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Dillingen

26.08.2019

Spülen für die Ökobilanz - so lief das Dillikat in Dillingen

Das Spülteam auf dem Dillikat: (von links) Marlies Nitschke, Johanna Pröller-Nitschke, Dagmar Carsten, Manfred Stanzel, Linus Hackspacher und Ingrid Stanzel. Sie wollen mit ihrem Engagement vermeiden, dass Abfall durch Plastikgeschirr entsteht.

Plus Um Plastikgeschirr zu vermeiden, waschen die Helfer des Dillikat von Hand ab – ein anstrengender Job. So lief das Fest im Dillinger Taxispark.

Die Besucher des Dillikat, die mitten im Dillinger Taxispark auf Bierbänken sitzen, Essen und Trinken genießen, der Musik lauschen oder sich einfach sonnen lassen, können auf den ersten Blick nicht erahnen, was sich hinter der Trennwand neben den Bänken tut. Dort wird hart gearbeitet. Ständig kommen neue Kisten voll mit dreckigen Tellern und Tassen, die am Spülmobil wieder sauber gemacht werden müssen.

Dillikat Dillingen: Spülen, um Plastikgeschirr zu vermeiden

„Man stelle sich vor, dieses ganze Geschirr wäre nun zum Wegwerfen“, sagt Johanna Pröller-Nitschke. Sie und weitere Helfer des Dillikat spülen den ganzen Tag von Hand und mit einer Spülmaschine ab, um Geschirr aus Plastik zu vermeiden, das danach in der Mülltonne landet. Jeder Anbieter, der seine regionalen und ökologischen Produkte auf dem Fest an diesem Sonntag verkauft, muss, wie in den vergangenen Jahren, auf Plastik verzichten. Stattdessen stellen die Veranstalter Geschirr des Städtischen Bauhofs zur Verfügung.

Das Dillikat im Dillinger Taxispark schreibt sich Ökologie und Nachhaltigkeit auf die Fahnen.
16 Bilder
Ökologisch feiern: Das war das Dillikat im Taxispark
Bild: Andreas Schopf

Um Teller, Besteck und Co. den ganzen Tag sauber zur Verfügung zu haben, braucht es viel ehrenamtlichen Einsatz. Marlies Nitschke aus dem Vorstandsteam des Dillikat berichtet, dass sie rund zwölf Stunden rund um die Spülbecken verbringt. Es gilt, die Spülmaschine ein- und auszuräumen, von Hand abzuspülen und die Kisten voll Geschirr zu schleppen. „Das gibt morgen Muskelkater“, sagt die 26-Jährige und lacht. Bei der Arbeit habe man immer den ökologischen Aspekt im Hinterkopf, sagt Mutter Johanna Pröller-Nitschke, die Wirtin des „Chili“ von Regens Wagner. „Es ist wichtig, dass die Menschen ihre Wegwerfmentalität verlieren“, sagt sie. Dafür kümmern sich die Freiwilligen an diesem Sonntag um tausende Geschirrteile. Eine Erleichterung stellt der neue „Mülltrenn-Tisch“ dar. Dort können Besucher zum Beispiel Abfall und Besteck vorsortieren. „Das nimmt uns etwas Arbeit ab“, sagt Marlies Nitschke.

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Nachhaltigkeitsgedanke zieht sich durch das ganze Fest

Der Nachhaltigkeitsgedanke zieht sich durch das ganze Fest, auf dem regionale Anbieter ökologisch produzierte Lebensmittel verkaufen. So wie Roswitha Stöpfel, Inhaberin des „Landeinkauf“ in Gundelfingen. An ihrem Stand können Kunden etwa Produkte mit der Schwäbischen Weinweichsel oder mit eingekochtem Gundelfinger Gemüse kaufen. „Das Publikum auf dem Dillikat ist ein anderes“, sagt Stöpfel. Die Besucher würden sich mehr für die Herkunft und Produktion der Waren interessieren und aktiv nachfragen. Dies sei bei anderen Veranstaltungen nicht der Fall.

Am Stand des Hofladens Deisenhofer aus Wertingen stehen der ehemalige Dillinger Oberbürgermeister Hans-Jürgen Weigl und seine Frau Ingrid. Sie möchten einen Akazienhonig mitnehmen. Auf Anraten des Verkäufers entscheiden sie sich für einen Edelkastanienhonig – der ist nicht so süß. „Die Beratung auf dem Dillikat ist spitze“, sagt Hans-Jürgen Weigl. Die beiden kommen jedes Jahr, um die Idee des Festes zu unterstützen. Es sei bemerkenswert, wie die Veranstaltung angenommen werde und den Taxispark belebe, sagt der Ex-OB. Seine Frau Ingrid, die sich Spruchkarten gekauft hat, lobt, dass es jedes Jahr etwas Neues zu sehen gibt und man sich austauschen kann.

Stammgäste: Dillingens Ex-OB Hans-Jürgen Weigl und seine Frau Ingrid.

Neben der Verpflegung gibt es Stände, die Besucher informieren, wie etwa vom Bund Naturschutz. Auch zu Hanfprodukten oder etwa einer ökologischen Zahnpasta kann man ins Gespräch kommen. Zum ersten Mal ist in diesem Jahr besucht Matthias Kurkowski aus Lauingen das Dillikat. Für ihn sei die „Einzigartigkeit des Angebots“ auf dem Fest beeindruckend. Es gebe Produkte, die es nicht in jedem Supermarkt um die Ecke zu kaufen gibt. „Es gefällt mir sehr gut hier“, sagt er.

Fokus gilt auch der Musik

Wie gewohnt, gilt der Fokus des Dillikat auch der Musik. Mehr als ein halbes Dutzend Bands und Musikgruppen unterhalten die Besucher – von Wirtshausmusik bis zur Kindertanzgruppe. Die Verantwortlichen sind mit dem Zuspruch zufrieden. Angepeilt waren wie zuletzt rund 3000 Besucher. „Manche Händler sagen, dass es in diesem Jahr etwas weniger waren als zuletzt“, sagt Mitorganisator Joachim Hien am Nachmittag, als das Wetter überraschend gut hält. „Aber das kann man schwer sagen.“

Bilder vom Dillikat 2019 finden Sie in unserer Galerie.

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