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12.10.2009

Mit Paradebusch und Uniform durch Dillingen

Dillingen Josef Giggenbach schaut sich in der gerade eröffneten Sonderausstellung "100. Jahrestag der Errichtung des königlich-bayerischen 8. Chevauleger-Regiments" im Dillinger Stadt- und Hochstiftmuseum um. In stattlicher, dunkelgrüner Uniform, mit hohen Schaftstiefeln, ledernem Helm samt Paradebusch steht er vor einer Glasvitrine mit Ausstattungsgegenständen. "Eine solche Originaluniform habe ich auch noch zu Hause", bemerkt der 54-Jährige. Er ist Zahlmeister beim Münchner Traditionsverein des ehemaligen königlich-bayerischen 4. Chevauleger-Regiments "König". Die Uniform stammt von seinem Großvater, der damals beim 8. Chevauleger-Regiment in der Donaustadt stationiert war: "Er hat immer von Dillingen geschwärmt."

Vor 100 Jahren war das 8. Chevauleger-Regiment in Dillingen eingerichtet worden. Mit ihren Lederhelmen und Paradebuschen hatten die Soldaten, im Schwäbischen einfach "Schwollis" genannt, auf die damalige Bevölkerung einen großen Eindruck gemacht. Nur zehn Jahre später, im Jahr 1919, wurde das letzte königlich-bayerische Regiment in Dillingen wieder aufgelöst (siehe auch Info-Kasten).

Deshalb ist Giggenbach zusammen mit rund 40 weiteren Mitgliedern des Vereins aus ganz Bayern nach Dillingen gekommen, um der Soldaten des Regiments zu gedenken und die Sonderausstellung zu eröffnen. Schließlich habe man einen direkten Bezug zur Stadt.

Gemeinsam mit Oberbürgermeister Frank Kunz, Oberst Georg Schrenk und Kurator Werner Gutmair sind sie nach einem Gottesdienst mit Monsignore Gottfried Fellner durch die Innenstadt gezogen, um am Kriegerdenkmal am Taxispark einen Kranz niederzulegen. "Die Leute waren ganz erstaunt und gleichzeitig begeistert vom stattlichen Auftritt der Chevaulegers", sagt Kunz bei der Eröffnungsfeier im Museum, das in Teilen gerade renoviert wird.

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Wenn die Umbauarbeiten dort abgeschlossen sind soll die jetzt eröffnete Chevauleger-Abteilung fest in die Dauerausstellung "Garnisonsgeschichte" integriert werden. Bis dahin sind die Informationsbanner, Bildertafeln und Vitrinen im zweiten Stock des Gebäudes untergebracht. In einem der Schaukästen steht eines der wertvollsten Objekte: ein seltener Reservistenkrug aus Steingut, den Giggenbach neben anderen Objekten beigesteuert hat.

Auch bei den etlichen historischen Aufnahmen lohnt ein aufmerksamer Blick. Kurator Gutmair zeigt zum Beispiel auf eine etwas kuriose Fotografie, die eine Gruppe Soldaten in einem alten Automobil zeigt.

Die Chevaulegers hätten einmal einen Geldtransport von Augsburg nach Dillingen begleitet. Leider gebe es nur recht wenige Stücke aus dem Regiment, sagt Gutmair: "Es hatte nur kurze Zeit Bestand und nur in fünf Jahren davon herrschte Frieden."

Giggenbach findet die Ausstellung äußerst gelungen. Die Macher hätten sich sehr viel Mühe gegeben. Und Traditionsvereinsvorsitzender Roman Bischof kommt ebenfalls ins Schwärmen: "Wir schauen schon, was wir alles mitnehmen können", sagt er mit einem Augenzwinkern. Denn originale Teile der imposanten Uniform sind nicht einfach und meist nur recht teuer zu bekommen.

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