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Hochwasserschutz

01.05.2018

Flutpolder-Initiative beklagt mangelndes Interesse

Michael Audibert (links) und Hubert Mayer von der Bürgerinitiative „Rettet das Donauried“, die sich gegen Flutpolder einsetzt.
Bild: Cordula Homann (Archivfoto)

Die Lokalpolitik müsse sich mehr einsetzen. Auch das Wasserwirtschaftsamt wird von der Initiative kritisiert.

Die Bürgerinitiative (BI) „Rettet das Donauried“ hat auf einer Sitzung die Aktionen der vergangenen beiden Monate nochmals besprochen.

Laut Pressemitteilung sei die Kundgebung vor einer Versammlung mit Ministerpräsident Markus Söder im März in Donauwörth mit über 50 Betroffenen ein toller Erfolg gewesen. Leider sei Söder wortlos an den protestierenden Bürgern vorbeigegangen. Bei der Veranstaltung im Wahlkampfmodus bezeichnete der Berufspolitiker die Polder als teilweise sehr groß und betitelte Begriffe wie 100- oder 1000-jähriges Hochwasser als „albern“, da keiner wissen könne, wie vor 1000 Jahren ein Hochwasser abgelaufen sei. Hubert Mayer, Sprecher der BI, erinnerte daran, dass Söder im Herbst gewählt werden will. Es müsse daher weiter Druck vom Bürger kommen, damit die Regierung sich zu einer Handlung gezwungen sieht.

Auf der Interessengruppensitzung des Wasserwirtschaftsamtes Donauwörth in Kicklingen Mitte April bedauerte Michael Audibert von der BI, dass die Hochrechnungen des Amtes auf Zahlenspielen beruhen würden. „Während Markus Söder auf der einen Seite solche hypothetischen Zahlenspiele bei Hochwasser zu Recht kritisiert, spekuliert das WWA genau mit diesen Methoden“, beklagt er. Auch der ebenfalls in Kicklingen anwesende Professor Bernhard aus Karlsruhe sah die allein auf Polder basierenden Lösungen kritisch. So brächten diese nur bei optimaler Steuerung und passender Vorhersage etwas. Er sehe insbesondere bei Deichrückverlegungen eine gute Steuerungsmöglichkeit, um eine Scheitelminderung bei Hochwasser zu schaffen. Dazu Hubert Mayer: „Deichrückverlegungen sind natürlich besser als heimatzerstörende Polder.“

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Allerdings gelte auch dort: Solche Maßnahmen müssten entlang der gesamten Donau stattfinden und nicht nur im Bereich des Landkreises Dillingen. Sonst wäre der Flächenverbrauch für die Region ebenso enorm wie bei den Poldern. „Wir leisten mit dem Riedstrom schon genügend“, so Mayer.

Auf der Bürgerversammlung im Schwenninger Ortsteil Gremheim seien die Polder für die Bürger ein Hauptanliegen gewesen. Es gab mehrfach Äußerungen, die örtliche Politik setze sich zu wenig für die Problematik ein. Die BI sah darin kein ausschließliches Problem der Gemeinde Schwenningen. „Auf der letzten Interessengruppensitzung in Kicklingen meldeten sich nur die Betroffenen sowie der BBV und das Landwirtschaftsamt zu Wort. Kein Bürgermeister sah sich zu einer Wortmeldung genötigt“, heißt es vonseiten der Bürgerinitiative. Manche hätten vorzeitig die Sitzung verlassen. Für jeden sei das Desinteresse der regionalen Politiker sichtbar gewesen. (pm)

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