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Denkmal

16.02.2018

Die Simonsmühle ist nicht mehr einsturzgefährdet

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Seit einigen Wochen werkelt die Blindheimer Firma Mengele Bau und Putz GmbH, Altbausanierung und Mauertrockenlegung, an der Simonsmühle. Die Notsicherung war dringend notwendig.
Bild: Bronnhuber

Doch wie geht es nun mit dem historischen Gebäude in Blindheim weiter?

Johann Mengele macht einen kleinen Sprung und balanciert über die freigelegten Balken. Mit einem Strahler leuchtet er den Dachstuhl an. „Pfenniggut. Das ist ein Traum“, sagt er und lächelt. Über die alte Holztreppe, der hier und dort eine Stufe fehlt, steigt Mengele ein Stockwerk hinunter. Es ist kalt und zugig im Gebäude. Kein Wunder: Seit ein paar Wochen ist alles auf, was auf geht, sodass es richtig durchwindet. „Es trocknet schnell. Gott sei Dank. Bis zum Frühjahr wäre das nicht mehr gegangen“, sagt der 65-Jährige und schüttelt den Kopf. Ihm blutet das Herz, wenn er darüber nachdenkt, was in den vergangenen Jahren nicht gemacht worden sei. „Für dieses Gebäude braucht man einen Geist. Es tut weh, dass so vieles kaputt gegangen ist. Aber wichtig ist: Die Simonsmühle ist gerettet.“ Nicht nur, dass nach Jahren des Streites, der Lügen und Gerüchte nun im Herbst vergangenen Jahres endlich die ersehnte Lösung erreicht wurde – der Förderverein zur Rettung der Simonsmühle konnte das Gebäude käuflich erwerben. Nun ist sie auch nicht mehr einsturzgefährdet. Doch wer saniert nun das geschichtsträchtige Gebäude am Ortsanfang von Blindheim? Der Verein kann es sich nicht leisten, wie Vorsitzender Dieter M. Schinhammer immer wieder betonte. Die finanziellen Mittel haben gerade so für den Erwerb gereicht.

Johann Mengele würde die Simonsmühle sanieren. Sofort. Pläne hat er schon lange in der Schublade, die Muse sowieso – „das weiß jeder“, sagt er. Alte Gebäude mit historischem Hintergrund sind seine Leidenschaft. Und mit seiner Bau und Putz GmbH hat er sich längst auf Altbausanierungen und Co. spezialisiert. „Ich hätte die Mühle schon vor 15 Jahren gekauft und saniert. Aber der Preis damals war ja ein Witz“, sagt Mengele. Nun hat sich das Blatt gewendet, die Eigentumsverhältnisse sind neu.

Deshalb ist Mengele schon seit einigen Wochen in der Simonsmühle am Werkeln. Nicht, weil er das Gebäude bereits für sich erworben hat. Sondern, weil er vom Förderverein den Auftrag zur Notsicherung erhalten hat. Und die, so sagt es der Blindheimer, war zwingend notwendig und hätte nicht mehr lange hinausgezögert werden können. Ganze Decken wurden heruntergerissen, Balken stabilisiert, der Kamin unterlegt, das Gebäude außen mit einem sicheren Gerüst ringsherum versehen, das Dach abgedichtet und mehr als 24 Kubik Dreck wurden mit der Hand herausgetragen. „Das war wahnsinnig aufwendig. Ich bin jeden Tag wie ein Kaminkehrer nach Hause gekommen“, sagt Mengele und lacht. Alles war nass, es musste schnell gehandelt werden, damit sich kein Hausschwamm, ein Pilz, im Gebäude ausbreitet.

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Doch der Aufwand hat sich gelohnt: Die Simonsmühle glänzt zwar noch nicht, aber sie ist nach wenigen Wochen – zumindest innen – kaum wieder zu erkennen. „Nach 50 Jahren regnet es nun zum ersten Mal nicht mehr rein. Die Simonsmühle ist so gesichert, dass sie noch mindestens hundert Jahre hält. Sie ist gerettet.“ Ein paar wenige Restarbeiten fehlen noch, dann sind Mengele und sein Team mit der Notsicherung, die der Förderverein bezahlen muss, fertig. Und dann? Der Förderverein, so erklärt es Blindheims Bürgermeister und gleichzeitig Zweiter Vorsitzender Jürgen Frank, muss eine Entscheidung treffen, wer die Simonsmühle erwirbt und im besten Fall saniert. Aktuell stehe man immer noch im Kontakt mit einem Makler in Weißenburg, der sich auf historische Immobilien spezialisiert habe. Durchaus wisse man aber um das Interesse von Johann Mengele. „Ich gehe davon aus, dass wir im Sommer dieses Jahr alles geregelt haben und ich denke, dass der Förderverein nicht Nein zu Herrn Mengele sagen wird.“ Der Bürgermeister betont aber auch, dass die Simonsmühle aktuell im Besitz des Vereins ist. Zwar werde im Dorf schon erzählt, dass Mengele die Simonsmühle saniert, das „stimmt aber definitiv nicht. Er ist vom Fach und ein Glücksfall für uns, weil er die Notsicherung macht.“ Bis zu einem möglichen Verkauf müssten noch einige Formalien geklärt werden. Das weiß auch Mengele.

Im ersten Schritt muss das Gebäude nun vermessen und die Grenzen festgelegt werden. Dann müssen seine Pläne unter Berücksichtigung des Denkmalschutzes vom Landratsamt geprüft und genehmigt werden – außerdem müssen sie auch den Vertretern des Fördervereins gefallen. Auch mögliche Zuschüsse müssen abgeklärt werden. „Wenn ich einsteige, dann will ich auch nicht, dass man mir reinredet“, so Mengele. Seine Ideen für die künftige Nutzung für die Simonsmühle habe er lange durchdacht. Er könne sich Wohnungen und zwei kleine Museen vorstellen. Eine Mühle mit Wasserrad soll installiert werden sowie ein Aussichtsturm mit Plattform. „Irgendwas hat dieses Gebäude. Es hat mich schon immer fasziniert. Ich hätte Lust, etwas Gigantisches daraus zu machen.“

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