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Auszeichnung

30.11.2019

Ein Leben für das Ehrenamt und die Gemeinschaft

Die Gundelfingerin Vera Schweizer (links) erhält für ihr langjähriges Engagement die kommunale Verdienstmedaille von Landrat Leo Schrell überreicht.
Bild: Ferrari

Für ihr Engagement auf politischer und sozialer Ebene erhält die Gundelfingerin Vera Schweizer die kommunale Verdienstmedaille. Warum für sie noch lange nicht Schluss ist.

Aufgeregt setzt sich Vera Schweizer auf ihren Stuhl im Dillinger Landratsamt und schaut beeindruckt auf den großen Weihnachtsstern in der Mitte des Tischs. Für die Gundelfingerin ist es ein besonderer Tag: Aufgrund ihres unermüdlichen Einsatzes auf politischer und sozialer Ebene über viele Jahre hinweg erhält sie die kommunale Verdienstmedaille in Bronze. Als sie von der Ehrung erfährt, ist Schweizer zunächst sprachlos.

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Warum Engagement für die Gundelfingerin schon immer an erster Stelle kam

Inzwischen überwiegt aber die Freude über die Auszeichnung. „Es ist schön, für sein jahrelanges Engagement auch etwas zurückzubekommen“, sagt die langjährige SPD-Kreisrätin. Sich ehrenamtlich engagieren würde sie sich allerdings nicht, um irgendeine Medaille zu bekommen. „Ich tue das aus vollem Herzen und Überzeugung“, betont sie. Durch ihren Mann, dem ehemaligen Bürgermeister von Gundelfingen, sei sie schon früh mit dem sozialen und politischen Engagement in Berührung gekommen. „Anstatt tanzen zu gehen, haben wir früher Parteiplakate geklebt“, erinnert sie sich und muss lachen.

Egal ob beim Bund Naturschutz, beim AWO-Seniorenclub, im Asylkreis, als Jugendreferentin, als langjähriges Mitglied im Umweltausschuss oder als Kreis- und Stadträtin – für Schweizer sind alle Ehrenämter, die sie ausübt, oder ausgeübt hat, gleich wichtig. „Die Qualität von Gundelfingen ist das Miteinander und dafür muss man sich auch engagieren“, erklärt sie. Man könne sich an seinem Wohnort nur dann wohlfühlen, wenn man sich auch aktiv dafür einsetze und an der Gestaltung des Orts beteilige. Für ihr Engagement motiviert habe sie der ehemalige amerikanische Präsident John F. Kennedy. Das Zitat „Frage nicht, was dein Land für dich tun kann, sondern was du für dein Land tun kannst“ habe sie begeistert und inspiriert, erklärt Schweizer.

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Wie sie junge Menschen motivieren möchte

Für die Zukunft wünscht sich die Gundelfingerin, dass sich wieder mehr junge Menschen für ihre Heimat engagieren und bemühen – ganz egal in welchem Bereich. „Persönlicher Einsatz muss nicht immer eine Bürde sein, es gibt auch unheimlich viel zurück“, betont sie. Wenn sie beispielsweise einen Ausflug mit den Senioren der AWO machen würde, gebe es für sie nichts Schöneres, als die begeisterten Gesichter zu sehen.

Auch Landrat Leo Schrell, der die Auszeichnung überreicht, hält das Thema Ehrenamt für wichtig. „Nicht nur in der Vereinswelt ist freiwilliges Engagement wichtig, auch auf der kommunalpolitischen Ebene muss es solche Menschen geben“, sagt er. Ehrenämter würden einen wichtigen Bestandteil unserer Demokratie ausmachen und zum Funktionieren der Gemeinschaft beitragen.

Wie ein dickes Fell helfen kann

Für Vera Schweizer ist auch nach der kommunalen Verdienstmedaille noch lange nicht Schluss. „Meine Tochter fragt mich oft, was ich überhaupt tun würde, wenn ich mich nicht mehr für die Gemeinschaft engagieren könnte“, erzählt sie. Auch wenn sie weit über 90 Jahre alt sei, solange sie es könne, wolle sie auch ihren Kopf weiterhin hinhalten, witzelt sie. „Inzwischen habe ich ein dickes Fell bekommen und kann auch mit Kritik umgehen“, erklärt sie. Mit ihrem Verhalten sei sie zufrieden und würde auch dafür gerade stehen. Wenn jemand nur motze und sich selbst nicht engagiere, höre sie schon gar nicht mehr hin. Trotzdem hält sie die eine oder andere Mäkelei auch für wichtig. „Man will sich schließlich verbessern und an sich arbeiten“, sagt sie.

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