Als die Präsentation, die Bürgermeister Simon Peter vorbereitet hat, einfach nicht per Fernbedienung weiterspringen will, lässt sich der Eppisburger Gemeinderat Rainer Egger zum Kommentar hinreißen: "In Eppisburg gibts ja generell Probleme mit dem Funk." Egger spielt dabei auf ein Thema an, das inzwischen sogar das bayerische Umweltministerium beschäftigt: den geplanten Mobilfunkturm im Naturschutzgebiet. Doch noch brennender als der Mobilfunkmast scheint die Eppisburger an diesem Abend etwas anderes zu interessieren.
Es gab auch einen Rückblick auf Aktivitäten in Holzheim
Rund 60 Bürgerinnen und Bürger sind am Mittwochabend ins Schützenheim gekommen. Bürgermeister Simon Peter bringt sie per Präsentation auf den neuesten Stand: "Ich hätte nie gedacht, dass ich mal ein Notstrom-Aggregat anschaffen muss", kommentiert Peter, als er das Bild der neuen Aggregate zeigt, die im Notfall die Feuerwehr und das Mehrgenerationenhaus in Weisingen versorgen sollen.
Doch der Blackout blieb bisher, sowohl in Holzheim als auch im restlichen Bayern, aus. Die Aggregate sind aber nicht die einzigen Neuanschaffungen. Peter präsentiert neue Maschinen für den Bauhof und das neue Feuerwehrauto, ein Import aus Österreich. Der Rathauschef zeigt zudem viele Bilder vom Ortsgeschehen, von Vereinsaktivitäten, von Jubiläen und Festen, zu denen sich die "honorigen Honoritäten" aus Bund, Land und Kreispolitik die Ehre gaben.
Eppisburger wünschen sich weiteren Supermarkt
Was die Menschen, die zur Versammlung gekommen sind, umtreibt: ein zusätzlicher Supermarkt für den Aschberg. "Wir können es nicht verstehen, warum wir nur einen Supermarkt haben", sagt ein Bürger. In Welden, Altenmünster und anderen Gemeinden gäbe es mehr Einkaufsmöglichkeiten bei vergleichbarer Einwohnerzahl. "Da muss die Gemeinde doch einmal Einspruch erheben." Laut einem Gutachten ist Holzheim mit seinen Einkaufsmöglichkeiten gut versorgt. Peter verspricht, an dem Thema dranzubleiben. "Aber wir sind erst mal froh, dass der Edeka vergrößert wird."
Ein weiteres Thema auf der Bürgerversammlung war das Nahwärme-Konzept der Firma GP Joule. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass die eine Fläche finden, die groß genug ist", sagt ein Bürger. Die Fläche müsse zudem nah genug an einer Heizzentrale sein. 3,5 Hektar müsste GP Joule mit PV-Modulen ausstatten, um eine Wärmepumpe betreiben zu können. "GP Joule führt derzeit Gespräche mit Grundstückseigentümern", sagt Peter. "Ich hoffe, dass es in naher Zukunft eine Entscheidung gibt." Ob die Gemeinde denn neben GP Joule noch andere Anbieter berücksichtige, will der Bürger weiter wissen. Die Frage bejaht der Rathauschef, geht jedoch nicht weiter ins Detail.
Es kommt Bewegung ins Funkmast-Thema
Das Thema Energie bewegt viele Bürger. Auf die Frage, ob die Gemeinde denn plane, auf weiteren Dächern PV-Anlagen zu errichten, so wie etwa auf dem Feuerwehrhaus in Ellerbach, will ein Zuhörer wissen. "Wir wollen möglichst viele kommunale Dachflächen mit Solaranlagen ausstatten und so möglichst wenig Freiflächenanlagen", so Peter. Doch es dauere, bis die Handwerker solche Anlagen montierten, mitunter bis zu einem Jahr.
Kurz vor Ende der Versammlung kommt das Thema dann doch nochmal auf den Funkmast. Ein Bürger will wissen, wie es darum stehe. Für das Provisorium sei schließlich eine Menge Schotter ausgebracht worden und der Generator, der den Mast betreibe, laufe ja bereits im Dauerbetrieb. Wie berichtet, ist der Rathauschef guter Dinge, dass der feste Funkturm, trotz Ablehnung seitens des Dillinger Landratsamts, doch noch gebaut werden kann. Nach Informationen unserer Redaktion ist das Projekt bereits von der übergeordneten Naturschutzbehörde quasi genehmigt. Unklar ist jedoch, welche baulichen Auflagen das Amt der Funkturm-Firma auferlegt, um Greifvögel fernzuhalten.