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02.07.2020

Geschenk an Höchstädt: Das hätte öffentlich beraten werden müssen

Eva-M. Springer

Eine Sonderheimerin schenkt der Stadt Höchstädt ein Kunstwerk mit politischen Botschaften. Die berät darüber in geheimer Sitzung. Doch das hätte nicht passieren dürfen.

Die Sonderheimerin Eva-Marie Springer kann sich freuen. Durch die Geheimniskrämerei im Höchstädter Stadtrat ist genau das eingetreten, was sie erreichen wollte. Ihr Anliegen, einen „Weltverbesserungs-Stein“ in Sonderheim aufzustellen, ist durch die Behandlung in einer nichtöffentlichen Sitzung viel interessanter geworden. Die Argumente von Bürgermeister Gerrit Maneth, dass die Schenkende geschützt und die Frage über das Aufstellen von solchen Geschenken grundsätzlich diskutiert werden sollte, dürften für einige Räte gar keine Rolle gespielt haben. Der Stadtteilreferentin und Kreisbäuerin Annett Jung etwa ging es wohl darum, Springer bei ihrem Kampf für eine vegetarische und vegane Lebensweise und gegen eine mit Pestiziden hantierende Landwirtschaft kein großes Forum zu bieten. Genau das hat die Aktivistin der V-Partei3, die im Ganzen bundesweit nur 2000 Mitglieder zählt, nun aber erreicht.

Sollte Kunst mit politischen Botschaften in Höchstädt aufgestellt werden?

Das Ziel des „Weltverbesserungssteins“, Bio und damit eine bäuerliche, umweltgerechte Landwirtschaft zu fördern, ist durchaus ehrenwert, die Entwicklung führt ja entgegen vielen politischen Bekundungen anderswohin – zu immer größeren Agrarfabriken. Die Forderung „Keine Pestizide“ ist jedoch utopisch. Eine Landwirtschaft, die eine explodierende Weltbevölkerung ernähren will, kann ganz ohne den Einsatz von Pestiziden nicht auskommen.

Der „Weltverbesserungs-Stein“ auf dem Sonderheimer Dorfplatz wäre vermutlich wenigen aufgefallen. Manche hätten sich über den Findling gefreut, einige wenige vielleicht an dem Stein gestört. Aber jetzt ging es mit einem Mal um die grundsätzliche Frage, ob jeder in Höchstädt Kunstwerke mit politischen Botschaften auf öffentliche Plätze stellen darf.

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Genau das hätte aber in einer öffentlichen Stadtratssitzung besprochen werden müssen.

Lesen Sie dazu den Artikel: Wieso will Höchstädt dieses Geschenk nicht?

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