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Dillingen

26.07.2020

Traum-Abi 1,0 – und was kommt jetzt?

Franziska Appl
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Franziska Appl

Plus Sechs Abiturienten aus dem Landkreis Dillingen haben im Corona-Jahr diesen sensationellen Schnitt erzielt. Das sind die Träume und Hoffnungen der Absolventen für die Zukunft.

Ein altes Sprichwort sagt: „Per aspera ad astra“ - zu Deutsch „über steinige Wege zu den Sternen“. Im Landkreis sind wieder unzählige Schüler den steinigen Weg durch die Abiturzeit gegangen und am Ziel angelangt. Gleich sechs von ihnen haben nach den hellsten Sternen gegriffen – einem sagenhaften Abiturschnitt von 1,0.

Ein Rezept, um solche Leistungen zu bringen, haben sie eher nicht. „Das habe ich mich selbst gefragt, wie das passieren konnte“, sagt Franziska Appl. Die Abiturientin vom Dillinger Bonaventura-Gymnasium hat in der Oberstufe eine strukturierte Arbeitsweise mit To-Do-Listen und Lernplänen bevorzugt. Vor allem in der Zeit des Lockdowns und des sogenannten „Homeschoolings“ sei dies hilfreich gewesen.

Wohin nach dem Super-Abi?

Lisa Herrmann, die am Lauinger Albertus-Gymnasium Abi gemacht hat, sagt: „Wir waren aber nie wirklich auf uns alleine gestellt, wir sind immer von unseren Lehrern beraten worden.“ Neben der Struktur seien aber auch Fleiß, Motivation und Durchhaltevermögen wichtig gewesen, wie Herrmann betont. „Ich war schon immer sehr ehrgeizig und habe mich unter Druck gesetzt, um meine Ziele zu erreichen.“ Auch wenn sie dafür auch einen großen Teil ihrer Freizeit geopfert hat. „Letztendlich hat es sich aber gelohnt.“ Ihr Mitschüler Leon Thiel setzt im Allgemeinen vor allem auf die Kommunikation. „Stumpfes Auswendiglernen von Fakten nützt nicht immer“, sagt er, „man muss sein Wissen richtig präsentieren und darf nicht zu reden aufhören. Im Redefluss fällt einem dann oft noch etwas ein.“

Die Corona-Zeit war für die Schüler besonders durch Ungewissheit geprägt. Laut Herrmann ist es lange unklar gewesen, ob das Abitur in diesem Jahr überhaupt stattfindet und wie es dann abläuft. Jedoch zieht sie aus der Krise auch etwas Positives. „Durch die verschobenen Prüfungen hatten wir mehr Zeit zur Prüfungsvorbereitung.“ Dennoch bedauert sie, dass verschiedene Aktionen wie der Abistreich oder Urlaubsfahrten verschoben oder ganz gestrichen werden mussten. „Ich war schon enttäuscht, dass es keinen richtigen Abiball geben wird. Zumindest konnten wir den Abigottesdienst sowie die Zeugnisübergabe feiern.“ So geht es auch Carolin Friedl vom Wertinger Gymnasium. „Neben dem Abiball gibt es jedes Jahr das „Weiß-Blaue“. Das ist ein Volksfest, das für die gesamte Oberstufe sowie ehemalige Abiturienten ausgerichtet wird“, erzählt Friedl. „Es ist schade, dass wir das nun nicht feiern können.“ Trotzdem sind die Schüler zuversichtlich, wie Lara Spring sagt. „Unser Abimotto lautet Abiwood – zwölf Jahre im falschen Film, da war noch einiges geplant. Aber manches kann man ja nachholen.“ Sie zeigt Verständnis für die Vorkehrungen. „In dieser Lage muss man eben etwas vorsichtiger sein.“

Manche wissen schon genau, was sie vom Leben wollen

Wie ihre berufliche Zukunft aussehen wird, ist noch nicht ganz klar. Studieren wollen sie jedoch alle. Felicitas Strobl, Absolventin am Bona, hat ihren Entschluss bereits gefasst. „Auf jeden Fall Musiklehrerin.“ Wie die Dillingerin berichtet, ziehe sich Musik durch ihr ganzes Leben, weswegen sie auch das schriftliche Musik-Abitur abgelegt hat. Ihr Berufswunsch kommt also nicht von ungefähr. „Ich werde erst ein Jahr Musikwissenschaften studieren und danach noch auf Lehramt für Musik am Gymnasium.“

Diese jungen Menschen aus dem Landkreis Dillingen gehören zu den 1,0-Abiturienten des Jahrgangs 2020 (von links): Franziska Appl aus Lauterbach, Felicitas Strobl aus Dillingen, Leon Thiel aus Lauingen, Carolin Friedl aus Waltershofen und Lara Spring aus Weisingen.

Auch Albertus-Absolventin Lara Spring hat schon konkretere Pläne für ihren Berufsweg. Wie sie erzählt, habe sie vor allem in der Oberstufe motivierter gelernt, um einen guten Schnitt für ein Medizinstudium zu bekommen. „Am liebsten würde ich Ärztin werden. In welcher Fachrichtung bin ich mir aber noch nicht sicher, das kommt dann noch auf.“ Derzeit läuft ihre Bewerbung um einen Studienplatz, mit etwas Glück kann sie das Studium im November beginnen. „Zuvor beginne ich aber im September ein Freiwilliges Soziales Jahr im Rettungsdienst.“

Beeindruckend sind auch die beruflichen Ziele von Leon Thiel. Passend zum Abimotto des Albertus-Gymnasiums wollte er Regisseur werden. „Ich hatte geplant, ab dem Wintersemester an einer Filmuniversität zu studieren, bin aber abgelehnt worden.“ Das war für den Abiturienten aber kein großes Problem. „Interessant finde ich auch Global Business Management, deshalb beginne ich damit gleich zum Wintersemester“, sagt Thiel.

Leon Thiel

Vor dem Sprung ins Leben eine Verschnaufpause

Zuerst aber haben sich die Einser-Schüler eine Verschnaufpause redlich verdient. Lisa Herrmann will die freie Zeit nutzen, um viel mit ihrer Familie und Freunden zu unternehmen. So auch Carolin Friedl, die nach der Freizeit eigentlich ein Freiwilligenjahr unter anderem in Ecuador geplant hatte. Vom Reisen lässt sich Lara Spring trotz Corona nicht abbringen. „Ein paar kleinere Urlaube in Deutschland und Österreich sind schon drin.“

Carolin Friedl

Leon Thiel hatte eigentlich mit 23 Freunden eine Urlaubsfahrt nach Kroatien geplant. „Durch Corona geht das mit so vielen Leuten natürlich nicht. Jetzt genießen wir zu siebt eine Woche in einem Ferienhaus bei Pula.“

Felicitas Strobl will sich verstärkt ihren Hobbys widmen. „Vor allem viel Klavier spielen, schließlich muss ich ja auch für die Aufnahmeprüfung an der Uni trainieren.“ Auch Franziska Appl hat trotz ihrer Erholungsphase die Berufsfindung im Sinn. „Ich mache mich schlau, was zu mir passen könnte. Auf jeden Fall werde ich auch ein paar Praktika absolvieren.“

Lara Spring.

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