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Jubiläumskonzert

29.11.2019

Vom Schätzle, vom Leaba, vom Essa ond Trinka

Die beliebte „Brautschau“ wurde von Manfred Herreiner, Wolfgang Huber und Roman Bauer schon viele Male bei unterschiedlichsten Gelegenheiten gesungen.
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Die beliebte „Brautschau“ wurde von Manfred Herreiner, Wolfgang Huber und Roman Bauer schon viele Male bei unterschiedlichsten Gelegenheiten gesungen.

Das Bissinger Doppelquartett begeistert zum 40-jährigen Bestehen im Schloss

Das festlich beleuchtete Schloss in Bissingen, der heimelige, komplett gefüllte Schertlinsaal, das Gastgeber-Ehepaar Karin und Jürgen Wahl, all dies bot den perfekten Rahmen für das Jubiläumskonzert des Bissinger Doppelquartetts. Dieses war vor genau 40 Jahren von acht Sängern aus den Reihen der Chorgemeinschaft gegründet worden, vor allem auch, um das schwäbische und das heimatliche Liedgut zu pflegen und nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.

Den sozialen Charakter, dem sich die Gruppe dabei ebenfalls immer wieder verschrieben hat, stellte sie auch bei ihrem Jubiläumsauftritt im Schloss unter Beweis. Die Spendeneinnahmen der Besucher werden nämlich vollumfänglich zur einen Hälfte dem Bissinger Kindergarten und zur anderen Hälfte für die Sanierung des Pfarr- und Jugendheims zur Verfügung gestellt.

Dies war auch dadurch möglich, dass Familie Wahl den Schertlinsaal für dieses Konzert uneigennützig und kostenfrei zur Verfügung gestellt hat, wofür der Organisator und Chorleiter Roman Bauer und ebenso Bürgermeister Stephan Herreiner herzlich dankten. Mit zwei, fast möchte man sagen, „schwäbischen Nationalhymnen“ eröffnete das Doppelquartett sein Jubiläumskonzert. „Hei grüaß di Gott, Ländle“ und „I bin a Schwob“ waren den meisten Zuhörern wohlbekannt. Das „luschtige Leaba“ in schwäbischen Landen und das „Essa ond Trinka“ wurden mit heiteren Liedern wie dem schon vor 40 Jahren gesungenen „Kübele“ sowie mit „A Kräutle und a schweinig’s Fleisch“ oder den „Gschupfte Nudla“ thematisiert. Großen Beifall gab es auch für das feinsinnige, heute nur mehr selten gesungene Kesseltaler Lied „Die Erde braucht Regen“, gefolgt von den nicht weniger ausdrucksstark interpretierten Liedern „I hab amol a Schätzle g’hett“ und „Es flogen zwei Schwalben“. Es folgte ein Abstecher in die Berge mit traditionellen Jodelrufen und einer sehr modern angehauchten Komposition mit dem Titel „In die Bääärg!“ von Lorenz Maierhofer. Christliche Überlieferung einmal auf andere Art und Weise betrachtet hieß es bei der gesanglichen Präsentation der Geschichte von Adam und Eva und bei den hintersinnigen Rufen nach dem „heiligen Sankt Florian“, die einmal mehr zum Schmunzeln verführten.

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Die Leistung der acht Chorsänger, unter ihnen mit Wendelin Kiechle und Manfred Herreiner sogar noch zwei Gründungsmitglieder, stellte Bürgermeister Herreiner in seinem Grußwort und in seinen Dankesworten heraus. Sie seien nicht nur Kulturbotschafter weit über das Kesseltal hinaus, sondern darüber hinaus auch der beste Beweis für den Satz: „Das beste Instrument, das uns der liebe Gott gegeben hat, ist die menschliche Stimme.“

Und an den Begründer im Jahre 1979 und Ideengeber über viele Jahre hinweg, Wendelin Kiechle, wandte er sich mit den Worten: „Es war eine Sternstunde von dir, als du das Doppelquartett ins Leben gerufen hast.“ Mit den beiden schwäbischen Liedern „Scho wieder isch a Liadle g’songa“ und „Schad isch“ und dem traditionell zusammen mit dem Publikum gesungenen „Kein schöner Land“ verabschiedeten sich die acht Sänger, nicht ohne sich für den reichen Applaus mit drei Zugaben zu bedanken.

Dabei sorgte zunächst die von Manfred Herreiner, Wolfgang Huber und Roman Bauer gesungene Brautschau für Heiterkeit, ehe die acht Sänger mit einer anrührenden Interpretation des vor fast 200 Jahren von Franz Schubert vertonten Gedichtes „Am Brunnen vor dem Tore“ eine Hommage an die Hausherrin Karin Wahl brachten und schließlich mit „Gute Nacht, ihr lieben Freunde“ ihren Liederreigen ausklingen ließen. An diesen schlossen sich danach noch ein Stockwerk tiefer im Schloss viele nette Gespräche in geselliger Runde an. (HER)

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