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Segeln

27.07.2020

Regatta in Weisingen: Wer fiert, verliert!

Viel Betrieb auf dem Wagersee: Zehn Dickschiffe und zwei Jollen starteten zur dritten Wertungsregatta des Segelclub Dillinger Land.
Bild: Aumiller

Plus Nach der Corona-Zwangspause herrscht wieder Betrieb am Wagersee. Nicht nur der Wind frischt bei der dritten Wertungsregatta des SC Dillinger Land rechtzeitig auf, es gibt auch eine rekordverdächtige Zahl von Neuanmeldungen

Ob wohl gestartet werden kann? Die Regenwolken verziehen sich an diesem Sonntagvormittag gerade noch rechtzeitig, ein leichtes Lüftchen kommt auf. „Der Wetterbericht sagt, Windstärke zwei bis drei aus West/Südwest ist noch möglich“, stellt Vorsitzender Tony Horsch mit einem Blick zum Himmel fest. Der Steuermannsbesprechung durch Regattaleiter Hansjörg Huber steht also nichts mehr im Weg: Zehn Dickschiffe und zwei Jollen gehen wenig später über die Startlinie zur Wertungsregatta des Segelclub Dillinger Land.

Ein Dreieckskurs soll heute in drei oder vier Läufen gesegelt werden. Jetzt gilt der alte Segler-Spruch: Wer fiert, verliert! Skipper, die gewinnen wollen, haben das Fieren – also Segel oder Anker kontrolliert ablassen – möglichst zu unterlassen. Sonst wird weniger bis gar keine Fahrt mehr gemacht.

Vereinsleben nimmt Fahrt auf

Es ist die dritte Wertungsregatta im Corona-Jahr 2020. Nach der Winterwanderung lag auch beim SCDL das Vereinsleben aus bekannten Gründen darnieder. „Von Mitte März bis Mitte Mai durften wir die Segel nicht setzen“, blickt Horsch, der seit zwei Jahren Vorsitzender ist, zurück: „Das Ansegeln mit Angrillen fiel flach.“ Zur ersten Regatta nach Lockerung der Corona-Einschränkungen hatten sich dann sechs Boote gemeldet, zur zweiten waren es schon zwölf. Der SCDL nimmt wieder Fahrt auf.

Vorsitzender Tony Horsch (rechts) und Regattaleiter Hansjörg Huber.
Bild: Aumiller

Drei weitere Wertungsregatten sind bis zum Saisonfinale im Oktober noch geplant. „Mast- und Schotbruch!“, lautet der Seglergruß bis dahin. Der Mast ist auch Landratten ein Begriff. Aber was ist eine Schot? Zur Aufklärung trägt Tony Horsch bei: „Das ist eine Leine zum Bedienen des Segels.“ Alle relevanten Schlagworte und noch Einiges mehr an nötigem Handwerkszeug können angehende Segler in der Theorie beim SC Dillinger Land lernen. Den Segelschein gibt es dann aber nur in Kooperation mit einer Segelschule am Ammersee.

Das bereits erwähnte Fieren ist dabei nur einer von zahlreichen Fachbegriffen, mit dem sich Segel-Anfänger konfrontiert sehen. In einer Jugendgruppe wird der Nachwuchs an den Segelsport herangeführt. Rund 120 Mitglieder zählt der SCDL inzwischen, über „rekordverdächtige zwölf Neuanmeldungen“ freut sich Horsch allein in diesem Jahr.

Den Mitgliedern stehen ein 22-Fuß-Dickschiff, eine „470er“, eine „Rennmaschine“ Laser Vago sowie 15 Jugendboote (Optimist, Laser) zur Verfügung. Etliche Mitglieder haben ihre privaten Segelboote auf dem Vereinsgelände untergebracht, von den 58 Liegeplätzen sind aktuell nur noch drei frei.

Von Faimingen an den Wagersee

Segelrevier des SC Dillinger Land – mit der Ausdehnung von rund einem auf einen Kilometer – ist der größte der drei Wagerseen zwischen Weisingen und Lauingen. Unter der Regie des langjährigen Vorsitzenden Horst Watzke entstand dort Mitte der 90er-Jahre der neue Vereinshafen. Der SC Dillinger Land ist immer noch eine Abteilung des FC Gundelfingen, wurde 1964 als solche gegründet und erst vor wenigen Jahren umbenannt.

Anfangs fuhren die Wassersportler auf dem Faiminger Stausee. Die sprichwörtliche „Handbreit Wasser unter dem Kiel“ war dort aber nicht mehr gewährleistet, weil der Stausee zunehmen versandete. Eine Zwischenlösung stellte der Schurrsee zwischen Gundelfingen und Günzburg dar, ehe in fleißiger Eigenleistung die Anlage am Wagersee erstellt wurde.

Und ist der See zu Ende, fahren wir eine Wende! Welche Segler die nötigen Manöver gestern auf dem Wagersee am besten absolvierten und die Windverhältnisse am geschicktesten nutzten, ist den hier angehängten Ergebnissen zu entnehmen. Ahoi!

Alle Starter und die Sieger (vorne, von links): Andreas Schretzenmayer (Jolle), Tony Horsch und Mustafa Taner (3. Dickschiffe), Christine und Christian Ebersbach (1. Dickschiffe), Wolfgang Ranftler und Gerhard Lindenthal (2. Dickschiffe).

Ergebnis 3. Wertungsregatta

Dickschiffe: 1. Christine und Christian Ebersbach 2. Gerhard Lindenthal/Wolfgang Ranftler; 3. Mustafa Taner/Tony Horsch; Jollen: 1. Andreas Schretzenmayer

Sieger  Dickschiff: Christine und Christian Ebersbach, Jolle:  Andreas Schretzenmayer
74 Bilder
Impressionen der 3. Wertungsregatta
Bild: Karl Aumiller
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