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Lauingen
01.09.2021

Tipps aus Lauingen: Endlich auch im Online-Handel erfolgreich

Wie kann man seine Waren erfolgreich im Internet verkaufen? Schülerinnen und Schüler der Berufsschule Lauingen im Zweig E-Commerce lernen das und geben ihr Wissen weiter.
Foto: Jens Büttner,dpa (Archiv)

E-Commerce ist nicht erst seit Corona wichtig. An der Lauinger Berufsschule werden entsprechende Kaufleute ausgebildet. Die geben Tipps, worauf Einsteiger achten sollten.

Die Staatliche Berufsschule in Lauingen ist die einzige im Regierungsbezirk Schwaben, die angehende Kaufleute im E-Commerce ausbildet. Die Ausbildung findet bereits im dritten Jahr statt. Es bietet sich also an, direkt dort zu fragen, wie der erfolgreiche Online-Handel aussehen kann.

Die 22-jährige Julia Seyfried, Auszubildende bei der Segmüller, besucht die Klasse WEC 11b in Lauingen. Sie meint: „Für Präsenz im Internet muss nicht gleich ein umfassender Onlineshop aufgebaut werden.“ Händler sollten sich zuerst online sichtbar machen. Wenn potenzielle Kunden den Namen des Unternehmens bei Google eingeben, sollten sie möglichst auf den ersten Blick die gesuchten Informationen finden: Wie lang hat diese Filiale heute geöffnet? Unter welcher Telefonnummer kann ich das Geschäft erreichen? Wie bewerten andere Internetnutzer den Besuch?

Beispiele auf Instagram und Facebook

Laut Benjamin Palle, 20 Jahre alt, muss am Anfang kein großer Online-Shop her: „Um das Ganze erst einmal zu testen, reicht ein Profil zum Beispiel auf Instagram oder Facebook. Dort kann man sich dann einen Account anlegen und seine Produkte vertreiben.“

Und wie baut man dann einen Shop auf? Der 21-jährige Friedrich Stenschke sagt: „Für kleine Betriebe ist Shopify empfehlenswert, da es ein „Plug & Play“ System ist. Zudem ist es sehr skalierbar. Mit der 14-tägigen Testversion kann man schon einen sehr guten Shop bauen.“ Einen Webshop aufzubauen sei zwar viel Arbeit, aber einfacher als gedacht, meint Ayhan Yalur.

Der 22-Jährige geht einer Ausbildung beim Unternehmen ESM Computer nach. „Planung, sowie Struktur und Link-/Keyword-Analyse helfen sehr stark für ein gesundes, gut performendes SEO (Suchmaschinenoptimierung) und dessen weiterführender Ausbau.“ Yalurs Tipp: Es lohne sich immer wieder mal den eigenen Shop mit den anderen zu vergleichen und etwa mit Sistrix die verschiedenen Kennzahlen zu vergleichen, um bei der Konkurrenz (besser) funktionierende Konzepte zu übernehmen.

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Ergebnisse bei Suchmaschinen entscheidend

Yalurs Mitschüler Sebastian Pfiffner, 21 Jahre alt, Auszubildender von Koffer Kopf, empfiehlt: „Die Händler müssen analysieren, über welche Plattformen und in welchem Maße sie online verkaufen möchten und können.“ Ein Muss sei das Erkennen der besten Kundenbindungsstrategien. „Worauf treffen ihre Kunden, wenn sie den Ergebnissen einer Suchmaschine zu Ihrer Webseite gefolgt sind? Werden ihre Kunden persönlich begrüßt, ist die Funktionalität schnell und benutzerfreundlich? Ist der Kundenservice im Bedarfsfall leicht zu erreichen, erkennt man dort einen zurückkehrenden Kunden?“

Kilian Usel ist 23 Jahre alt. Er ergänzt, dass man seine Produkte auch bei Ebay oder Amazon verkaufen kann. Ebay lohne sich gerade am Anfang, meint der Lauinger Schüler. „Zu einem verbessert es die Onlinepräsenz und Kunden behalten sie im Hinterkopf, wenn sie das nächste Mal etwas Ähnliches brauchen. Wenn die Onlinepräsenz niedrig ist, wird man wahrscheinlich nicht sehr gut in Google gefunden.

