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Auszeichnung

18.10.2017

Sechs „Siebener“ geehrt

Bei der Ehrung der Feldgeschworenen: (von links) Thomas Wagner, Andreas Böck, Andreas Foldenauer (Landratsamt), Erwin Weinmann, Zweiter Bürgermeister Stephan Karg (Höchstädt), Josef Lindenmayr, Anton Mayer, Oberbürgermeister Frank Kunz (Dillingen), Franz Brenner, Dritter Bürgermeister Anton Schmid (Bissingen), Anton Schiele und Leo Schrell.
Bild: v. Weitershausen

Landrat Leo Schrell würdigt das Engagement von langjährigen Feldgeschworenen

Mit dem Wort „unersetzbar“ hat Landrat Leo Schrell das ehrenamtliche Engagement der sechs Feldgeschworenen bezeichnet, die er zur Würdigung ihres jahrzehntelangen verdienstvollen Wirkens ins Landratsamt eingeladen hatte. Sie erhielten eine Ehrenurkunde des bayerischen Finanzministers Markus Söder.

In einem Rückblick auf die Geschichte der Feldgeschworenen, im Volksmund auch „Siebener“ genannt, erinnerte der Landrat an den Beginn des Ehrenamts der Feldgeschworenen vor rund 700 Jahren in Franken. Von dort aus habe sich das Amt der Siebener in allen Regionen Bayerns verbreitet. „Noch heute tragen über 21000 Feldgeschworenen in Bayern als Mittler zwischen Grundbesitzern und Vermessungsämtern zum nachbarlichen Frieden bei“, sagte Schrell. Dabei führten sie jährlich über 250000 Abmarkungen zusammen mit den Vermessungsämtern durch. In der Laudatio verwies der Landrat auf das 16. Jahrhundert, in dem erstmals die Alleinzuständigkeit der Feldgeschworenen für das Anbringen von Grenzmarken, insbesondere für das der Grenzsteine, erwähnt worden sei. Neben dieser wichtigsten ursprünglichen Aufgabe erweiterten sich die Zuständigkeiten nach und nach in richterliche oder schiedsrichterliche Autorität, wenn es bei Grenzstreitigkeiten darum ging, den Spruch an Ort und Stelle zu fällen und durch das Setzen der Marksteine zu vollstrecken.

„Diese Zuständigkeiten blieben bis zum Erlass des Abmarkungsgesetzes im Jahr 1900 erhalten“, erläuterte Schrell. Seitdem unterstehen die „Siebener“ den Vermessungsämtern. Doch trotz dieser Änderung zähle das Amt der Feldgeschworenen zu den ältesten noch erhaltenen Ämtern der kommunalen Selbstverwaltung.

Heute seien die Aufgaben und Tätigkeiten im neuen Abmarkungsgesetz und in der Feldgeschworenenordnung aus dem Jahr 1981 geregelt, sagte der Landrat und stellte in diesem Zusammenhang fest, dass auch das Siebenergeheimnis nach wie vor darin verankert sei.

Thomas Wagner, Direktor des staatlichen Amts für Digitalisierung, Breitband und Vermessung in Dillingen, dankte den sechs anwesenden „Siebenern“ für die gute Zusammenarbeit vor Ort. Er betonte dabei, dass auch heute nicht auf die Kenntnisse der Feldgeschworenen verzichtet werden könne. Wagner weiter: „GPS-Satelliten messen zwar sehr exakt, doch die notwendigen Grenzsteine können sie setzen.“

Zur Ehrung waren auch die Heimatbürgermeister der sechs Feldgeschworenen im Landratsamt erschienen: Dillingens Oberbürgermeister Frank Kunz, Höchstädts Zweiter Bürgermeister Stephan Karg und Bissingens Dritter Bürgermeister Anton Schmid.

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