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Lauingen

13.06.2019

Moritz Unger verzaubert mit seinen Klängen in Lauingen

In der Augustinerkirche in Lauingen beeindruckte Moritz Unger mit seinem Orgelspiel. (Symbolbild)
Bild: Wolfgang Widemann

In der Augustinerkirche beeindruckt Moritz Unger mit seinem Talent. Er spielt auch eine Hommage für Frankreichs Wahrzeichen Notre Dame.

Der Pfingstjubel hatte mit der Verherrlichung des Heiligen Geistes (Veni Sancte Spiritus) machtvoll das Konzert beendet, als der Organist Moritz Unger mit einer Überraschung aufwartete. Die erlesenen Besucher waren ermutigt worden, Liedvorschläge zu machen, die spontan umgesetzt werden sollten. Es war frappierend zu erleben, wie der 21-jährige Nachwuchsorganist diese Aufgabe bewältigte.

Sowohl das berühmte d-Moll-Präludium von Johann Sebastian Bach, ein schlichtes Marienlied oder Beethovens „Lied an die Freude“ empfand Moritz Unger mit individueller Deutung nach. Sein freies Spiel hatte während des einstündigen Programms auf der Gebrüder-Sandtner-Orgel mit zwei weiteren Improvisationen schon aufhorchen lassen.

Klangballungen und meditative Choralanklänge kennzeichnen das Konzert

Die Hommage an „Notre Dame“ gestaltete der Organist mit dem richtigen Maß an An- und Entspannung. Umwerfende Klangballungen wechselten mit meditativen Choralanklängen ab. Das große Vermögen an Technik, Musikalität und geistige Durchdringung gestattete Moritz Unger eine souveräne Ausformung.

Moritz Unger bewies an der Augustinerorgel sein Improvisationstalent.
Bild: Gernot Walter

Man glaubte den Einfluss von Professor Daniel Roth herauszuhören, bei dem Unger für Studien in Paris weilte. „Veni Sancte Spiritus“ erweiterte der Organist als „Musizieren aus dem Augenblick“ heraus, bei dem der Melodieschwerpunkt extremen Fortissimo-Schlägen ausgesetzt wurde. Die fremden Klänge verließen dabei nie die Tonalität, erzeugten risikobereit eine Magie mit absteigenden Akkorden, durchsetzt von silbrigen Einwürfen, die an Vogelgesang à la Messiaen erinnerten.

Das Publikum in der Augustinerkirche belohnt Unger mit tosendem Beifall

Verblüffender Pedaleinsatz, gewaltige Steigerungen, eine treffliche Schlussfuge inszenierten ein beeindruckendes Breitwand-Szenario: Selbst beim einleitenden „Pilgerchor“ aus der Oper „Tannhäuser“ von Richard Wagner waren improvisatorische Einschübe zu beobachten. Im Arrangement von Bernard Dewagtere, ursprünglich für Saxophon und Orgel gesetzt, betonte Moritz Unger sowohl den Liedcharakter wie auch die machtvolle Freude der Pilger bei ihrer Rückkehr aus Rom in die Heimat.

Die anderen notierten Orgelwerke waren alle im 19. Jahrhundert angesiedelt. Mit dem Schwellwerk erreichte Moritz Unger in „Verset“ von Alexandre Guilmant eine schwärmerische Ausdeutung, im „Amen“ eine gewaltige Schlussvariante. Moritz Brosigs „Fantasie in f-Moll“ und von Richard Bartmuß die „Meditation in d-Moll“ galten schließlich als veritable Vertreter hochromatischen Empfindens, denen Moritz Unger mit einfühlender Registrierung gerecht wurde. Großer Beifall für den Orgelbauer und zweiten Organisten in der Augustinerkirche, den Hermann Müller anfangs vorgestellt hatte.

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