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01.09.2018

Einen Wittelsbacher zum Förderer

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Die Hauptstraße Lauingens ist nach Herzog Georg aus Landshut benannt. Wie es dazu kam

„Straßen und ihre Namen“ heißt eine Serie unserer Zeitung. Dabei spüren wir der Geschichte von Straßen in unserem Landkreis nach.

Das Schloss Lauingen verdankt seine Existenz zu guten Teilen Herzog Georg. Der Wittelsbacher regierte zwar von Landshut aus, war aber gern und oft in Lauingen zu Gast. Bereits als 16-Jähriger bestätigte er der Gemeinde die Stadtrechte, die sein Vater zuvor vergeben hatte, sagt der Lauinger Stadtarchivar Hermann Müller. 1892 gab die Stadt Lauingen der Straße ihren bis heute gültigen Namen.

1475 vermählte Herzog Georg sich in einer prunkvollen Hochzeit, noch heute bekannt als Landshuter Hochzeit, mit Hedwig von Polen. Die Verbindung sollte als Bollwerk gegen die wachsende Macht der Osmanen dienen; Georg stürzte sich mit der Regierungsübernahme 1479 in zahlreiche militärische Abenteuer. Bei der Auswahl seiner Feinde war er wenig zimperlich. Mit der freien Reichsstadt Nördlingen, dem Kloster Kaiserheim (heute: Kaisheim) und der wohlhabenden Stadt Ulm verwickelte er sich in mehrere Fehden. Lauingen bildete bei all seinen politischen Abenteuern einen persönlichen Fixpunkt – so oft wie möglich kehrte er in die Gemeinde zurück. 1494 überließ er Lauingen Grundstücke, Güter und Zinseinnahmen. Im Gegenzug sollte die Stadt jährlich einen Gedenkgottesdienst für den Herzog abhalten und die restlichen Einnahmen für Krisenzeiten ansparen, sagt Müller. Georg erhielt 1495 die Kurwürde. Nach der Teilnahme am Italienfeldzug des Königs erhielt er das Amt des Reichshofmeisters. Vor seinem Aufbruch nach Italien machte Herzog Georg sein Testament. Darin bestimmte Georg seine Tochter Elisabeth zur Alleinerbin, sofern es keinen männlichen Nachfolger geben sollte. Als künftigen Gemahl nannte er im Testament einen der vier Söhne des Kurfürsten Phillip von der Pfalz. In den Folgejahren kam es zu Auseinandersetzungen mit seinem Vetter, Albrecht IV. von Bayern, aufgrund des Testaments. Durch die Förderung des Ehemanns seiner Tochter, Pfalzgraf Ruprecht, eskalierte der Konflikt bis 1503. Zur gleichen Zeit erkrankte Herzog Georg ernsthaft, sagt Müller. Nach dem Tod des Herzogs sollte daraus der Landshuter Erbfolgekrieg erwachsen. Lauingen wurde infolgedessen Teil des neu gegründeten Fürstentums Pfalz-Neuburg. Einige Quellen erwähnen eine Turnierverletzung als Ursache, während andere Georgs Hang zum Alkohol als Grund vermuten. Auf dem Weg zum Kurort verschlechterte sich der Zustand des Herzogs so erheblich, dass er in Lauingen rasten musste. Schließlich wurde Georg per Schiff nach Ingolstadt überführt, wo er am 1. Dezember starb. Ärzte notierten nach der Obduktion: „Herz gesund, Leber voller Blattern und wie ersotten.“

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