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Landkreis Dillingen

01.04.2019

Ein besonderer Tag mit der Jugendfeuerwehr

Thomas Seifreid (links) und Kreis-Jugendfeuerwehrwart Claus Zimmermann stehen im Dillinger Feuerwehrgerätehaus. Alle Feuerwehren suchen Nachwuchs. Da kommen die Autos im Hintergrund doch bestimmt gut an?
Bild: Cordula Homann

Donautal-Aktiv hat ein Angebot: Jugendfeuerwehren aus dem Landkreis können einen besonderen Tag bei sich gestalten und etwas verdienen.

Haben Sie schon mal durch eine besondere Brille geschaut und sich direkt in eine andere Landschaft hineinversetzt gefühlt? Mit einer sogenannten Virtual-Reality-Brille geht so etwas. Vielleicht können Sie eines der Exemplare bald mal ausprobieren. Dazu gibt es spannende Unterhaltung und leckere Snacks. Aber dafür braucht man eine Jugendfeuerwehr.

Doch der Reihe nach. Donautal-Aktiv beteiligt sich an einem europäischen Projekt für langsamen, grünen und gesundheitsorientierten Tourismus entlang der Donau. Dabei geht es darum, Besuchern und Naherholungssuchenden auf digitalem Weg im Internet das schöne Schwäbische Donautal schmackhaft zu machen. Dafür wiederum hat Donautal-Aktiv unter anderem Filme gedreht – die man mit den Virtual-Reality-Brillen anschauen kann. Egal, wo Sie das tun, Sie stehen dann unter Umständen mitten im Auwald. Denn egal, wie Sie den Kopf auch drehen, um Sie herum strahlt die Sonne, rascheln Bäume, hören Sie Vögel zwitschern, während Sie Schritt für Schritt die Natur vor Ihren Augen erkunden.

Donautal-Aktiv will aber nicht einfach fremden Menschen die Brillen aufsetzen, sondern das Ganze mit einer besonderen Aktion verbinden: Das Team kommt mit den Brillen und feinem schwäbischen Fingerfood zu einer Feuerwehr. Dort können dann die Jugendfeuerwehren ihr Können zeigen. Ob die Besucher dann noch die Brille ausprobieren wollen?

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Jugendfeuerwehren können sich bewerben

Wichtig ist, dass sich Jugendfeuerwehren aus dem Landkreis Dillingen dafür bewerben. Insgesamt drei Vereine will Donautal-Aktiv am Samstag, 4. Mai, anfahren. Der Aufenthalt wird jedes Mal etwa zwei Stunden dauern, dann setzt das Team die Reise fort. Vor dem Feuerwehrgerätehaus kann natürlich danach noch weiterzusammengesessen und gemütlich geratscht oder gefeiert werden.

Donautal-Geschäftsführer Lothar Kempfle möchte mit dieser Aktion vor allem auch den jungen Menschen zeigen, wie schön ihre Heimat ist.

336 Jugendliche in 47 Jugendfeuerwehren

Stellt sich die Frage, wie unsere Jugendfeuerwehren im Kreis Dillingen aufgestellt sind. Claus Zimmermann muss es wissen. Er ist der Jugendfeuerwehrwart im Landkreis Dillingen und kennt die Zahlen genau. „Aktuell haben wir 47 Jugendfeuerwehren. Dort sind 336 Jugendliche organisiert, darunter 248 Jungen und 88 Mädchen. Leider gibt es auch noch Feuerwehren, die Jugendliche haben, aber keine eigene Jugendgruppe gemeldet haben. Etwa im Kesseltal“, sagt Zimmermann. Er würde sich freuen, wenn dort etwas zusammenginge, weiß auch er: Ohne Ehrenamtliche, die die jungen Menschen betreuen, geht es nicht – und ohne aktiven Nachwuchs auch nicht. Deswegen würden viele Feuerwehren in die Schulen gehen oder sogar von Haus zu Haus, um für sich zu werben. In vielen Fällen klappt das. Auch kleine Gemeinden wie Zöschingen, Roggden-Hettlingen, Osterbuch oder Baumgarten haben eine Jugendgruppe. Es gibt ein Alter, da ist die Feuerwehr wahnsinnig beliebt: Bei den Kindern. Ob Ferienprogramm, Besuche in der Grundschule oder von Klassen im Feuerwehrgerätehaus, das kommt immer gut an, sagt Thomas Seifried, der bei der Jugend für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist.

Eine Kinderfeuerwehr bedeutet zusätzliche Arbeit für die Ehrenamtlichen

Das Problem ist bloß: Erst ab zwölf können die Schüler aufgenommen werden. Für Jüngere bräuchte man eine Kinderfeuerwehr – noch mehr Arbeit für die Ehrenamtlichen. Und erst ab 16 Jahren kann man nach vollendeter Grundausbildung bei einem Einsatz außerhalb des sogenannten Gefahrenbereichs mithelfen. Mit interessanten Übungen, Ausflügen oder dem jährlichen Zeltlager versuchen die Ehrenamtlichen, den Nachwuchs an sich zu binden. Der soll natürlich auch sein Können zeigen.

Bei Messen – oder dem Tag mit Donautal-Aktiv – können die Jugendlichen einen Löscheinsatz zeigen, etwa einen simulierten Zimmerbrand oder verschiedene Übungen aus Prüfungen. „Fettexplosionen oder eine Feuerlöschübung mit einer Brennstelle kommen gut an“, sagt Seifried. Beim jährlichen Zeltlager, das immer an einem anderen Ort im Landkreis stattfindet, messen sich die Jugendlichen in Vierer-Teams jahrgangsübergreifend. „Einen schwabenweiten Wettbewerb gibt es auch. Da ist der Aschberg traditionell gut vertreten und erfolgreich“, lobt Zimmermann. Dennoch müsse man weiter werben. „Die Mitgliederzahlen sinken. In dem Alter zwischen 18 und 30 Jahre gibt es ein Loch. Wenn wir das nicht bald auffüllen, schieben wir es nur vor uns her. Stattdessen wollen wir es schließen“, betont Zimmermann. Vereinsübergreifende Aktionen bei Messen oder beim Feuerwehrtag Ende September können dabei helfen.

Oder ein sonniger Tag im Mai mit einer engagierten Jugendgruppe und vielen Besuchern, die ihre Leistungen loben und und dazu eine Virtual-Reality-Erfahrung machen. Verdienen können die jungen Leute dann nicht nur Applaus, sondern vielleicht auch etwas für die Vereinskasse: Sie verkaufen die Getränke an dem Tag. Die Einnahmen aus dem Essensverkauf werden zum Teil der Kartei der Not, dem Leserhilfswerk unserer Zeitung, zugutekommen.

Jugendfeuerwehren, die Lust haben, diesen Tag bei sich zu gestalten, sollten sich per E-Mail direkt an Donautal-Aktiv wenden. Telefon: 07325/9510120, E-Mail: regionalentwicklung@donautal-aktiv.de, online unter www.donautal-aktiv.de

Wie wichtig die Feuerwehr ist, merkt man wenn man sie plötzlich braucht. Hier ein paar Beispiele:

Drei ganz unterschiedliche Brände im Landkreis Dillingen

Flammen schlagen aus einem Holzheimer Kamin

In Höchstädt brennt es beim Schülerwohnheim

Im vergangenen Jahr war zudem besonders viel los:

Sechs Großbrände wüteten im Landkreis Dillingen  

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