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Handel

14.02.2018

Wo jetzt im Landkreis die Kassen klingeln...

Derzeit kann man beim Einkaufen schon einmal die Hälfte des Geldes bei Wintersachen sparen.

... und sich Kunden über richtig dicke Preisnachlässe freuen können. Mancher trauert dennoch dem Winterschlussverkauf hinterher, wie er früher war.

Ein bisschen vermisst er die gute alte Zeit schon. Andreas Bernhard, Inhaber des Wertinger Mode und Jeans Shop, erinnert sich an gewaltige Käuferscharen, die vor wenigen Jahrzehnten noch regelmäßig in die Bekleidungsgeschäfte strömten, wenn der „Winterschlussverkauf“ begonnen hatte.

Doch von wehklagender Nostalgie ist Bernhard sehr weit entfernt. Denn das Geschäft läuft auch heuer sehr gut. „Ich kann mich wirklich nicht beklagen“, sagt der Geschäftsmann. Besonders „mitteldicke“ Pullover haben die Kunden bei ihm eingekauft. „Die ganz dicken sind gerade nicht so gefragt“, sagt Bernhard. Da die Lager aber nicht so schlagartig leer werden wie früher beim Winterschlussverkauf, greift Bernhard zur Strategie der schrittweisen Kostenreduzierung.

Derzeit kann man schon die Hälfte des Geldes bei Winterartikeln sparen – wer viel einkauft, kann noch einmal mit zehn bis 20 Prozent Nachlass rechnen.

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Der Rubel rollt auch bei Intersport Kraus in Dillingen. Die „äußeren“ Bedingungen sind hier gleich in zweierlei Hinsicht günstig für das derzeitige Geschäft. Vor allem, seit der Winter in Sachen Wetter deutlich angezogen hat, ist der Umsatz deutlich gestiegen, wie Inhaber Andreas Kraus verrät. Ski- und Snowboardkleidung sowie Protektoren gehen verstärkt über die Ladentheke. Und das Mega-Sportereignis Olympia hinterlässt auch hier deutliche Spuren. „Durch die starke mediale Präsenz des Wintersports bekommen viele Leute Lust, sich etwas für Sportliches zu kaufen“, sagt Kraus.

Stärker noch als andere Branchen sei sein Geschäftsmodell von der Witterung abhängig, sagt Kraus. Setzt in wenigen Wochen der Frühling mit milden Temperaturen und Sonnenschein ein, werden von einem Tag auf den anderen andere Artikel nachgefragt.

„Das Wetter, das wir im Moment haben, hätte ich mir für Anfang Januar gewünscht“, sagt Christian Konle, Inhaber des Schuhgeschäfts Konle in Höchstädt. Derzeit läuft es in seinem Laden noch „schleppend“. Die gefütterten Winterschuhe, auf die es in seinem Laden 30 bis 50 Prozent Nachlass gibt, werden noch nicht so recht nachgefragt. Dass mit einer starken Rückkehr des Winterwetters der Umsatz noch einmal stark nach oben geht, darauf will Konle keine rechte Hoffnung mehr setzen. Doch kann man in seinem Geschäft im Blick auf den nächsten Winter noch tolle Schnäppchen machen, besonders bei hochwertigen Winterschuhen.

Bessere Laune hat das Wintergeschäft bisher Frank Hertle beschert. Der Inhaber des Dillinger Modegeschäfts „Hertle Mann und Mode “ ist zuversichtlich, dass die Lager am Ende des Winters leer geräumt sind. Besonders nachgefragt waren Jeans und sogenannte „Chino“-Hosen, aber auch Wolljacken, oder Artikel aus „Pseudodaune“. Wer derzeit auf der Suche nach Hemden ist, etwa einem Flanellhemd, kann in seinem Laden noch ein Schnäppchen machen. Preisnachlässe von über 50 Prozent sind hier gerade die Regel.

Der „alte“ Winterschlussverkauf hätte nicht mehr zum Zeitgeist gepasst, sagt Hertle. Dass früher zu festgesetzten Zeiten alle Geschäfte mit dem Preis heruntergegangen seien, habe es den Kunden zwar von der Orientierung her einfacher gemacht. Doch heute wolle eben jeder Händler selbst bestimmen, wann er mit seinen Sonderangeboten oder „Sales“ beginnen will. „Das ist nichts mehr, was die jungen Leute heute so kennen“, sagt Hertle. „Heute vermischt sich das Geschäft, da kommen die ersten Anfang Januar.“ Und aufhören kann auch jeder Händler, wann er möchte. Im Idealfall dann, wenn die Lager leer sind, und mit den Bestellungen für das Frühjahr begonnen werden kann. „Wir haben heuer genug Platz geschaffen. Gott sei Dank“, sagt Hertle.

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