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Lauingen

16.12.2018

Warum Lauinger dringend in China gebraucht werden

Schulleiter Gottfried Göppel von der Staatlichen Berufsschule Lauingen sichtet die Werkstücke von Auszubildenden der Firma BSH Nanjing.
Foto: Jennifer Stoy

Ein Lauinger Team der Staatlichen Berufsschule soll dringend nach China. Doch warum?

Während Gottfried Göppel, Leiter der Staatlichen Berufsschule Lauingen, am Investitionsplan zur Lernfabrik 4.0 arbeitet, bekommt er einen Hilferuf. Daping Dong betritt sein Büro und sagt: „Herr Göppel, unsere Partnerschule in Shenzhen benötigt dringend unsere Unterstützung. Wir werden gebeten, in der ersten Dezemberwoche nach China zu kommen.“

Daping Dong ist eine zierliche Frau mit schulterlangen, schwarzen Haaren. Sie unterrichtet Informationstechnik an der Lauinger Bildungseinrichtung. Ihre Muttersprache ist Chinesisch. Nicht nur deshalb liegt ihr die Kooperation der Lauinger Berufsschule mit China besonders am Herzen. „Die Shenzhen No. 1 Vocational School of Technology hat seit diesem Schuljahr zwei Projektklassen der Fachrichtung Mechatronik eingeführt, wie es das gemeinsame Memorandum vorsieht“, übersetzt die Lehrkraft des China-Teams der Berufsschule Lauingen die Worte des Shenzhener Schulleiters Jian Xing Huang. „Wir brauchen das Lauinger Kompetenz-Team vor Ort, denn China braucht dringend gut ausgebildete Fachkräfte.“

Lauingen: Pilotprojekt mit China startet ab dem Schuljahr 2019/20

Bereits ab dem Schuljahr 2019/20 startet das Pilotprojekt an der Partnerschule. Diese Klassen sollen weitgehend dual ausgebildet werden. Dazu suchen sie noch dringend ausbildungswillige Betriebe, denn in China gibt es noch kein Berufsbildungsgesetz, das die Betriebe zur dualen Ausbildung verpflichtet. Die Berufsschule Nanjing hat das bereits im kleinen Rahmen mithilfe der Hanns-Seidel-Stiftung geschafft. Deren Hauptvertreter in Shanghai, Georg Stadler, erklärt, dass diese in China als Vorbild für duale Ausbildung gilt. Die Jugendlichen lernen dort den schulischen Teil der Ausbildung zum Mechatroniker sowie zum Elektroniker für Geräte und Systeme. Die Praxis wird am Standort Nanjing des deutschen Unternehmens Bosch-Siemens-Hausgeräte (BSH) vermittelt. Das Nanjinger Modell soll nun auf die Shenzhener Bildungseinrichtung übertragen und an deren Strukturen angepasst werden. Dazu erfolgte eine Betriebsbesichtigung des chinesischen Automobilzulieferers Basis Technology in Shenzhen. Laut Göppel wurde ausgelotet, ob eine Zusammenarbeit im Bereich Mechatronik möglich ist, denn das Unternehmen plant, zukünftig in diese Richtung auszubilden. Es wurde in Aussicht gestellt, dass Basis eine eigene Klasse stellen könnte, die vor allem auf die Implementierung des Industrie-4.0-Standards setzt. Der Fachbetreuer für Elektro- und Informationstechnik, Heinrich Thiel, legte das Konzept zu Industrie 4.0 an der BSL dar. „Eine mögliche Zusammenarbeit im Bereich digitale Transformation ist in Vorbereitung“, sagte er. Hier deutet sich laut Göppel „eine Win-win-Kooperation an, da im ersten Halbjahr 2019 an der Lauinger Berufsschule eine Lernfabrik 4.0 eingerichtet werde, für die der Kreisausschuss bereits die Mittel bewilligt hat“.

Neue Ausbildungsrichtung E-Commerce

Beim Rückflug reflektiert das Lauinger Team die intensiven Tage in Shenzhen. Neben den aufgeführten Aktivitäten präsentierte Schulleiter Gottfried Göppel die an der Berufsschule Lauingen seit diesem Schuljahr neue Ausbildungsrichtung E-Commerce. Er diskutierte den Aufbau und Inhalte mit Lehrkräften aus diesem Fachbereich. Außerdem wurde der Fachbereich Umwelttechnik vorgestellt. Dabei wurden sowohl die Organisation und Inhalte der Lehre als auch die Berufe mit ihren Aufgaben vom Schulleiter erläutert. Schwerpunkt war die Diskussion über die Umsetzbarkeit der Beschulung an der Partnerschule. Göppels Bilanz: „Wir freuen uns sehr, dass unsere im Frühjahr 2017 auf drei Jahre vereinbarte Kooperation nun erste Früchte trägt. Mit unseren Hilfestellungen werden unter anderem deutsche Betriebe in China hoffentlich verstärkt dual ausbilden.“ Das wirke dem Fachkräftemangel entgegen und stabilisiere die Wirtschaftssysteme beider Länder.

„Was uns aber zusätzlich besonders stolz macht“, so der Schulleiter, „dass wir im September 2018 zwei Schülern unserer Berufsschule im Rahmen des Chinese-Bridge-Projekts anlässlich der gemeinsamen Erklärung der Kultusministerkonferenz und des Bildungsministeriums der Volksrepublik China die Durchführung eines zweiwöchigen Summercamps in China ermöglichen konnten.“ (Jennifer Stoy)

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