Infrastruktur“, betont auch Landrat Leo Schrell.

Feierliche Musik von den Musikvereinen Burghagel und Bachhagel ertönt. Der große Moment rückt näher, das Band wird zerschnitten – und schon rollen die ersten Fahrräder über den frischen Asphalt. Es gibt viel Applaus. Fröhliche Stimmung herrscht auf der neuen Umgehung Burghagel-Bachhagel. „Es waren viele Steine, die uns in den Weg gelegt wurden. Aber wir haben es geschafft“, sagt Bürgermeisterin Krämmel. Wieder Applaus. Keine Steine mehr. Nur Zustimmung. Der Highway vom Bachtal, wie Ingenieur Ulrich Mäck ihn nennt, ist eröffnet.

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