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28.02.2015

Wenn der Heuschnupfen schon im Dezember beginnt

Heuschnupfen: Die Sympthome sind triefende Nasen und rote Augen.
Bild: AOK

 Pollen fliegen fast das ganze Jahr über. AOK zu spezifischer Immuntherapie

 Wer gegen seinen lästigen Heuschnupfen vorgehen möchte, ist mit einer spezifischen Immuntherapie (SIT) gut beraten. „Studien zeigen, dass die Behandlung, die einer Impfung ähnelt, gut wirkt“, weiß Ottmar Pfanz-Sponagel, Leiter Gesundheitsförderung von der AOK in Günzburg. Dabei wird der Körper in Form von Spritzen, Tropfen oder Tabletten mit geringen Dosen an den Stoff gewöhnt, auf den er normalerweise mit Augentränen, Niesen und laufender Nase aber auch Müdigkeit reagiert. Das Immunsystem gewöhnt sich durch die Gabe an den Auslöser und lernt, auf die reizenden Stoffe wieder angemessen zu reagieren.

Als Faustregel für den richtigen Startzeitpunkt gilt, dass die betreffenden Pollen nicht fliegen sollten. So wird das Immunsystem nicht doppelt belastet. In Zeiten des Klimawandels sollte man also noch mehr als früher darauf achten, wann das überhaupt zutrifft. So werden mittlerweile oft im November noch Gräser- und Brennnesselpollen wahrgenommen. „In einem milden Winter kann es durchaus sein, dass schon im Dezember wieder Haselpollen in der Luft sind“, so Ottmar Pfanz-Sponagel. Betroffene sollten daher auf den Zeitpunkt achten, ab wann die spezifische Immuntherapie beginnen kann. Für Gräserpollenallergiker wäre es beispielsweise jetzt gerade noch möglich, mit einer Spritzentherapie zu beginnen. Wer unter Frühblüher-Pollen leidet, sollte allerdings bis zum nächsten Herbst damit warten. „Der Arzt berät jeden einzelnen Patienten, was für ihn individuell am besten ist“, sagt Ottmar Pfanz-Sponagel. Das gilt auch für die Entscheidung zwischen Spritzen, Tabletten und Tropfen.

Die Behandlung mit Spritzen ist die klassische spezifische Immuntherapie, die früher als Desensibilisierung bekannt war. Sie wird in der Arztpraxis durchgeführt. Nach und nach wird wöchentlich die Dosis erhöht, die weitere Behandlung erfolgt monatlich. Insgesamt dauert sie etwa drei Jahre. In der Pollenzeit wird die Dosis entweder reduziert oder ganz ausgesetzt. Alternativ dazu können Patienten auch Tropfen oder Tabletten nehmen, letztere stehen allerdingsnur für Gräserpollenallergiker zur Verfügung. Die Medikamente werden dabei unter die Zunge gelegt, zwei bis drei Minuten im Mund behalten und dann geschluckt.

Der Vorteil ist, dass beides zu Hause eingenommen werden kann. Damit man die Behandlung möglichst gut verträgt, sollte man am Tag der Spritze oder Einnahme auf anstrengende körperliche Tätigkeiten und Sport verzichten. „Der weitere große Vorteil einer spezifischen Immuntherapie ist, dass eine Verschlimmerung der Beschwerden, wie beispielsweise Asthma als Folge des jahrelangen Heuschnupfens, vermieden werden kann“, so Ottmar Pfanz-Sponagel.

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