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21.10.2009

"Für uns ist das alles furchtbar traurig"

Höchstädt/Wertingen (E-U, bäs, hva) - Alle Rettungsbemühen um das insolvente Versandhaus Quelle mit seinen 10 500 Mitarbeitern sind gescheitert. Daraus resultiert eine schwere Belastung für den Arbeitsmarkt im Raum Nürnberg/Fürth. Betroffen sind aber auch Quelle-Bestellannahmen im In- und Ausland.

Seit 17 Jahren berät Elfriede Gschoßmann in der Höchstädter Bestellannahme am Marktplatz 11 die Kunden des Großversandhauses. Nicht Mitteilungen der Quelle-Zentrale, sondern die Nachrichten in den Medien informierten sie über die zunehmenden Schwierigkeiten des Unternehmens. Elfriede Gschoßmann erinnert sich an die goldenen Zeiten, als das Versandhaus vor dem Zusammenschluss mit der Karstadt AG zur Arcandor AG noch als "Quelle Schickedanz AG & Co." firmierte. "Frau Schickedanz hat das Haus gut geführt", betont sie. Das Höchstädter Geschäft, das Johann Gschoßmann als Inhaber führt, hat trotz zunehmender Schwierigkeiten der Quelle GmbH bis zum vergangenen Jahr viele Bestellaufträge ausgeführt. "Erst ab 2009 zeigten sich die Kunden verunsichert", berichtet Elfriede Gschoßmann. Der deutliche Bestellrückgang sei auch durch die verzögerte Auslieferung des Katalogs ausgelöst worden.

Seit die Medien vom endgültigen Zusammenbruch des Versandhauses berichten, hat Elfriede Gschoßmann ständig telefonische Anfragen zu den Konsequenzen für die Höchstädter Bestellannahme zu beantworten. Ihre Auskunft ist klar: "Ich schließe nicht." Die entscheidende Geschäftsgrundlage sei schon länger die Textilreinigung. Bestellungen für Produkte in den Katalogen von Neckermann und Schwab werden wie bisher ausgeführt. "Ich bin keine Angestellte von Quelle", betont Elfriede Gschoßmann. Völlig beendet ist das Quelle-Geschäft freilich nicht. Bestellungen für Quelle-Artikel können noch bis zum Jahresende entgegengenommen und erledigt werden. Ordern lässt sich allerdings nur Ware, die sich auf Lager befindet. "Aber die Lager sind voll", sagt Elfriede Gschoßmann. Ungeklärt ist allerdings die Einhaltung mehrjähriger Garantiezusagen etwa bei Elektrogeräten. Den Niedergang des einst größten Versandhauses in Europa kommentiert Elfriede Gschoßmann mit dem Satz: "Für uns ist das alles furchtbar traurig."

Geschätzter Service

"Für uns ist das alles furchtbar traurig"

"Ich weiß nicht, wie es weitergeht", sagt auch Angelika Maiershofer, die in ihrem Laden in Wertingen Quelle-Artikel führt. Die Pleite sei für sie nicht überraschend gekommen. Bei der ersten Krise des Versandhauses vor vier Jahren seien fast 2000 Quelle-Shops auf Bestellannahme umgestellt worden. Führte sie früher noch Elektrogeräte, Kleidung, Schmuck und Dekos, gingen in den vergangenen Jahren lediglich Bestellungen über den Ladentisch. Stammkunden hätten den Service geschätzt. "Die mussten keine Versandkosten bezahlen." Und die Bestellung füllte Angelika Maiershofer aus. Oft nahm sie Maß, um die richtige Größe zu bestellen. Zum Glück mache das Geschäft mit Quelle nur zehn Prozent des Umsatzes aus.

Auch bei den Bestellannahmen in Offingen und Jettingen bricht nur ein Teil des Geschäfts weg. Inge Sparhuber (Offingen) und Renate Deuerling (Jettingen) hoffen, beim Umsatz mit kleinen Einbrüchen davonzukommen. In Burgau schließt der Quelle-Laden Ende des Jahres, weil die Inhaberin in Rente geht.

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