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Höchstädt

24.07.2018

Spektakuläre Innovation zur Wasseraufbereitung

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Die Belastungen des Trinkwassers werden laut Analysen von Fachleuten immer mehr zunehmen, da der weltweite Wasserkreislauf mit immer mehr Schadstoffen angereichert werde.
Bild: Kaya

Entwicklungskonsortium erhält Förderbescheid über beinahe 400000 Euro im Hause Grünbeck.

In vielen Regionen der Welt muss Trinkwasser mit großem Aufwand vorbehandelt werden. Hierzulande ist die Aufbereitung von Wasser insbesondere für die Industrie ein wichtiges Thema. „Dafür steht die Firma Grünbeck Wasseraufbereitung GmbH“, sagte Grünbeck-Geschäftsführer Dr. Günther Stoll im Rahmen einer Feierstunde, bei dem er auch die Frage der Wettbewerbsfähigkeit des Höchstädter Wasseraufbereitungsunternehmens in den Raum stellte. „Wir müssen und wollen anderen gegenüber in Sachen Innovation immer einen Schritt voraus sein“, betonte Dr. Stoll. Die Zukunft der Wasseraufbereitung liege dabei in der Membrantechnik, weshalb sich das Unternehmen Grünbeck auch an einem Entwicklungskonsortium beteiligt habe.

Der Wasserkreislauf der Welt ist nach den Worten des Geschäftsführers mittlerweile vollständig geschlossen, weshalb das Lebenselixier auch immer häufiger mit Verunreinigungen wie etwa Nitrat und immer häufiger Medikamentenrückständen belastet sei. Dabei seien viele gefährliche Rückstände überhaupt nicht messbar, sodass es Ziel sein müsse, die Messbarkeit der Sauberkeit des Wassers in der Welt in den Fokus der Grundlagenforschung und technischen Entwicklung zu stellen.Dabei könnte die „POF_Mem“, eine Entwicklung von polymeroptischen Fasersensoren, die eine bislang nicht mögliche Überwachung des Innenlebens von Membranwickelmodulen zur Wasseraufbereitung erlauben, den Einsatz in Umkehrosmoseanlagen möglicherweise revolutionieren.

Bislang müssen die Anlagen aufwendig gespült werden und sind in der Zeit nicht betriebsbereit

„Bislang werden diese Membrananlagen nach Erfahrungswerten und dementsprechend mit hohen Sicherheitsreserven gesteuert“, erklärte Simon Hager, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der TU München, in seinen Ausführungen bei der Feierstunde. Dadurch würden deutlich früher als eigentlich notwendig aufwendige Rückspülvorgänge gestartet, und während dieser Spülungen sei die Anlage nicht betriebsbereit, so Simon Hager weiter. Ziel sei es, mit der Neuentwicklung diese Ausfallzeiten durch Ermöglichung bedarfsgerechter Steuerung stark zu reduzieren. Darüber hinaus sollte zum Nutzen der Anlagebetreiber mit dem Einsatz der polymeroptischen Fasersensoren der Chemikalieneinsatz im Anlagenbetrieb maßgeblich reduziert oder sogar vollständig vermieden werden.

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Die Firma Grünbeck arbeitet in diesem Projekt mit der Technischen Universität München, der Technischen Hochschule Nürnberg, der Bayerischen Staatsbrauerei Weihenstephan und dem Ingenieurbüro Heinl GmbH zusammen. Für das Höchstädter Wasseraufbereitungsunternehmen besteht dabei die Aufgabe darin: Konstruktion und Bau der Versuchsanlagen, Sensorintegration sowie die Fertigung von Messmodulen.

Finanz- und Heimatstaatssekretär Dr. Hans Reichhart, der nach Höchstädt gekommen war, um den Förderbescheid von der Bayerischen Forschungsstiftung über 398000 Euro für dieses Projekt im Rahmen der Feierstunde zu übergeben, freute sich in seiner Ansprache, dass es Überlegungen gebe, wie diese energieintensiven Prozesse verbessert werden können.

Dass sich dafür ein bayerisches Forschungs- und Entwicklungskonsortium mit ausgezeichneten Ideen positioniert habe, sei überaus bemerkenswert. Besonders, wenn die clevere Kombination von Ideen zwischen bayerischen Unternehmen und Forschungseinrichtungen immer wieder dazu führe, wissenschaftliche Erkenntnisse in Technologien umzusetzen. Nicht nur um das Leben der Menschen zu erleichtern, sondern auch die natürlichen Ressourcen zu schonen. Noch dazu sei es mehr als bemerkenswert, wenn die Wirtschaft in Bayern dadurch auch außerhalb der Ballungsräume gestärkt werde, so der Staatssekretär weiter. Professor Dr. Arndt Bode, Präsident der Bayerischen Forschungsstiftung, ergänzte in seiner Ansprache, Wasser sei weltweit enorm wichtig. Er gratulierte in diesem Zusammenhang den Antragstellern zur Förderung ihres gemeinsamen Projekts, das die Forschungsstiftung sicherlich weiter im Auge behalten werde. Jährlich liegen der Bayerischen Forschungsstiftung nach den Worten von Staatssekretär Reichhart Projektanträge mit einem Gesamtvolumen von über 50 Millionen Euro zur Begutachtung vor.

Die Forschungsstiftung habe seit ihrer Gründung im Jahr 1990 für 871 Projekte rund 566 Millionen Euro bewilligt. Gemeinsam mit den Co-Finanzierungsanteilen der bayerischen Wirtschaft sei daraus ein Gesamtprojektvolumen von rund 1,255 Milliarden Euro entstanden.

Landtagsabgeordneter Georg Winter lobte das seit Jahren ausgezeichnete innovative Engagement bei der Grünbeck Wasseraufbereitung GmbH. Er kommentierte diese Neuentwicklung des Forschungs- und Entwicklungskonsortiums zum Einsatz in Umkehrosmoseanlagen zur Wasseraufbereitung mit den Worten „geradezu revolutionär“.

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