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Vernissage

05.11.2019

Rolf Lussem meldet sich zurück – und wie

Eindrucksvoll zurückgemeldet hat sich der anerkannte Dillinger Konstruktivist Rolf Lussem bei einer Gemeinschaftsschau in Hessen. Links eines von Lussems neuesten Werken in der Gemeinschaftsausstellung in Zwingenberg.
Foto: von Neubeck

Im hessischen Zwingenberg wurde die Gemeinschaftsausstellung „Fundament Bauhaus Weimar Dessau“ eröffnet. Der Dillinger Konstruktivist ist mit neuesten Werken dabei

Er zählt zu den renommiertesten Künstlern Schwabens und darüber hinaus. Der gebürtige Kölner Rolf Lussem (Jahrgang 1945), seit vielen Jahren in Dillingen beheimatet, gehört zur elitären Gruppe der eigentlich rar gesäten Konstruktivsten Deutschlands. Am Samstag wurde in der Remise beim ehemaligen Amtsgericht im südhessischen Zwingenberg, der ältesten Stadt an der Bergstraße, die Gemeinschaftsausstellung „Fundament Bauhaus Weimar Dessau“ eröffnet.

Nach der Begrüßung durch Bürgermeister Holger Habich stellte Kunsthistoriker Roland Held die einzelnen Künstler vor. Noch bis 17. November ist die Schau (Öffnungszeiten: freitags, samstags und sonntags jeweils von 14 bis 18 Uhr) zu sehen, bei der neben dem Dillinger Konstruktivisten noch Reinhard Fritz, Roland Helmer, Rudolf Kämmer, Trude Schumacher-Jansen und Ingryda Suokaitè beispielhaft zu sehen sind. In der Ankündigung wurde viel versprochen: „Traumhafte Sujets und eine um die Realität scheinbar unbekümmerte Darstellungsweise finden wir in diesen Bildern. Mit dieser Präsentation der aktuellen Malerei wird ein Bekenntnis zur Farbe abgegeben. Die hier vorgestellten Arbeiten nehmen künstlerische Themen auf, mit denen sich die Maler mit dem Bauhausgedanken beschäftigt haben, die aber nun in eine neue Dimension führen.“ Es war der dritte und letzte Teil der Veranstaltungsreihe „Bauhaus und die Bergstraße“ aus Anlass des Jubiläums 100 Jahre Bauhaus. Die Stadt Zwingenberg hat in Kooperation mit der Brain AG ein besonderes Kulturprogramm auf die Beine gestellt. Eingebettet war die Vernissage der Konkreten in eine Lichtkunstprojektion „Moving Mitosis I bis III“ von Helga Griffiths. Parallel dazu fand die Eröffnung der Ausstellung „Fundament Bauhaus Weimar/Dessau – konkrete Komposition der Malerei“ statt.

Rolf Lussem, der an der Eröffnung teilnahm, sagte bei seiner Rückkehr gegenüber unserer Zeitung, dass es eine „rundum und überaus gelungene Darstellung moderner Kunst“ gewesen sei. Sichtlich zufrieden auch mit dem kommerziellen Erfolg der Schau, wies er darauf hin, dass es sich bei seinen ausgestellten Werken um „neueste Arbeiten“ handele, „die, die besondere Ästhetik des Bauhaus’ zum Ausdruck bringen“. Lussem hat in Stuttgart Malerei und Grafik studiert und an mehreren Kunst-am-Bau-Projekten mitgewirkt. 1987 wurde er mit dem Kunstpreis des Landkreises Dillingen ausgezeichnet. Aktivitäten entwickelte der Konstruktivist im Berufsverband Bildender Künstler und in verschiedenen Jurys. So war er beispielsweise maßgeblich beteiligt, als der damalige Bürgermeister Dietrich Riesebeck in Wertingen mit Herbert Dlouhy und Kuno Knapp „Kunst im Schloss“ entwickelte. Der Künstler lebt seit langem in Dillingen mit Jutta Lussem-Spanel und hat drei erwachsene Kinder. Lussem-Kenner Andreas Link hat die Bildwelt des Dillingers so beschrieben: „Bestechend klare, ausgeklügelte Bildorganisation, die Reduktion auf wenige Farben und Formelemente und deren Korrespondenzen innerhalb des Bildganzen… Lussem malt Bilder, bedeckt also Ölleinwände mit Farben und Formen, die sich auf keine Motive oder Gegenstände außerhalb des Bildes beziehen. Alles, was im Bild ist, bleibt auf das Bild selbst bezogen ohne Bezüge von außen zu einer vermeintlichen Bedeutungssteigerung heranzuziehen. Der aus der Kunstgeschichte der Moderne bekannte grundehrliche Ansatz der konkreten Malerei. Ihre Schönheit ist nicht von außen entlehnt, sondern nur dem Bild selbst immanent.“

Lussem genügen oft wenige Striche, Farben und Formen – die allerdings genau auskomponiert, ja sogar errechnet und berechnet sind, um einem Bild mit tiefer Harmonie ein Element spielerischer Offenheit einzuschreiben. Noch immer arbeitet der Wahl-Dillinger fast täglich in seinem Atelier in der Kardinal-von-Waldburg-Straße, obwohl inzwischen schon weit über 70 Jahre alt. „Der Künstler kennt keinen Ruhestand“, sagt Lussem. Nach gesundheitlichen Problemen hat er sich jetzt mit vielen neuen Ideen bewundernswert zurückgemeldet.

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