Bei Anbietern wie Ebay oder Amazon ist das schon etwas anders. Jeder kennt die beiden Anbieter und schaut meistens erst einmal dort, ob es das Gewünschte gibt und pickt sich im Normalfall das beste Angebot.“ Über die Schnittstelle des Warenwirtschaftssystems lassen sich bereits im eigenen Shop angebotene Artikel ganz einfach auch auf Ebay und Amazon einstellen, erklärt Usel. Das sei aber mit einer kleinen Gebühr verbunden.

Ein Auszubildender bei Segmüller

Instagram sei die Zukunft des E-Commerce, ist sich der 25-jährige Auszubildende MatoVeselcic sicher. Die Voraussetzung für einen Shop sei, dass Unternehmer das Instagram-Profil mit Facebook verbinden. Dazu sei es notwendig, eine Facebook-Seite anzulegen. Online-Händler müssen im Business-Manager einen Produktkatalog hinterlegen. Dieser Katalog umfasst alle Produkte, die auf Instagram beworben werden sollen. Nachdem der Marketing-Verantwortliche die Funktion aktiviert hat, kann Instagram-Shopping verwendet werden.

Sein Mitschüler Dennis Sandvoß, Auszubildender von Segmüller, betont, wie wichtig ein Alleinstellungsmerkmal ist, um im riesigen Angebot im Netz nicht direkt unterzugehen. Das gezielte Schalten von Werbung, das Betreiben von Marketing auf den Plattformen der eigenen Zielgruppe sowie regionale Präsenz ist essenziell. „Am kundenfreundlichsten finde ich, eine Omni-Channel-Strategie zu verfolgen und darauf zu achten, sowohl in der Filiale als auch im Onlineshop gute Beratung und Kundenbetreuung anzubieten und den jeweils anderen Channel zu promoten, sodass dem Kunden letzten Endes die Entscheidungsmöglichkeit gegeben wird, die den Kaufabschluss online oder offline zu tätigen“, sagt der 23-Jährige.

Was das Handy alles speichert

Häufig werde ein Artikel im Laden angeschaut und der Kauf dann online getätigt oder auch andersrum. Der Schüler erinnert daran, das Online-Angebot für mobile Endgeräte zu optimieren. Vier von fünf Smartphone-Nutzern haben in den letzten sechs Monaten einen Online-Kauf mit ihrem Handy getätigt, ergänzt Mitschüler Pfiffner. Friedrich Stenschke hält Videos für das A und O: „Wenn man sich als kleineres Unternehmen auf Social Media präsentiert, gehören gute Videos dazu.“ Wichtiger als die Bildauflösung, seien Kontext und die Infos, die der User sich anschauen kann. Echte Menschen vor der Kamera würden authentisch wirken. „Zudem finden Menschen es toll, wenn der lokale Händler auch in dem eigenen Feed wieder zu erkennen ist.“

Nächster Tipp: „Wer Videos auf seiner Produktdetailseite hinzufügt, die die Produkte erklären und zeigen, wie sie funktionieren, hat im Prinzip schon gewonnen.“

Benjamin Palle sind umfassende Produktfotos wichtig. Eine 360-Ansicht zeige dem Kunden zudem, dass man keine möglichen Problempunkte verstecken möchte. „Auch gelungene Bildergalerien überzeugen die Kundschaft von Ihrem Unternehmen“, sagt Julia Seyfried dazu. Wer seinen Kunden nicht nur Click und Collect anbietet, sondern auch den nationalen Versand, dem empfiehlt Stenschke das Geschäftskundenportal der DHL.

An Social Media führt kein Weg vorbei

Deren Berater würden auch kleinen Unternehmen weiterhelfen. Andreas Klein, Lehrer im E-Commerce, fasst die Tipps seiner Schützlinge zusammen: „Wer den Sprung auf den E-Commerce-Zug verpasst wird es in Zukunft schwer haben, sich am Markt zu behaupten. Voraussetzung ist natürlich ein guter Internetauftritt und insbesondere eine ansprechende Homepage. An Social Media führt heutzutage kein Weg vorbei. Egal, ob neue Produkte vorgestellt werden, Sonderaktionen beworben werden oder auf Events hingewiesen wird, ein kreativer Auftritt in Facebook, Instagram und Co. ist essenziell.“

Anja Behnke, stellvertretende Schulleiterin der Staatlichen Berufsschule Lauingen ist stolz, dass die E-Commerce-Ausbildung in Lauingen angeboten wird: „Wer sich für den Beruf interessiert, informiert sich gerne über die Homepage der Schule: bs-lauingen.de.“ Schüler und Schülerinnen mit weiter Anreise können im Wohnheim unterkommen. (pm)

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