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Gundelfingen

18.10.2019

So sieht es im Gundelfinger Kürbis-Dschungel aus

Besonders scharf Stacheln hat der Kiwano, den Christian Ruchti hier in der Hand hält. Der 19-Jährige aus Gundelfingen hat ein außergewöhnliches Hobby: Er züchtet besondere Arten und Formen von Kürbissen.
Bild: Brigitte Bunk

Plus In seinem Gewächshaus in Gundelfingen hegt und erntet Christian Ruchti außergewöhnliche Gewächse. Wie wohl eine indische Netzgurke schmeckt?

In vielen Orten liegen derzeit Kürbisse am Straßenrand zum Verkauf. Doch mit denen gibt sich Christian Ruchti aus Gundelfingen nicht ab. Der 19-Jährige züchtet selbst. Schon seit er fünf Jahre alt war, liebt er diese bunten Früchte. „Die besondere Vielfalt an Farben und Formen hat mich schon immer begeistert“, erklärt der Gymnasiast und führt aus: „Das Besondere ist, dass diese Kürbissorten ausschließlich in Äquatornähe beheimatet sind und ich sie hier in Gundelfingen anbaue, in einem Gewächshaus.“ Jetzt nach der Ernte hängen nur noch wenige Früchte an den dünnen, in sich verschlungenen Zweigen.

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Wie in einem kleinen Dschungel sieht es im Kürbisbereich aus. Christian Ruchti nimmt eine indische Netzgurke in die Hand und erzählt: „Die wird in Indien sehr gerne als Salat zubereitet und hier in Deutschland eignet sie sich sehr gut zur Dekoration, weil sie mit ihrer auffälligen braunen Farbe besonders heraussticht.“ Ein Bitterkürbis, den er zeigt, ist in Südostasien beheimatet. Den hat er aus Myanmar mitgebracht, nachdem er ihn im Urlaub auf einem Markt entdeckt hat. „Er hat besondere Wirkstoffe, weswegen er in seiner ursprünglichen Heimat als Medizin verwendet wird“, führt der junge Mann aus. Besonders scharfe Stacheln, weswegen er auch sehr gefährlich sein kann, hat der grüne Kiwano.


Je ungewöhnlicher die Kürbisse sind, umso besser gefallen sie dem jungen Züchter.
Bild: Brigitte Bunk


In den Händen hält der junge Züchter derweil dünne grüne Zweige des Palmatus mit großen, leuchtend grünen Blättern, die an Ahorn erinnern, und kleinen runden dunkelgrünen Früchten, die mit hellen Streifen durchzogen sind. Auch diese Kürbissorte ist in Äquatornähe beheimatet und eignet sich besonders gut als Tischdekoration. „Das ist noch eine Geheimrarität, die man in Deutschland fast nicht kennt“, meint er. Essen kann man diese Kürbisse nicht, aber der Abiturient hat durchaus welche, die gut schmecken und bekömmlich sind.

Fünf Minuten in die Mikrowelle

Das fängt bei Hokkaido-Kürbissen an, über Butter-Nuss- und Muskat-Kürbisse gibt es eine breite Vielfalt. Eine spezielle Sorte kommt für fünf Minuten in die Mikrowelle, oben schneidet er dann den Stiel weg, gibt zum Beispiel Käse und Schinken rein und löffelt das gerne mitsamt dem Fruchtfleisch raus, weshalb nur die Schale übrigbleibt. Ein guter Speisekürbis ist auch der Tromboli, der an eine Schlange erinnert. Im dickeren „Kopfteil“ sind die Kerne drin, im langen Bereich viel Fruchtfleisch. Als Suppe, Gemüse oder auch Salat schmecken Kürbisse, verwenden kann man sie nicht nur frisch nach der Ernte: „Wir frieren auch selbst viel ein und essen das dann im Winter.“

Je nach Jahreszeit ist das Hobby mehr oder weniger zeitaufwendig. Im Frühjahr muss er sehr intensiv auf die Aufzucht aufpassen, damit sie genug Wasser erhält und nicht eintrocknet. Im Sommer müssen die Pflanzen regelmäßig bewässert werden. Die meiste Arbeit fängt im September, Oktober an, wenn die Früchte geerntet und gewaschen werden. Christian nimmt einen grün-gelben Kürbis in die Hand, der viele Knubbel auf seiner Oberfläche hat und sagt: „Gerade solche warzigen Exemplare sind sehr arbeitsintensiv. Sie abzubürsten und zu waschen, damit sie dann tipptopp an den Mann oder an die Frau gebracht werden können.“ Sein größter Kürbis liegt in einem Schubkarren.

Samstalk mit Christian Ruchti

Tropische Kürbisse im heimischen Gewächshaus? Für Christian Ruchti kein Problem. Der 19-jährige Gundelfinger hat uns sein besonderes Hobby vorgestellt. Viel Spaß beim Anschauen :)

Gepostet von Donau Zeitung am Mittwoch, 16. Oktober 2019

Wie schwer der genau ist, das weiß Christian Ruchti nicht - aber vier Mann waren nötig, um ihn in den Schubkarren zu laden. An die Samen ist Christian gekommen, als auf der Kürbismesse in Ludwigsburg vor ein paar Jahren der Gewinnerkürbis eines Wettbewerbs „ausgeschlachtet“ wurde, der etwa 700 bis 800 Kilogramm schwer war. Er dachte, „die muss ich nachzüchten“. Er findet es sehr schön, mit Naturprodukten zu arbeiten und erfüllend, jedes Jahr neue Sorten anzubauen, die er schon mal im Urlaub findet oder auch aus Katalogen bestellt, zum Beispiel von Fabrikanten aus Holland, die sich darauf spezialisiert haben.

Er hat einen ganz anderen Berufswunsch

Seine Eltern waren anfangs schon überrascht, aber da sie selbst im Gemüseanbau tätig sind, liegt es nahe, dass er etwas mit Gemüse macht. Sein Berufswunsch allerdings hat nichts mit diesem Hobby zu tun, er möchte Physik studieren.

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